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Burn Fiat Money, Play Smart Contract Music

Ich war die letzten Wochen arbeitstechnisch sehr viel unterwegs und deswegen hat sich hier auf der Seite lange nichts getan. Das soll aber natürlich nicht so bleiben.

Ich muss nun allerdings nach der Pause erstmal wieder meinen Blogger-Rhythmus finden. Daher beginne ich zum Aufwärmen (im wahrsten Sinne des Wortes) mit einem hübschen Fundstück aus der Crypto-Kunstszene: die Chaos Machine der Distributed Gallery

„Is it a crypto-jukebox? Or a sophisticated toaster ? In the special edition of the Chaos Machine, published on summer 2018 by R.U.S.T editions, Bernard Aspe, a french philosopher call it the Exterminating Angel, maybe because the Chaos Machine shows in a spectacular way, either the passage from a fiducial currency to a cryptographic currency, or even the emptiness inherent in any monetary abstraction.“ 

Proof of burn als analog-digitale Kunstinstallation in Berlin

Das Prinzip ist das folgende: Man füttert eine große Box mit einem Geldschein und kann diesem dabei zuschauen, wie er drinnen in Flammen aufgeht. Dabei spielt die Box ein Lied ab.

Gleichzeitig bekommt man als Gegenleistung einen QR-Code, der es erlaubt, einen neuen Track in die Playlist der Chaos Machine einzufügen. Für alle, die später ihr Fiat-Geld in Wärme-Energie und DJ-Rechte tuschen möchten.

Besonderer Clou an der Sache, es gibt nicht nur eine, sondern zwei Chaos Machines und beide sind miteinander vernetzt. Das bedeutet: Egal, in welcher von beiden gerade Geld verbrennt, beide spielen dann gleichzeitig denselben Song.

Muss besonders schön sein, wenn man nur die Musik hört und weiß, dass irgendwo anders gerade der reale proof of burn dazu stattfindet.

So erklärt die New York Times Bitcoin

Erstaunlich! Die altehrwürdige New York Times berichtet schon seit mindestens vier Jahren sehr differenziert und gut recherchiert über Bitcoin, doch erst jetzt gibt es für die Leser das obligatorische  Grundlagen-Erklärvideo.

Ob es gelungen ist, soll jeder selbst beurteilen. Ich denke aber eher nicht, dass diese zwei knappen Minuten die Zielgruppe signifikant von ihrer baffledness befreit. Dafür nehmen Aspekte wie Mining und der Anstieg der Difficulty einen zu großen Raum ein.

Auch ein kurzes Video ist besser als kein Video

Dennoch – da nur Bildung und Aufklärung die Grundlage für eine allgemeine, kritisch-fundierte Auseinandersetzung der Gesellschaft mit Bitcoin schaffen, ist auch dieses Video in Verbindung mit der Reichweite der New York Times, wenn auch nicht der ganz große Wurf,  zumindest ein weiterer kleiner Wissensbaustein.

Lightning & Payment-Channels für Einsteiger

Lightning gilt als der große Hoffnungsträger für eine Skalierung der Anzahl von Bitcoin-Transaktionen, ohne dabei die Blockchain selbst mit eben diesen Transaktionen fluten und damit überlasten zu müssen. Wie es (vereinfacht) funktioniert, erklärt dieses Video sehr anschaulich.

Die Playlist , aus der das Video stammt, hat dabei noch weitere Themen im Angebot:

Lohnt sich vielleicht für den ein oder anderen, auch da mal reinzuschauen.

Doku: Bitcoin – Blase oder Digitales Gold?

Das Y-Kollektiv hat eine ganz interessante Kurzdoku über Bitcoin online gestellt und wer wie ich die Woche nicht gern direkt mit Arbeit beginnt, findet hier eine sinnvolle Alternative.

Raus auf dem Eat-Work-Buy-Sleep-Repeat-Hamsterrad

Von der etwas ambivalenten niederländischen Aussteigerfamilie, die ihr Haus für Bitcoins versetzt hat, nun auf dem Campingplatz wohnt und auch gar nicht zurück will (andererseits aber offensichtlich auch nicht auf den Luxus einen riesigen Fernsehers verzichtet) bis zum kritischen Tech-Journalisten gibt es in der guten Viertelstunde eine abwechslungsreiche Reise durch Bitcoin, die Fragen beantwortet, aber auch neu aufwirft.

Für den Wochenstart eigentlich genau das Richtige.

„Free the world from a totalitarian financial surveillance system“

Eigentlich wollte ich nur ganz kurz in die Aufzeichnung der Baltic Honeybadger Bitcoin Conference reinschauen, die vor kurzem in Riga stattgefunden hat. Doch dann hat Andreas Antonopoulos angefangen zu sprechen und (ich hätte es eigentlich wissen müssen) ich bin hängengeblieben.

Nicht, weil ich jedes seiner Argumente teile, sondern weil es kaum eine andere Person gibt, die einen so sehr zum Nachdenken über Bitcoin und dessen Platz in dieser Welt anregt, wie er. Und zwar mit jedem seiner Talks aufs Neue.

Als Empfehlung fürs Wochenende verlinke ich daher diesen Talk (ab 1:44:00) inkl. ausführlichem Frage-Antwort-Teil. Manche seiner Thesen sind radikal, andere durchaus streitbar, aber genau das braucht eine gesunde Debatte jenseits einer, leider derzeit oft geführten „Eigentlich habe ich ja keine Ahnung von Bitcoin, aber eines weiß ich mit Sicherheit: Es ist eine Blase!“-Argumentation.

Wer etwas mehr Zeit hat, der findet in der Aufzeichnung noch Talks einer ganzen Reihe weiterer Top-Bitcoiner.  So weit bin ich aber selbst noch nicht.

Watch out! Bitcoin is going to crash!

Denn das macht es schon seit Jahren so. Ist auch kein Geheimnis.

Wer sich die eigene Überprüfungs-Recherche für die These sparen will, schaut einfach folgendes Video, in dem Alex Millar die Beweis-Daten anschaulich zusammengetragen hat. So einfach kann guter Datenjournalismus sein.

„… and then another time […] and it crassshed“

Oder wie es ein Kommentator auf Reddit trefflich zusammenfasst:

„Und die Moral von der Geschichte: Bitcoin crashed sich nach oben“

Welt ohne Banken? – Sehr gute 3sat-Bitcoin-Doku

Vergangenen Freitag lief auf 3sat die halbstündige Bitcoin-Dokumentation Welt ohne Banken? Die Blockchain-Revolution.

Ich habe sie mir gerade angeschaut und war unterm Strich sehr angetan. Denn durch die umfassende Recherche und den guten roten Faden, habe ich die Sendung nicht nur gespannt verfolgt, sondern durch die vielen Handlungsorte und interessanten Akteure, die wiederum mit teils überraschend ehrlichen Statements zu Wort kommen (u. a. der Vertreter der Bundesbank, Jochen Metzger), auch Einiges erfahren, das ich vorher noch nicht wusste.

Erklärt Bitcoin sehr gut und zeigt die Wucht des Wandels

Ich glaube, für Zuschauer, die vorher noch gar nichts oder nicht so viel von Bitcoin oder der Blockchain gehört haben, ist das ein hervorragender Film, um zu verstehen, wie groß und wuchtig der Wandel ist, der durch beides eingeleitet wurde. Und dass dieser Wandel eben nicht erst noch kommt, sondern bereits in vollem Gange ist. Großes Lob daher an die Autoren.

Dennoch kleine inhaltliche Schwächen

Bei genauem Hinsehen fallen jedoch auch hier ein paar Schwächen auf, weil der Film an wichtigen und widersprüchlichen Stellen nicht die richtigen Fragen stellt. Zum Beispiel fasst der Sprecher zusammen, nachdem die Blockchain vorher bereits als System ohne Intermediäre erklärt wurde:

„Das Potential der Blockchain in der Bankenwelt ist riesig. Teure zentrale Instanzen im Geldverkehr wären überflüssig. Schalten die Banken ihre Mittelsmänner aus, lassen sich Milliarden einsparen.“

Das ist ein offensichtlicher Widerspruch, da erstens Banken zuvor als genau diese Intermediäre identifiziert wurden und zweitens nicht hinterfragt wird, ob eine Banken-interne Blockchain überhaupt Sinn ergibt. Ergibt sie nämlich nicht. Oder es ist eben gar keine Blockchain.

Auch bei anderen Beispielen wäre die Frage sinnvoll gewesen, ob die Blockchain für das aufgezeigte Problem tatsächlich die beste aller Lösungen ist. Gerade wenn es um den Nachweis der Herkunft von Lebensmitteln geht, habe ich nämlich große Zweifel, dass eine dezentral organisierte Datenbank das Problem löst, dass verunreinigte oder vergammelte Lebensmittel auf den Markt kommen. Ist die technische Infrastruktur hier wirklich das größte Problem?

Etwas kritischere Nachfragen wären gut gewesen

Zumal auch das Kapazitätsproblem der Blockchain nicht hinreichend eingeordnet wird. Man zeige mir bitte die Blockchain, die die biometrischen Daten aller identitätslosen Menschen auf dieser Welt zu fassen vermag. Möglicherweise gibt es da erste Prototypen, aber auch hier bleibt dann die Frage, ist das noch ein Prototyp oder wirklich schon eine Blockchain?

Insgesamt hätte der Dokumentation noch eine Prise mehr kritische Distanz in der Hinsicht gut getan, was aktuell der tatsächliche Stand von „Blockchain“ ist und was bislang Ideen sind, was man damit irgendwann einmal machen könnte. Aber das alles ist Jammern auf hohem Niveau. Ich kann diese Doku daher dennoch sehr empfehlen.

Youtube-Kanal-Empfehlung: Internet Money

Ich erschließe mir gerade Youtube als weitere Quelle für interessante Bitcoin-Geschichten und bin in diesem Zusammenhang auf dieses Video von Cedric Dahl gestoßen, der auf seinem Youtube-Kanal eine Serie namens Internet Money macht. Er selbst ist wohl ziemlich früh bei Bitcoin dabei gewesen, hat damit richtig viel Geld gemacht, einiges davon wieder verloren und mittlerweile einen Blockchain-Hedgefond mitgegründet.

Geschichten aus dem Leben eines Bitcoiners

Und während er so durch die Welt reist, macht er seine Videos, in denen er kurzweilige Geschichten aus seinem Leben als Bitcoiner erzählt. Das ist insofern ganz interessant, als dass er offensichtlich  schon Einiges erlebt hat, gleichzeitig aber durchaus bodenständig geblieben ist. Immerhin gibt er viele Tipps, wie man all die Anfängerfehler vermeidet, die er selber im Umgang mit Bitcoin gemacht hat.

Deswegen als Empfehlung auch dieses Video, in dem er ein paar Anekdoten erzählt, wie sorglos er und seine Freunde mit ihren Private Keys umgegangen sind, als Bitcoin noch kaum etwas wert waren. Mittlerweile ist das richtig viel Geld, das sie verloren haben.

Kümmert euch um eure Private Keys!

Wie sehr einen das wurmen kann, weiß ich aus eigener Erfahrung.  Die rund 40 Euro, die ich vor drei Jahren durch Faulheit verloren habe, wären jetzt 840 Euro wert. Cedric spricht mir in diesem Video also aus dem Herzen und ich kann seinen Appell nur unterstützen: Selbst wenn ihr denkt, dass ihr jetzt noch nicht viel habt – kümmert euch um die sichere Aufbewahrung eurer Bitcoins!

Falls ihr dafür ein bisschen Hintergrundinfos braucht: Hier die Links zu meinen Testberichten für die von ihm erwähnten Hardware-Wallets Trezor und Ledger Nano S.

Deutsche Welle erklärt Kryptowährungen

Die Deutsche Welle hat wirklich einen Lauf, wenn es um Berichterstattung zum Themenkomplex Bitcoin geht. Neulich mit einem Beitrag über das Berliner Bitcoin-Startup Bitwala. Dazu passenderweise auch noch das (von ein paar Schwächen abgesehen) doch ganz brauchbare Erklärvideo Was ist eine Kryptowährung?

Wobei im mich durchaus frage, woher die Deutsche Welle die Information hat, dass fünf Millionen Deutsche Kryptowährungen nutzen. Gibt es da eine Statistik, von der ich noch nichts weiß?

Darüber hinaus gibt es ein zwei Stellen, die nicht ganz so sauber recherchiert sind. Bitcoin ist keinesfalls anonym und die Polizei kann mitunter sehr wohl herausfinden, dass man Waffen oder Drogen im Netz gekauft hat.

Nichtsdestotrotz wurde hier der Vorteil von Bitcoin am Beispiel einer Zahlung ins Ausland sehr schön und verständlich herausgearbeitet.

Wir und die Blockchain – Knackige & sehenswerte Dokumentation

Der Schweizer Ökonom und Filmemacher Manuel Stagars hat mal eben eine äußerst sehenswerte Dokumentation zum Thema Blockchain gedreht und ins Netz gestellt: The Blockchain and us.

Das „mal eben“ meine ich dabei durchaus respektvoll anerkennend. Denn im Gegensatz zu anderen Bitcoin-Dokus, bei denen man seit Jahren darauf wartet das mal mehr als der Trailer veröffentlicht wird, war von diesem Projekt im Vorfeld nicht viel zu hören. Dass das Ergebnis dann so kurzweilig und prägnant ist, erfreut beim Sehen umso mehr. Denn Stagars fliegt mit seinen Experteninterviews an einem erkennbaren roten Faden durch das bislang doch eher schwammige „Blockchain“-Thema.

In der Kürze liegt die Würze

Wobei das Fliegen sowohl als bildhafter Vergleich dient als auch als Grundsatz. Mit gut 30 Minuten ist diese Doku nämlich angenehm prägnant und letztlich konsequent. Denn alles zum Thema Blockchain passt eh nicht in einen Film, egal wie lang man ihn machen würde. Dann lieber kurz und knackig.