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Die taz hat Bock auf Bitcoin

Seit gestern kann man für taz-Artikel online mit Bitcoin bezahlen. Das ist mal ein Ding, haben wir damit doch das erste überregional bedeutende deutsche Medium, das sich auf Bitcoin einlässt.

Tatsächlich hat sich die tageszeitung aber selbst auch das ideale Umfeld für ein solches „Bitcoin-Experiment“ geschaffen, da sie für ihr Online-Angebot keine strikte Paywall aufgebaut hat, sondern auf freiwillige Zahlungen mit regelmäßiger Erinnerung setzt. Bitcoin dort nun neben der klassischen Überweisung (gibt es den taz-Flattr-Button eigentlich auch noch irgendwo?) als zusätzliche Bezahloption einzuführen, ist clever, gibt es dabei doch nichts zu verlieren. Im Gegenteil:

https://twitter.com/tazblog/status/491241333882114048

Bei allem Lob, hier aber auch die Kritik. So richtig gut erklärt hat der  verantwortliche taz-Redakteur die Zahlungsvariante Bitcoin auf der eigenen Seite aber nicht. Absätze wie

„Um einen Betrag zu überweisen, reicht die Angabe der Summe und unsere taz-Bitcoin-Adresse. Sie können auch den abgebildeten QR-Code einscannen und damit von Ihrem digitalen Portemonnaie überweisen. Persönliche Angaben müssen nicht gemacht werden – Sie müssen aber Mitglied des Bitcoin-Netzwerkes sein.

werfen doch einige Fragen auf. „Mitglied werden im Bitcoin-Netzwerk“? Was auch immer damit ausgedrückt werden soll – es scheint mir doch arg in eine falsche Richtung zu gehen. Da sollte dringend noch einmal jemand drüber redigieren und den Text so schreiben, dass potentielle neue Bitcoin-Unterstützer nicht unnötig verwirrt werden.

Dennoch – ich bin SEHR gespannt wie das weitergeht und welche Auswirkungen das auf die weitere Implementierung von Bitcoin als Bezahloption bei deutschen Medienanbietern hat. Immerhin erinnere ich mich in diesem Zusammenhang ja sehr gerne auch an die diesjährige re:publica, bei der ich verlacht wurde, als ich die Bühnengäste bei einer Diskussion zur Zukunft des Online-Journlismus fragte, was sie von Bitcoin als Zahlungsmittel hielten.

Den Mitschnitt der Veranstaltung findet ihr hier, ebenso wie die spätere Diskussion mit Sascha Pallenberg (dem am lautesten lachenden Podiumsgast) und anderen Usern hier im Blog. Damals hab ich, als die Diskussion in den Kommentaren auf Grund von verhärteten Standpunkten anfing den Rahmen eines sachlich-respektvollen Austauschs von Argumenten zu verlassen, alle Diskutierenden zu einem Bier auf der nächsten re:publica eingeladen, das ich vor Ort mit Bitcoin bezahlen werde, obwohl die diesjährige re:publica nahezu gar nichts mit Bitcoin zu tun hatte.

Ich bin mir immer noch ziemlich sicher, dass ich das ohne Schwierigkeiten werde einlösen können.

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