Bitcoin-Presseschau

Bitcoin-Presseschau #39

Die Presseschau fasst jeden Sonntag die wichtigsten Informationen, Entwicklungen und Links aus dem Bereich Bitcoin und digitale Währungen zusammen. Diesmal für die Woche vom 29. September bis 5. Oktober 2014.

Der Bitcoin-Kurs …

2014-09-28Bitcoinkurs 2014-10-05_Bitcoinkurs

… hat diese Woche neue Abwärtsbarrieren durchbrochen. Lange  sah es so aus als könne sich der Kurs bei 400 US-Dollar wieder stabilisieren, aber nachdem er mehrmals 30 Dollar darunter lag, scheint auch das keine valide Benchmark mehr zu sein. Ganz offensichtlich steuert der Kurs nun langsam aber sicher auf die 300 US-Dollar Marke zu.

Für sich genommen klingt der Wertverlust von (wieder einmal) rund 20 Prozent desaströs und ist Wasser auf die Mühlen der Volatilitätskritiker, aber ich für meinen Teil bin nicht wirklich beunruhigt. Denn, wie die Nachrichten der Woche zeigen, wächst das Bitcoin-Ökosystem derzeit so robust und rapide wie selten und Bitcoin wird immer anwenderfreundlicher. Das wiederum bedeutet, dass künftig immer mehr Bitcoins im regelmäßigen Umlauf sein werden, denn die Möglichkeiten mit ihnen zu arbeiten, steigen.

Ich erinnere mich noch an Zeiten als manche Leute versucht haben möglichst viel mit Bitcoin zu bezahlen. Damit wollten sie den Umlauf stabil halten und ein  Zeichen setzen gegen den Wertspekulationswahn, der dazu geführt hat, dass alle ihre Bitcoin gehortet haben in der Hoffnung auf einen höheren Preis. Möglicherweise wird das künftig nicht mehr nötig sei. Vielleicht ist nun der Zeitpunkt, an dem Bitcoin einen neuen Nutzungsschwerpunkt bekommt. Weg vom Spekulationsobjekt hin zu dem, wo die großen Stärken liegen: als digitales Wertmedium.

Für alle Spekulationsinteressierten hier dennoch ein Link zu einer Erklärung des generellen Bitcoin Hype Zyklus inkl. einer spannender Auseinadersetzung mit selbigem in den Kommentaren.

Links und Nachrichten der Woche

Circle – Bitcoin-Banking 2.0

Diese Woche ist Circle an den Start gegangen, ein viel beachtetes und von Investoren mit 26 Millionen US-Dollar im Voraus enorm gepushtes Unternehmen, dem manche zutrauen Bitcoin endlich massentauglich zu machen. Und so unwahrscheinlich ist das nicht. Denn Circle legt großen Wert darauf den Umgang mit Bitcoin für den Nutzer so einfach und angenehm wie möglich zu machen. Kontoeröffnung und Wallet mit ein paar Klicks, mit Kreditkarte kann man Bitcoins kaufen, es gibt (abgesehen von den Kreditkartengebühren) keinerlei Kosten und alle Bitcoins sind angeblich versichert.

Klingt erst einmal sehr ansprechend, doch natürlich muss sich das Unternehmen zunächst am Markt behaupten und zeigen, dass es auch halten kann, was es verspricht. Der erste Eindruck ist jedenfalls sehr überzeugend. Der Webauftritt in sieben Sprachen ist detailliert durchdacht und macht einen sehr transparenten und professionellen Eindruck.

Ich finde das sehr wichtig. Es gibt ja einige Bitcoin-Unternehmen wie Swarm oder BTC-e, die gezielt mit dem Image des Geheimnisvoll-Mysteriösen spielen und damit durchaus Erfolg haben. Aber wenn ich mich entscheiden soll zwischen einem gut organisierten, transparenten Unternehmen und einer Blackbox, dann nehme ich immer ersteres. Allerdings fehlen mir bei Circle noch die Multi-Signature-Wallets. Wenn sie die noch einführen, dann mach ich vielleicht sogar mit.

Hier noch der Bericht von Heise: Bitcoins für die Massen: Zahlungsdienst Circle öffnet seine Pforten

Reddit bald mit eigener Kryptowährung?

Reddit sammelt 50 Millionen US-Dollar bei Risikokapitalgebern ein (u.a. Snoop Dogg) und will darüber hinaus die eigenen Nutzer künftig am Unternehmen beteiligen. Das könnte möglicherweise über eine Blockchain/Kryptowährung laufen. Details und rechtliche Rahmenbdingungen müssen jedoch erst noch ausgearbeitet werden. Seit Februar 2013 akzeptiert Reddit bereits Bitcoin. Als Pionier der Kryptowährung war es damit nach WordPress eine der ersten Top 100 Websites. Das Subreddit /r/Bitcoin zählt zudem neben bitcointalk.org zu den wichtigsten sozialen Informationsknoten zum Thema.

Coinbase weitet europäisches Geschäft aus

Die Expansion vom Bitcoin Zahlungsdienstleister Coinbase auf dem europäischen Markt schreitet voran. In fünf weiteren Ländern wird der Anbieter künftig nutzbar sein: Polen, Italien, Schweiz, Dänemark und Schweden. Coinbase ist damit bald in allen Nachbarländern vertreten – wir in Deutschland bleiben allerdings weiterhin außen vor.

Coinify – der europäische Bitcoin-Zahlungsdienstleister

Das dänische Unternehmen Coinify hat eine „mehrere Millionen Kronen“-Finanzierung durch einen Investmentfond bekanntgegeben, an dem auch der dänische Staat beteiligt ist. Das ist ein sehr gutes Zeichen. Zum einen macht das eine plötzliche realitätsferne Bitcoin-Regulierung durch die dänische Gesetzgebung unwahrscheinlich. Zum anderen visiert Coinify neben Skandinavien und Großbritannien auch Deutschland als Markt an. Außerdem sorgen die Dänen (endlich!) für eine dringend benötigte europäische Alternative zu den amerikanischen Zahlungsdienstleister-Platzhirschen BitPay und Coinbase, die – selbst wenn sie es wollten – den mit „amerikanisch“ verbundenen muffigen Überwachungs- und Regulierungs-Stallgeruch nicht ablegen können.

Bill Gates mag Bitcoin,

weil es zeigt, wie einfach und kostengünstig Geld transferiert werden kann.

Eine Kasse, alle Optionen

Square hat angekündigt Kassen zu bauen, die Zahlungen sowohl über Apple Pay als auch mit Bitcoin akzeptieren können. Sympathisch pragmatischer Ansatz, der der ideologisch aufgeladenen Grundsatzdiskussion den Wind aus den Segeln nimmt. Sollen doch die Kunden entscheiden, wie sie zahlen möchten.

Tweet der Woche

Die nächste Presseschau erscheint kommenden Sonntag, den 12. Oktober. Bis dahin eine schöne Woche!

Titelbild: “Zeitungsausträger” Flickr-User barmala (CC BY 2.0)