Schlagwort-Archive: Wirtschaft

Grandioser Volkswirtschafts-Pop

Ich bin gerade ziemlich begeistert auf den YouTube-Kanal von EconStories hängen geblieben und habe mich mit bemerkenswert gut gemachtem Volkswirtschafts-Edu-Pop fortgebildet. VWL hat, was den Unterhaltungswert angeht, vollkommen zu Recht nicht den besten Ruf und rangierte daher bisher auch bei meiner Freizeitplanung eher auf den hinteren Plätzen.

Aber dieses Video, in dem sich die beiden Ökonomen John Maynard Keynes und Friedrich August von Hayek rapbattlen, hat mich begeistert und neugierig gemacht. Und meine Neugier wurde belohnt. Mit einem gelungenen Mashup, das Wissensvermittlung und Wortwitz zu einer unterhaltsamen Popkultur-Persiflage mit ökonomischem Tiefgang kombiniert.

Die Lyrics gibt es hier und wem Fear the Boom and Bust gefallen hat, dem empfehle ich nicht nur auch den zweiten Teil Fight of the Century, sondern auch die ebenfalls von EconStories produzierte Reihe Econpop. Dort wird in jeder Folge ein volkswirtschaftliches Thema erklärt, indem als Beispiel die jeweilige ökonomische Situation herangezogen wird, auf der die Handlung berühmter Kinofilme basiert.

Mit Hilfe von Elysium habe ich so gerade gelernt, dass Kapitalismus kein Nullsummenspiel ist, Ghostbusters ist ein Lehrstück über High-Tech-Existenzgründungen mit universitärem Hintergrund und The Lego Movie ein Paradebeispiel warum politisch und wirtschaftlich extrem zentralisierte Systeme wie bspw. der Kommunismus nicht funktionieren. Mehr davon, bitte!

Alle Videos nach dem Klick.

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Bitcoin – 2013 und heute

Diese beiden Präsentationen sind nicht mehr brandaktuell, aber für ein Rechercheblog wie dieses hier unverzichtbar. Die erste ist der immer noch aktuelle State of Bitcoin Report von Coindesk für das dritte Quartal 2014. Das Medienunternehmen bereitet ja alle Vierteljahre die neuesten Zahlen und Statistiken rund um Bitcoin auf und man kann diese Veröffentlichungen von der Bedeutung her vielleicht ein bisschen mit Quartalszahlen und Jahresberichten vergleichen, die Unternehmen an der Börse veröffentlichen. Standardlektüre also für Unternehmer, Investoren und alle, die hübsch und anschaulich aggregierte Bitcoin-Daten suchen.

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Lesetipp #3 – Crypto-Crowdfunding

Techcrunch – Bitcoin 2.0 Crowdfunding Is Real Crowdfunding

Crowdfunding gilt ja als eine der großen Erfolgsgeschichte des Internets. Dabei ahnen die meisten Menschen nicht einmal, welches Potential wirklich darin steckt, kombiniert man Crowdfunding mit Kryptowährungen. Immerhin hat allein Ethereum hat mit seinem Ether Sale in anderthalb Monaten mehr als 27.000 Bitcoin zusammengetragen. Im damaligen Gegenwert von mehr als 13 Millionen US-Dollar.

Dabei war das quasi ein Geheimprojekt, von dem die Öffentlichkeit außerhalb des Krypto-versums noch nichts mitbekommen hat. Trotzdem spielt Ethereum damit auf Anhieb schon in der oberen Liga „bekannter“ Crowdfunding-Projekte. Das ist nicht nur beeindruckend, sondern zeigt den Weg: Wo Crowdfunding derzeit aufhört, fängt Crypto-Crowdfunding erst an.

Bildnachweis: Simon Cunningham „Crowdfunding“ (CC BY 2.0)

Happy Birthday, Weltwirtschaftskrise!

Heute ist der 85. Jahrestag des symbolischen Scharzen Freitags, der 1929 die Weltwirtschaft mal wieder in eine tiefe Krise riss. Damals crashte die New Yorker Börse wegen rückhaltloser Spekulationen und zog auch Deutschland in eine tiefe Depression. Erst wirtschaftlich, dann auch gesellschaftlich als sich verzweifelte Menschen von extremistischen Parolen verführen ließen. Die beschämende Konsequenz kennen wir hinreichend aus nahezu jedem Schulfach.

Noch heute sind die Auswirkungen dieser Krise spürbar. Der NSU, die schleichende Aushöhlung von freiheitlich-demokratischen Grundrechte durch den Staat und der erfolgreiche Stimmenfang neuer Parteien mit wieder einmal platten Parolen und rückwärtsgewandten Ideologien irgendwo zwischen dummdreist und offen radikal.

Dass es Zufall sein soll, dass diese Phänomene wieder einmal vermehrt in wirtschaftlichen Krisenzeiten auftreten, ist schwer vorstellbar. Dass weitere Krisen kommen werden, vermutlich unvermeidbar. 85 Jahre Weltwirtschaftskrise – auf dich, du siffender Ausschlag am Arsch des Kapitalismus!

Zur Feier des Tages hat 3sat einen Themenabend zusammengestellt, den sie – obwohl das Jubiläum auf einen Freitag fällt – bereits am vergangenen Montag ausgestrahlt haben. Verstehe einer diese Programmplanung. Da die Beiträge dadurch aber in der 3sat-Mediathek auch nur noch wenige Tage verfügbar sind, habe ich den Themenabend hier noch einmal nachgebaut. YouTube sei Dank.

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„Die Politik der Notenbank ist am Ende“

Gestern lief beim Deutschlandfunk ein beunruhigendes Interview mit dem Ökonomen Max Otte, der 2006 in seinem Buch „Der Crash kommt“ die Finanzkrise beschrieb, wie sie ein Jahr später dann auch einsetzte.

In diesem Interview spricht er nun über den kapitalistischen Erfolg hemmungsloser Schuldenpolitik im Vergleich zum biederen deutschen Sparkurs, vergleicht die verzweifelte und dennoch erfolglose Zinspolitik der EZB mit dem Ende der DDR und fordert, dass sich der Hightech-Standort Deutschland durch gezielte Investitionen endlich aus seiner allgemeinen Amerika-Abhängigkeit emanzipieren solle. Solide Thesen. Nicht unbegründet.

Die Chancen, dass bald noch einmal alles krachen geht, sieht er bei fifty-fifty und empfiehlt daher nicht allein auf Fiat-Geld zu vertrauen, sondern sich zu diversifizieren.

Notiz an mich: Muss bei Gelegenheit Herrn Otte mal fragen, was er von Bitcoin hält.