Bitcoin-Presseschau

Bitcoin-Presseschau #51

Die Bitcoin-Presseschau fasst jeden Sonntag die wichtigsten Informationen, Entwicklungen und Links aus dem Bereich Bitcoin und digitale Währungen zusammen. Für die Woche vom 5. bis 11. Januar 2015 mit folgenden Themen:

Der Bitcoin-Kurs …

… ist seit der letzten Presseschau Ende Dezember deutlich zurück gegangen. Mit Blick auf die vergangene Woche gab es einige Schwankungen nach unten und oben. Ansonsten liegt der Wert zehn Dollar unter dem vom vergangenen Sonntag.

2014-12-21_Bitcoin-Kurs 2015-01-11_Bitcoin-Kurs

2015-01-11_Bitcoin-Jahreskurs
Der Bitcoin-Kurs vom 8.1.2014 bis 8.1.2015

Das hier ist übrigens der Kursverlauf seit meinem ersten Blogeintrag auf dieser Seite. Diese Woche war nämlich auch der erste Geburtstag von The Coinspondent, anlässlich dessen ich einen Einblick in meine Arbeit an dieser Seite gegeben habe. Schaut man allein auf den Kurs, könnte fälschlicherweise der Eindruck entstehen, dass es eine sehr schlechte Entscheidung war sich so intensiv auf das Thema Bitcoin einzulassen.

Tatsächlich ist es genau anders herum. Anfangs hatte ich die Befürchtung, ob ich überhaupt genug Themen finden würde um jeden Tag einen Beitrag mit Mehrwert über „Bitcoin & Co“ schreiben zu können. Heute – wie auch die immer umfassender werdende Bitcoin-Presseschau zeigt (vgl. Ausgabe eins) – würde ich am liebsten mehrere Beiträge pro Tag veröffentlichen.

#Digitales Bezahlen – Der Bitcoin-Podcast

On The Air

In Folge 8 des #DigitalesBezahlen-Podcasts ging es um den sechsten Geburtstag von Bitcoin am 3.1.2015 und um das politische Zeichen, das das deutsche Politik-Transparenzportal Abgeordnetenwatch geben will, indem es neuerdings Bitcoin als Spenden akzeptiert.

Links und eine Übersicht über alle bisherigen Episoden, sowie den RSS-Podcast-Feed gibt es auf der zugehörigen #Digitales Bezahlen-Seite.

Links und Nachrichten der Woche

Der große Bitstamp-Hack

„Man, if you’re not safe to keep your money in a Slovenian bitcoin exchange, where can you keep your money these days?“

Treffend formuliert, denn Bitstamp, eine der bedeutendsten Bitcoin-Börsen musste diese Woche einräumen, gehackt worden zu sein. Knapp 19.000 Bitcoins wurden gestohlen. Dass es nicht noch mehr wurden ist dem Zufall oder sehr schnellem Handeln zu verdanken. Die Börse stellte jedenfalls für vier Tage den Betrieb ein.

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Seit vorgestern geht der Handel nun weiter und Bitstamp informiert per Mail und im Netz über den Fall.

Wobei man die Informationspolitik von Bitstamp durchaus kritisieren muss. Zwar sind sie nicht abgetaucht, aber von den eigenen Fehlern ist bisher wenig zu lesen. Vielmehr werden diese nun durch geschickte PR als neue Stärken präsentiert.

So zum Beispiel das Thema Multisignature, eines der einfachsten Modelle um unbefugte Transaktionen zu verhindern. Jetzt, nach dem Hack, hat Bitstamp das implementiert. Angesichts dieses Tweets eine peinlich späte Sicherheitsvorkehrung.

Auch um die Frage, wie Nutzer für den Verlust entschädigt werden sollen, macht Bitstamp bisher einen großen Bogen. Schön und gut, dass sie sich neue Server gesucht haben, aber das alleine wird das Vertrauen in das Unternehmen nicht wiederherstellen.

Indes geht Suche nach den gestohlenen Bitcoins weiter. Analysen der Transaktionen zeigen, dass sich der oder die Hacker bisher nicht sehr clever angestellt haben, die eigenen Spuren zu verwischen. Den Weg des Großteils der Bitcoins könne man daher bisher über die Blockchain nachverfolgen. Da die derzeitigen Adressen der gestohlenen Bitcoin bekannt sind, sei es daher keine gute Idee zu versuchen sie bspw. über eine Börse zu liquidieren.

Naja, zumindest in einem Punkt sorgte der Bitstamp-Hack für ein bisschen Erheiterung. Auf der CES in Las Vegas war auch für viele Bitcoin-Unternehmen ein Präsentationsstand Pflicht. Auf Reddit gab es mit Bezug zum Hack den sarkastischen Kommentar: „I bet the bitstamp tent will be buzzing…“

Wette gewonnen.

Zitat von Reddit: „I’d hate to be the guy working the Bitstamp booth at CES right now“
Sparkasse blockt Bitcoin-Zahlungen

Einige User melden, dass Überweisungen zu Bitcoin-Börsen, die sie von ihrem Sparkassen-Konto durchführen mehr oder weniger willkürlich storniert werden (hier ein Artikel, hier die Reddit-Diskussion). Die Sachlage ist dabei etwas unübersichtlich, weil es kein offizielles Statement der Sparkasse gibt und auch nicht bekannt ist, die Kunden welcher lokalen Sparkasse davon genau betroffen sind. Probleme tauchen wohl aber immer wieder im Zusammenhang mit der niederländischen Bitcoin-Börse anycoindirect.eu und der Bezahlmethode Sofort bzw. Sofortüberweisung auf.

anycoindirect spricht von rund 50 Fällen bisher und sieht sich gezwungen den Dienst für Sparkassen-Kunden zunächst einzuschränken. Die fehlende Stellungnahme der Sparkasse in Verbindung mit deren bisherigem Statement zum Thema Bitcoin ist jedenfalls Wasser auf die Mühlen von suchenden Finanzverschwörungstheoretikern.

GMX-Accounts gezielt angegriffen

Wer für die Abwicklung von Bitcoin-Geschäften eine GMX-Mail-Adresse nutzt sollte diesen Artikel vom Bitcoinblog lesen. Offensichtlich wurden nicht zum ersten Mal gezielt einige Mail-Adressen mit Bitcoin-Bezug angegriffen und kompromitiert.

20-mal größere Blocks möglich

Gavin Andresen, seineszeichens Chief Scientist der Bitcoin Foundation, experimentiert derzeit zu einem Problem, das vielerseits als größte Herausforderung für Bitcoin gesehen wird: die Skalierbarkeit.

Das Problem: Jeder Block der Blockchain kann nur eine bestimmte Menge Transaktionen beinhalten. Was passiert jedoch, wenn Bitcoin weiter wächst und mit ihm die Anzahl von Transaktionen? Die Vergrößerung der einzelnen Blöcke von derzeit 1 MB steht dabei im Raum und laut Gavin Andresen ist das wohl durchaus eine realistische Option. 20 MB wären möglich, später vielleicht sogar 200 MB. Eine Vergrößerung der Blocks würde jedoch tiefgreifende Veränderungen des Bitcoin-Protokolls in Form einer hard fork nötig machen. Die Blockchain würde dadurch gespalten. Hard forks sind immer kritisch zu sehen denn sie sind „expensive, inconvenient, destructive, and — sometimes — necessary.“

Der „Schmotterling“ ist zurück

Nach einem juristischen Teilerfolg hat der amerikanische Mining-Hardware-Hersteller Butterfly Labs seinen Betrieb zumindest in Teilen wieder aufgenommen und will nun wie versprochen die bereits bezahlten Geräte ausliefern. Angesichts der derzeitigen Margen für Privat-Miner klingt das etwas ulkig. Wer daher lieber sein Geld zurück wolle, der könne auch diese Option wählen.

Und der Gewinner ist …

… noch nicht bekannt, denn die Crunchies, nach eigenen Angaben die Oscars der Startup- und Technologie-Welt, werden erst am 5. Februar bekannt gegeben. Spannenderweise sind in der Kategorie „Best Technology Achievement“ sowohl die Blockchain als auch Apple Pay nominiert. Aber auch in einigen der anderen Kategorien erkenne ich konkreten Bitcoin- und Digitales Bezahlen-Bezug. Wer Glücksfee spielen will – abstimmen kann man einmal am Tag.

Tweet der Woche

Auch wenn Bitstamp sich wieder einigermaßen berappelt hat …

Wenn euch diese Presseschau gefällt und ihr die Arbeit, die dahinter steckt, wertschätzen möchtet, dann lasst ein paar Bits oder Satoshis da.

Wenn Sie euch nicht gefällt, dann schreibt, was ich anders/besser machen soll. Die nächste Bitcoin-Presseschau erscheint kommenden Sonntag, den 18. Januar. Bis dahin eine schöne Woche.

Titelbild: “Zeitungsausträger” Flickr-User barmala (CC BY 2.0)

Ein Gedanke zu „Bitcoin-Presseschau #51“

  1. Ich hoffe Gavin Andresen setzt sich mit seiner Vergrößerung der Blocksize und dem Hardfork nicht durch. Es wäre aus vielen Gründen besser auf Sidechains zu setzen und da Micropayments oder was immer abzuwickeln.

    Bei einer vergrößerung der Blocksize können noch weniger private dann alle Daten halten und es gibt schon so eigentlich zu wenige Full Nodes.

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