Bitchcoin Bitcoin Kunst

Bitchcoin – Krypto-Kunst ohne Anspruch

Was kann man machen um als Künstler Aufmerksamkeit zu bekommen? Man nimmt einen vermeintlichen Hype (Bitcoin), tritt den Begriff so lange mit Füßen bis er zu einem vermeintlich originellen Wortspiel verkümmert, stellt eine gleichnamige Website ins Netz, denkt sich ein halbausgegorenes Konzept aus und hofft auf den großen Erfolg oder zumindest auf ein bisschen Publicity.

Bitchcoin – 100 Dollar Einsatz, Verlustrisiko inklusive

Klingt vielleicht ein bisschen hart, aber genauso wirkt Bitchcoin auf mich, ein Projekt der US-amerikanischen Foto-Künstlerin Sarah Meyohas, bei der man die gleichnamigen Bitchcoins kaufen kann. Diese kosten pro Stück 100 US-Dollar, haben danach aber keinen eigenen Wert mehr, sondern stehen für Anteile am künstlerischen Schaffen der Initiatorin. Wird sie irgendwann mal weltberühmt, dann – so das Versprechen – würden automatisch auch die Bitchcoins im Wert steigen, sollte das aber wider Erwarten nicht passieren, haben alle Beteiligten eben Pech gehabt.

Bitchcoin Mining
Screenshot: Bitchcoin-Miningfarm (Quelle: wherecontainer.tumblr.com)
Bitchcoin ist Colored Coins in fancy

Letztlich ist an der Bitchcoin-Idee aber leider wenig Originelles. Einen eigenen Altcoin erschaffen, kann mittlerweile jeder, digitale Cryptocoins an materielle Werte zu koppeln ist die Smart Property-Grundidee, an der Colored Coins, Ethereum und all die anderen Bitcoin 2.0-Projekte schon lange sitzen und einen minenden Rechner als Kunstobjekt zu inszenieren, haut 2015 auch niemanden mehr von den Socken. Was von Bitchcoin bleibt, ist nur der Name, der sich ungefähr in derselben Liga befindet wie Titcoin.

Die Welt braucht gute Kryptowährungskunst

Schade eigentlich. Das Thema Kryptowährungen und digitales Geld bietet so viele Anküpfungspunkte sich kritisch-künstlerisch damit auseinanderzusetzen und ich würde mich sehr freuen mal wieder ein paar echte Denkanstöße und insprierende Impulse aus dieser Richtung zu bekommen. Aber bisher traut sich (bis auf die !Mediengruppe Bitnik) scheinbar noch niemand so richtig an das Thema heran.

Ein Gedanke zu „Bitchcoin – Krypto-Kunst ohne Anspruch“

  1. Der Bitchcoin ist deutlich origineller und auch werthaltiger, als der Bitcoin. Wer das nicht begreift, hat die Sinnlosigkeit eines um des Aufwandes Willen aufwendigen Schöpfungsprozesses noch nicht in seiner vollen Tragweite verstanden. Nur weil etwas mühselig erzeugt werden muss, bedeutet es noch nicht, dass es werthaltig oder erstrebenswert ist. Mir fallen gleich tausend Dinge ein, die in immer größerem Maßstab zeitaufwendig zu erzeugen wären, ohne dass dem irgendein Sinn beizumessen wäre. Ich jedenfalls nehme den Bitchcoin lieber.

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