Archiv der Kategorie: Medien & Kritik

So erklärt die New York Times Bitcoin

Erstaunlich! Die altehrwürdige New York Times berichtet schon seit mindestens vier Jahren sehr differenziert und gut recherchiert über Bitcoin, doch erst jetzt gibt es für die Leser das obligatorische  Grundlagen-Erklärvideo.

Ob es gelungen ist, soll jeder selbst beurteilen. Ich denke aber eher nicht, dass diese zwei knappen Minuten die Zielgruppe signifikant von ihrer baffledness befreit. Dafür nehmen Aspekte wie Mining und der Anstieg der Difficulty einen zu großen Raum ein.

Auch ein kurzes Video ist besser als kein Video

Dennoch – da nur Bildung und Aufklärung die Grundlage für eine allgemeine, kritisch-fundierte Auseinandersetzung der Gesellschaft mit Bitcoin schaffen, ist auch dieses Video in Verbindung mit der Reichweite der New York Times, wenn auch nicht der ganz große Wurf,  zumindest ein weiterer kleiner Wissensbaustein.

Blockchain Grundlagen – Schritt für Schritt die Blockchain verstehen

Ich habe selten ein Buch gelesen, dessen Titel so exakt den Inhalt widerspiegelt wie Blockchain Grundlagen. Eine Einführung in die elementaren Konzepte in 25 Schritten von Daniel Drescher. Erst recht keines, das im Titel „irgendwas mit Blockchain™“ machte.

Denn die Erfahrung zeigt: nicht nur Projekte und Unternehmen, sondern auch Bücher, die „irgendwas mit Blockchain™“ machen – davon gib es mittlerweile eine ganze Reihe –  neigen zu einer überdurchschnittlich hohen Bullshit-Quote. Bei Blockchain Grundlagen ist das jedoch erfreulicherweise anders. Genau das macht es zum ersten „Blockchain“-Buch, das ich mit konstanter Begeisterung gelesen habe.

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Miniserie „Bad Banks“ – Wie real ist die Fiktion?

Ab heute Abend läuft die zu Recht vielbeachtete Miniserie Bad Banks nach Arte nun auch im ZDF. Das ist gut, denn damit werden die sechs Folgen noch ein viel größeres Publikum erreichen als die beachtlichen 1,3 Millionen Zuschauer (Stand gestern morgen), die sich die Serie schon vorab online und zusätzlich auf Arte angeschaut haben.

Ich selbst habe gerade eben die erste Folge gesehen und bin wie viele andere durchaus begeistert. Das hat zum einen mit der Serie selbst zu tun, die mich von der ersten Minute an gefesselt und meine komplette Aufmerksamkeit gebunden hat.

Zum anderen aber auch mit dem Hintergrundwissen, dass ich bereits vorab hatte. Denn da die Serie auf der Berlinale vorgestellt wurde, gab es entsprechend viel mediale Berichterstattung.

Ausdauernde Recherche des Regisseurs

Eine Sache ist mir dabei besonders in Erinnerung geblieben: Der Regisseur Christian Schwochow erzählte im Radio-Interview, wie er, um glaubwürdige Figuren entstehen lassen zu können, lange und ausdauernd er in der Finanz-Szene recherchierte und dabei zunächst auf große Blockaden stieß, weil die Banken versuchten sich so gut wie möglich nach außen hin abzuschotten.

Später gelang es ihm aber durch Kontakte an Orte zu kommen, wo er niemals hätte sein dürfen. Den Menschen in den Banken, die ihn dorthin brachten, sei es jedoch enorm wichtig gewesen, dass jemand kommt und zu verstehen versucht, was sie dort eigentlich machen. Denn viele in den Banken wüssten das selbst gar nicht. Die Gespräche mit ihm, dem interessierten Regisseur, hätten daher für diese Menschen geradezu etwas Therapeutisches und noch heute würden ihn manche seiner Kontakt anrufen, um zu fragen, wann sie sich denn mal wieder träfen und redeten.

Die genaue Quelle ist leider nicht online verfügbar, in diesem  Interview hat er das aber in Teilen ebenfalls so gesagt. Es lohnt sich jedenfalls sehr, sich vor dem Anschauen von Bad Banks ein bisschen Kontext anzulesen, um zu erkennen, wie viel Realität hinter der Fiktion steckt. Diese Erkenntnis ist es nämlich, die die Serie zu einem Sollte man unbedingt gesehen haben macht.

„Blockchain-Technologie“ würde es nicht besser machen

Abschließend noch ein Gedanke oder viel mehr noch eine starke These, die mir seit besagtem Interview im Kopf herumgeht und die ich hier gerne mal zur Diskussion stellen will:

Kein einziges Projekt, das bisher unter dem Hype-Begriff „Blockchain“ veramarktet wird, ist hilfreich, eine mögliche weitere Krise zu verhindern.

Ganz im Gegenteil sogar. Viele „Blockchain“-Projekte finden es durchaus okay, wenn sie institutionalisiert werden (bspw. Ethereum) bzw. basteln Banken ja an eigenen vermeintlichen „Blockchain“-Projekten.

Ob dagegen nun Bitcoin hilfreich gegen mögliche Krisen ist, ist zum jetzigen Zeitpunkt schwerer zu beurteilen. Im Gegensatz zu all den „Blockchain“-Projekten bin ich mir da aber zumindest immerhin noch nicht sicher.

Aber diesen Gedanken führe ich vielleicht ein anderes Mal etwas weiter aus. Bad Banks läuft jedenfalls heute Abend um 21:45 Uhr im ZDF und ist in der dortigen Mediathek noch bis zum 31. August dieses Jahres abrufbar.

Licht und Schatten des Bitcoin-Journalismus

Eigentlich bin ich ja der Meinung, dass sich das journalistische Niveau in Bezug auf die Berichterstattung rund um Bitcoin in den letzten Jahren merklich verbessert hat: mehr technisches Verständnis, ausführlichere Recherchen, differenziertere Schlussfolgerungen. Eigentlich.

Doch es gibt trotzdem immer wieder Ausreißer, die den Durchschnitt mit aller Macht in die Tiefe ziehen wollen. Wie zum Beispiel dieser Beitrag Bitcoin ist pure Energie – und deshalb umweltschädlich von Jörg Schieb, einem „Internetexperten“ und „Netzkenner“ (laut Selbstbeschreibung), der für den WDR arbeitet und es tatsächlich schafft, mir mit diesem Artikel die Grenzen meiner kognitiven Schmerztoleranz aufzuzeigen.

Ganz viel Schatten beim WDR

Denn es tut wirklich weh, zu lesen, wie dort noch im Jahr 2018 falsche Tatsachen (nein, Grafikkarten sind nicht wegen Bitcoin-Mining ausverkauft), absurde Behauptungen (nein, Bitcoins sind nicht Energie) und wilde Thesen auf Stammtischniveau (doch, Bitcoins haben einen anderen Zweck als die Gier zu befriedigen) zusammengewürfelt werden, um das scheinbar starre Weltbild des Autors zu bestätigen.

Leider drängt sich dadurch jedoch der Eindruck auf, dieser vermeintliche „Internetexperte“ und „Netzkenner“ hat die letzten zehn Jahre in Bezug auf das Thema Bitcoin geistig in einer Höhle verbracht. Was ja durchaus okay wäre, denn jeder darf machen, was er will und niemand muss sich mit Bitcoin auseinandersetzen. Nur darf man dann eben nicht versuchen, einen Beitrag darüber zu schreiben, der diese Kompetenzlücke so deutlich offenbart. Oder man sollte zumindest in der Lage sein, eine ganz einfache Basis-Recherche per Suchmaschine (aka „googlen“) durchzuführen.

Wer googlen kann ist klar im Vorteil

Dann findet man nämlich zum Beispiel diesen Beitrag bei Deutschlandfunk Kultur: Diskussion um Bitcoin – Digitalwährung als Klimakiller oder diesen bei Zeit Online: Bitcoin. Der verkannte Stromfresser oder diesen bei CoinCenter: Five myths about Bitcoin’s energy use, einer namhaften und renommierten Non-Profit-NGO mit Bildungs- und Aufklärungsanspruch.

Was mich aber ebenso besorgt wie der Beitrag selbst, ist, dass solch ein Unsinn im Jahr 2018 beim WDR offensichtlich problemlos alle redaktionellen Instanzen durchläuft und unredigiert(?) online geht. Gestern war halt Karneval, ne? Da kann man sich auch schon mal als „Internetexperte“ verkleiden. Dann muss das auch keiner mehr gegenlesen.

Wenn die Kommentare besser sind als der Artikel

Glücklicherweise bleibt der Beitrag jedoch nicht unkommentiert. Gleich mehrere Leser kritisieren den Beitrag und zeigen in ihren Kommentaren deutlich mehr Fachkompetenz und Recherche-Ambitionen als der Autor selbst.

wdr kommentare
Merkwürdige Einstellung des Autors. Wenn sich Fragen aufdrängen, sollte man diese als Journalist doch versuchen zu beantworten, oder?

Dieser hingegen zeigt sich nicht nur uneinsichtig, sondern spricht sich letztlich sogar selbst die journalistische Kompetenz ab.  Denn für ihn „… drängt sich die Frage auf, wozu das alles.“

Interessant. Denn warum ist er dann nicht auf der Suche nach einer Antwort auf eben diese durchaus berechtigte und interessante Frage? Genau das ist doch seine Aufgabe als Journalist. Insbesondere, wenn man der „Netzexperte“ im Haus ist. Fragen stellen kann jeder. Gute Antworten zu finden, ist die Herausforderung.

promolinks beim WDR
Krypto-Promo-Links beim WDR: Ist doch Karneval. Da muss man auch keine Kommentare moderieren. (Screenshot vom 14.02., 10:43 Uhr)

Doch dass es beim WDR mit der journalistischen Sorgfaltspflicht eben nicht so genau genommen wird, zeigt auch die allgemein fehlende Moderation der Kommentare. Dort scheint man jedenfalls problemlos Promo-Reflink-Köder zu irgendwelchen Mining-Angeboten auslegen zu können.

Wie ironisch das ist: Während man oben vollmundig die Energieverschwendung des Minings anprangert, erlaubt man unten in den Kommentaren dubiose Werbung für noch dubiosere Mining-Angebote.

Licht: Wie man guten Bitcoin-Journalismus macht

Glücklicherweise ist dieser WDR-Beitrag aber derzeit nur einer unter vielen Beiträgen, die sich mit dem Phänomen Bitcoin auseinandersetzen. Einen der besseren hat dabei wiederum Philip Banse kürzlich für Deutschlandfunk Kultur gemacht: Betrug mit Bitcoins.

Den empfehle ich nicht nur den Karnevalisten vom WDR sich mal gut anzuhören, sondern jedem. Denn der ist aktuell, relevant, gut recherchiert und ansprechend aufbereitet. Und das sage ich nicht nur, weil ich da auch kurz zu Wort komme.

Wer jedenfalls die Spannbreite der journalistischen Kompetenz beim Thema Bitcoin im Jahr 2018 erfahren will, sollte beide Beiträge nacheinander lesen bzw. hören. Das zeigt, wie weit Licht und Schatten in diesem Bereich auseinander liegen und dass es noch einiges an Aufklärungsarbeit gibt.

Bild: Hinode Observes 2011 Annular Solar Eclipse (CC BY 2.0)

Bitcoin, Strom & viele, viele Missverständnisse

In dieser Woche sind gleich zwei Beiträge erschienen, die sich kritisch mit dem Stromverbrauch von Bitcoin auseinandersetzen.

Dass kritisch in diesem Zusammenhang extra betont werden muss, ist bedauerlich, aber leider notwendig. Denn bisher wimmelt es beim Thema „Bitcoin & Strom“ im Netz ja eher von einseitigen, schlecht recherchierten und eher auf empörte Emotionen zielenden Berichten, die vielleicht für ’nen schnellen Klick gut sind, für mehr aber mehr eben auch nicht. Der allgemeine Erkenntnisgewinn ist jedenfalls bislang ungefähr dieser: „Oh nein, Bitcoin verbraucht voll viel Strom! Wir werden alle sterben!“

 

Nun ist das zugegeben aber auch echt kein ganz leichtes Thema und auch ich habe lange überlegt, wie sich die Zusammenhänge sinnvoll und verständlich beschreiben lassen. Am Ende ist es aber doch ganz gut geworden, auch wenn ich schließlich aus Platzgründen ca. 90 Prozent der Aspekte und Argumente weglassen musste, die ich zwischenzeitlich gesammelt hatte.

Zeit Online – Bitcoin. Der verkannte Stromfresser

Ja, Bitcoin benötigen sehr viel Energie. Nein, deshalb fangen die Meere nicht an zu kochen. Der Stromverbrauch ist ein Problem, aber nicht das Ende von Kryptowährungen.

Umso besser ist es daher, dass nahezu zeitgleich, aber in einem anderen Medium, der Beitrag meines guten Freundes und Journalisten-Kollegen Jochen Dreier erschienen ist.

Vorab hatten wir uns zwar über das Thema ausgetauscht und bestimmte Aspekte diskutiert, sind dann aber bei der Recherche und Umsetzung komplett eigene Wege gegangen. Dementsprechend haben beide Beiträge nun auch leicht unterschiedliche Schwerpunkte.

Deutschlandfunk Kultur – Diskussion um Bitcoin – Digitalwährung als Klimakiller 

Mit dem Höhenflug von Bitcoin hat auch eine Debatte über den Energieverbrauch der Kryptowährung eingesetzt: Bitcoin sei ein monströser Energiefresser. Der Energieverbrauch sei so hoch wie der von Dänemark. Wie seriös sind die Berechnungen und Vergleiche?

Für den größtmöglichen Erkenntnisgewinn empfehle ich daher einfach beide Beiträge zu lesen bzw. hören.

Bild: lightning (CC-BY 2.0)

Wenn Satire auf Bitcoin trifft …

… dann muss Bitcoin wohl ein gesamtgesellschaftliches Phänomen sein. Sieht jedenfalls auch Christian Ehring in Extra 3 vom vergangenen Donnerstag so.

Die Bitcoin-Recherche-Faulheit der Journalisten

Ich persönlich mag ja sehr den Seitenhieb auf die offensichtliche Recherche-Faulheit der Journalistenkollegen, die allesamt beim Thema Bitcoin einfältig in den selben Bücherladen trappeln, um dort dann ganz investigativ herauszufinden, ob und wer denn tatsächlich in Deutschland mit Bitcoin bezahlt.

Wie die folgende Karte zeigt, ist es aber halt auch wirklich schwer, sich für einen Laden entscheiden zu müssen. Da würde ich selbstverständlich auch lieber auf Nummer sicher gehen und mal dort anfragen, wo alle anderen vorher auch schon waren und ich weiß, was für Antworten ich kriege.

coinmap deutschland
Jeder Punkt steht für ein Geschäft, das Bitcoin als Zahlungsmittel akzeptiert. (Quelle: coinmap.org, Stand 24.01.2018)

Bei 50 Cent hat der geistreiche Extra 3-Gag allerdings ein ziemlich schlechtes Timing erwischt. Denn wenn man diesem Bericht glauben mag, würde der sich wohl aktuell nicht in „0,0000483 Bitcoins“ umbenennen, sondern eher in „700 Bitcoins“ oder in „Goldmarie“ oder etwas Vergleichbares.

Satire weiß dafür, wie Geld entsteht

Die zugehörige Ach- und Krachgeschichte ist dafür aber noch ganz unterhaltsam geworden und bringt es kurz und knackig auf den Punkt: „Bitcoins kommen nicht aus’m Goldesel. Wie normales Geld. Bitcoins entstehen, wenn jemand superkomplizierte Bitcoin-Rechenaufgaben löst“. Stimmt!

Frische Bitcoin- & Blockchain-Lektüre

Morgen (0:00 Uhr deutscher Zeit) ist es soweit, die ersten Bitcoin Futures werden zum Handel verfügbar sein.  Wie sich das kurz- und mittelfristig auf den Bitcoin-Kurs auswirken wird, ist noch vollkommen unklar. Viele halten einen Kurseinbruch aber für nicht unwahrscheinlich. Das wiederum bedeutet jedoch nicht, dass es nicht auch genügend andere gibt, die von einem weiter steigenden Kurs ausgehen. Fakt ist jedoch: Seit Freitag geht es mit dem Kurs tendenziell bergab und aktuell liegt er laut Bitcoin Average fast 3500 US-Dollar unter den 17.000 US-Dollar vom Freitag.

Wer also schnell noch emotional auf die unmittelbar bevorstehenden Bitcoin Futures reagieren möchte – wahlweise euphorisch, besorgt oder irgendwas dazwischen – heute wäre dafür wohl noch die beste Gelegenheit.

Keep calm and educate yourself

Für alle andere habe ich hier ein paar Lesetipps rund um die Themen Bitcoin und Blockchain, die einem helfen, in diesen turbulenten Zeiten einen kühlen Kopf zu bewahren. Denn der beste Weg mit all dem FUD (steht für: Fear, Uncertainty and Doubt) klarzukommen, der derzeit im Netz und den Medien floriert, ist, möglichst viel zu lernen. Denn Bitcoin und die Blockchain zu verstehen ist ein Prozess, den man nicht outsourcen kann.

t3n 50 Bitcoin-Blockchain
t3n 50 – Bitcoin & Blockchain

Los geht’s mit der aktuellen Jubiläumsausgabe der t3n, die das Schwerpunktthema „Bitcoin/Blockchain“ hat, optisch passend in einem fetten BlingBling-Look daherkommt und mir gleich aus zwei Gründen sehr sympathisch ist.

Zum einen hatte ich vor Jahren schon die Idee, einen sehr ähnlichen Spruch auf T-Shirts drucken zu lassen, bin aber nie dazu gekommen und freue mich nun, dass die Idee scheinbar gut genug war, dass sie auch jemand anderes hatte. (Auch wenn das einem gewissen Sido offensichtlich nicht ganz so gut gefällt)

Zum anderen haben ich mit Bitcoin. Die Währung, die es nicht geben dürfte selbst den Artikel zu dem Magazin beisteuern dürfen.

Wer darüber hinaus noch mehr über den Inhalt des Heftes erfahren will – hier gibt es das Inhaltsverzeichnis und hier ein digitales Pageflip mit ein paar Artikeln im Auszug. Sparfüchse können auch einfach warten. Früher oder später landen alle Magazin-Texte auch auf t3n.de

Recht Innovativ 02/2017

Von diesem Fachmagazin hatte ich noch nie gehört, bis ein Probeheft neulich in meinem Briefkasten lag.

Recht Innovativ Blockchain

Ein Artikel zog dann aber direkt meine Aufmerksamkeit auf sich: Bermudadreieck Ethereum – wo Recht derzeit baden geht: Grenzen der Nutzung von Smart Contracts.

Auf immerhin 17 Seiten wird dort diskutiert, warum Smart Contract ein irreführender Begriff ist und u.a. im Hinblick auf die Aspekte Eigentum, Datenschutz, Privatsphäre und Komplexität durchaus problematisch ist.

Diese Sicht ist insofern erfrischend, weil sie sich dem breiten und oftmals unkritischen Smart Contract-Hype entgegenstellt, der ja allgemein in der fachlich nicht so versierten Öffentlichkeit vorherrscht.

Einziger Nachteil: Als Fachzeitschrift mit Schwerpunkt Recht richtet sich die Zeitschrift weniger an ein Massenpublikum als vielmehr an eine eher liquide Fach-Zielgruppe. Mit 89 Euro pro Ausgabe ist die Zeitschrift daher wohl eher etwas für die, die solche Summe aus der Portokasse bezahlen oder einen Arbeitgeber haben, der die Kosten übernimmt.

Möglicherweise kann man die Artikel ja auch bald über die zugehörige Website lesen. Bisher funktioniert die aber leider noch nicht wirklich.

„Geld“ verstehen – Mit diesen Podcasts wird’s leichter

Ich bin vor einiger Zeit auf die Podcasts von BR2 Radio Wissen gestoßen, einen unglaublich reichhaltigen Fundus an interessanten, bunten und lehrreichen Sendungen, die sich jeweils mit einem Thema oder einer Person beschäftigen und dieses in je rund 20 Minuten sehr ansprechend aufbereiten.

„Geld“ verstehen – dank BR2 Radio Wissen-Podcasts

Was mich dabei besonders begeistert: immer wieder stehen explizit Geld- und geldpolitische Themen auf dem Programm und ich habe mir daher mal die Mühe gemacht, das Archiv nach ein paar entsprechenden Sendungen zu durchforsten.

Die sind nämlich nicht nur für mich interessant und ich werde diese künftig in mein Uni-Seminar mit aufnehmen (es gibt nämlich teilweise sogar sendungsbegleitende Bildungsmaterialien), sondern generell für alle, die sich für das Thema „Geld“ interessieren. Daher empfehle ich die folgenden Podcasts explizit auch allen, die sich mit Bitcoin beschäftigen.

Lehrreich und unterhaltsam

Ich habe nämlich schon gelernt, dass John Maynard Keynes‘ Ideen zu seiner Zeit unerhört, unkonventionell und entgegen den vorherrschenden Paradigmen waren. Heute hingegen gilt er als einer der bedeutendsten und einflussreichsten Ökonomen und nahezu die gesamte Weltwirtschaftspolitik orientiert sich an seinen Theorien.

Die ökonomische Idee von Bitcoin ist 2009 ebenfalls als unkonventionelle Idee und entgegen den vorherrschenden Paradigmen gestartet. Heute ist sie zwar noch immer unkonventionell und experimentell, aber schon jetzt lässt sich auch hier ein Wandel in der Wahrnehmung feststellen. Ist das womöglich der Anfang?

BR2 Radio Wissen – „Geld“-Podcasts

Hier jedenfalls die Podcasts zum Thema „Geld“, die ich herausgesucht habe. die ich herausgesucht habe. (Selber stöbern lohnt aber auch!) Die Sendungen kann man jeweils direkt anhören oder downloaden. Zu „Bitcoin“ gibt es übrigens noch nichts. Vielleicht sollte ich da mal mit der Redaktion in Kontakt treten …

Bretton Woods – Der Traum von einer stabilen Weltwährung

Sommer 1944: Während des Zweiten Weltkriegs treffen sich in einem US-amerikanischen Dorf 800 Ökonomen und Politiker aus 44 Ländern. Thema: die Weltwirtschaft nach dem Krieg. Kompromiss: Bretton Woods. (mp3)

Ausstieg aus dem Euro – Was wäre, wenn

Franc, Drachme, D-Mark – die Sehnsucht nach nationalen Währungen ist groß, vor allem in Krisenzeiten. Aber was würde passieren, wenn ein Land die Eurozone verlässt? Ökonomen warnen vor chaotischen Zuständen. (mp3)

Wenn ein Staat pleitegeht – Von Schuldenerlässen und Neuanfängen

Unruhen, Aufstände, Umstürze – wenn einem Land das Geld ausgeht, birgt das große Risiken. Eine geordnete Staatsinsolvenz könnte dem Land einen Neuanfang ermöglichen. Warum wird die Idee nicht umgesetzt? (mp3)

John Maynard Keynes – Ökonom der Krise

Er war genauso einflussreich wie auch umstritten: John Maynard Keynes. Er entwickelte Konzepte, die der Wirtschaft in starken Krisen auf die Beine helfen sollten. (mp3)

Friedrich Hayek – Wirtschaftsliberaler Nobelpreisträger

Friedrich August von Hayek gilt als Vordenker des Neoliberalismus. Seine Idee, dass Märkte am besten funktionieren, wenn Preise sich frei bilden, hatte großen Einfluss. Den Sozialismus bekämpfte er zeitlebens. (mp3)

Geld im Gehirn – Was der Mammon im Kopf anstellt

Das Gehirn kann nicht gut mit Geld umgehen, sagen Hirnforscher. Was aber passiert mit unserem Gehirn, wenn Geld ins Spiel kommt? (mp3)

Inflation – Die Geschichte eines Phänomens

Inflation ist kein Phänomen der Gegenwart. Es ist in der Geschichte schon häufig aufgetreten und das nicht nur in Deutschland. (mp3)

Die Geschichte des Geldes – Von der Muschel zur Kreditkarte

Muscheln, Vieh und Steine – all das haben Menschen schon als Zahlungsmittel genutzt. Die Geschichte des Geldes ist sehr vielseitig und hat auch viel mit Vertrauen zu tun. (mp3)

Es werde Geld – Wie aus Nichts Alles wird

Woher kommt unser Geld? Und wie bekommt es seinen Wert? Die Antworten darauf sind alles andere als beruhigend. Ganz normale Geschäftsbanken können zum Beispiel Geld quasi aus dem Nichts erschaffen. (mp3)

Währungsmonopol – Das staatliche Privileg, Geld zu drucken

Die EU hat den Euro als Zahlungsmittel festgelegt. Dieses Währungsmonopol ist ein relativ neues Phänomen. Noch bis ins späte 19. Jahrhundert gab es auf deutschem Gebiet viele rivalisierende Währungen.  (mp3)

Banken – Geldgeber oder Geldgeier?

Heute sind Banken viel mehr als Geldsammelstellen für Bürger. Sie gewähren Staaten Kredite, finanzieren Unternehmen oder handeln am Finanzmarkt. Dabei haben einige während der Finanzkrise zig Milliarden verspielt. (mp3)

Glücksfaktor Geld? – Das Wohlstandsparadox

Nie war so viel Wohlstand wie heute: Das Pro-Kopf-Einkommen der Deutschen hat sich in den letzten 50 Jahren sogar mehr als verdoppelt. Aber wie steht es mit dem Glück? Sind wir mit doppelt so viel Geld auch doppelt so glücklich?  (mp3)

Wodurch der Bitcoin-Preis entsteht – Heute in der ZEIT

Es ist soweit, der nächste größere Artikel von mir zum Thema Bitcoin ist heute in der Die Zeit erschienen: Bitcoin. Ein Hype aus dem Nichts.

Hype? Welcher Hype?

Und bevor sich jemand beschwert: Mit der Überschrift hatte ich nichts zu tun und finde sie auch äußerst unglücklich gewählt. Denn wenn man den Artikel liest, muss man sich doch fragen, welchen „Hype“ der Überschriften-Redakteur denn eigentlich meint?

Immerhin geht es in dem Artikel ja genau darum, zu zeigen, dass Bitcoin eben nicht nur heiße Luft ist, wie es der Begriff „Hype“ impliziert. Vielmehr gibt es einen echten Bedarf für Bitcoin und aus dem generiert sich ein nicht unerheblicher Teil des Wertes.

Aber wer sich Die Zeit kauft (und das sind bei einer verkauften Auflage von knapp 500.000 nicht wenige), liest in der Regel eh nicht nur die Überschriften. Insofern muss man deswegen auch kein großes Fass aufmachen. Ärgerlich ist es aber trotzdem.

Positiv: Der Artikel steht auch frei im Netz

Was mich hingegen sehr freut: Der Artikel ist einer von denen aus der aktuellen Print-Ausgabe , die gleichzeitig auch online publiziert wurden. Wer sich die grundsätzlich sehr gut investierten 5,10 Euro für die Zeitung nicht leisten kann oder will, der findet den Bitcoin-Artikel auch hier.

Ab heute: Bitcoin & das Darknet im Parlament

Vor einiger Zeit hatte ich kurz erwähnt, dass es hier auf dem Blog etwas ruhiger zugeht, weil ich gerade vermehrt im Auftrag anderer über Bitcoin schreibe. Nun ist es endlich soweit, dass die ersten Ergebnisse dieser Arbeit aus dem Druck kommen und allgemein zugänglich werden.

Wie zum Beispiel die aktuelle Ausgabe von Aus Politik und Zeitgeschichte (APuZ), einer monothematischen Zeitschrift, von der die meisten von euch vermutlich noch nie etwas gehört haben (ginge mir vermutlich ähnlich, wenn ich nicht Politikwissenschaft studiert hätte). Diese Zeitschrift wird von der Bundeszentrale für politische Bildung herausgegeben und erscheint regelmäßig als Beilage der Wochenzeitung Das Parlament. (Na, wer kennt die?)

Aus Politik und Zeitgeschichte – Darknet (und Bitcoin)

Das aktuelle Heft widmet sich jedenfalls dem Oberthema Darknet und neben sechs anderen Autoren, die sich von je anderen Perspektiven diesem Thema nähern, wurde ich gefragt, ob ich einen Artikel zu meinem Spezialthema beisteuern könnte. Konnte ich. Ergebnis: Phänomen Bitcoin. Geld, Technologie und gesellschaftliches Ereignis.

Apuz Bitcoin Darknet 2
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Ich freue mich aus gleich zwei Gründen sehr, dass ich das machen durfte. Zum einen weil dieses Heft seinen Autoren im Vergleich zu den meisten anderen Druckmedien sehr viel Platz einräumt. Gerade im Fall eines so facettenreichen und vielschichtigen Phänomens wie Bitcoin ist das natürlich von Vorteil.

Eine Institution mit enormer Reichweite

Der zweite Punkt ist, dass man die Reichweite dieses Medium, auch wenn es viele (noch) nicht kennen, enorm ist. Mit einer Startauflage von 70.000 liegt Aus Politik und Zeitgeschichte bspw. gar nicht so weit weg vom Handelsblatt, dass im dritten Quartal 2017 etwas über 85.000 Exemplare (pro Tag) verkaufte.

Wobei die APuZ-Distribution jedoch eine gänzlich andere ist. Die Zeitschrift geht nämlich zusammen mit Das Parlament (die übrigens vom Bundestag herausgegeben wird) größtenteils kostenlos unters Volk, in Bildungseinrichtungen, an politische Institutionen und in deren Peripherie.

Das aktuelle Darknet/Bitcoin-Heft kommt dementsprechend  also nicht nur in die Zeitung Das Parlament, sondern zusammen mit dieser in großer Stückzahl auch tatsächlich in den Bundestag und alle damit verbundenen Institutionen. Und damit letztlich auch in die Hände sehr vieler Entscheidungsträger und -beeinflusser, die sich bisher womöglich noch nicht wirklich mit Bitcoin auseinandergesetzt haben, die im Jahr 2017 aber eigentlich gut darüber Bescheid wissen sollten.

Alle Inhalte kostenlos und unter Creative Commons Lizenz

Doch ist das politische Ökosystem nicht die einzige Zielgruppe. Denn gemäß des Auftrags der Bundeszentrale für politische Bildung sollen die Hefte eben nicht nur Fachpublikum erreichen, sondern jedem Bürger zugänglich sein. Deshalb sind alle APuZ-Texte nicht nur auch online abrufbar, sondern stehen auch unter einer Creative Commons Lizenz, sodass sie auch leicht weiter verbreitet werden können und dürfen. Darüber hinaus kann man sich sowohl diese aktuelle wie auch viele ältere Ausgaben kostenlos zuschicken lassen.

Wer also immer schon mal ein Beispiel für die sinnvolle Verwendung von Steuergeldern gesucht hat: Das hier ist eines und ich empfehle sehr, Gebrauch davon zu machen. Zumal auch die Artikel der anderen Autoren äußerst lesenswert sind.