Archiv der Kategorie: Medien & Kritik

“Geld” verstehen – Mit diesen Podcasts wird’s leichter

Ich bin vor einiger Zeit auf die Podcasts von BR2 Radio Wissen gestoßen, einen unglaublich reichhaltigen Fundus an interessanten, bunten und lehrreichen Sendungen, die sich jeweils mit einem Thema oder einer Person beschäftigen und dieses in je rund 20 Minuten sehr ansprechend aufbereiten.

“Geld” verstehen – dank BR2 Radio Wissen-Podcasts

Was mich dabei besonders begeistert: immer wieder stehen explizit Geld- und geldpolitische Themen auf dem Programm und ich habe mir daher mal die Mühe gemacht, das Archiv nach ein paar entsprechenden Sendungen zu durchforsten.

Die sind nämlich nicht nur für mich interessant und ich werde diese künftig in mein Uni-Seminar mit aufnehmen (es gibt nämlich teilweise sogar sendungsbegleitende Bildungsmaterialien), sondern generell für alle, die sich für das Thema “Geld” interessieren. Daher empfehle ich die folgenden Podcasts explizit auch allen, die sich mit Bitcoin beschäftigen.

Lehrreich und unterhaltsam

Ich habe nämlich schon gelernt, dass John Maynard Keynes’ Ideen zu seiner Zeit unerhört, unkonventionell und entgegen den vorherrschenden Paradigmen waren. Heute hingegen gilt er als einer der bedeutendsten und einflussreichsten Ökonomen und nahezu die gesamte Weltwirtschaftspolitik orientiert sich an seinen Theorien.

Die ökonomische Idee von Bitcoin ist 2009 ebenfalls als unkonventionelle Idee und entgegen den vorherrschenden Paradigmen gestartet. Heute ist sie zwar noch immer unkonventionell und experimentell, aber schon jetzt lässt sich auch hier ein Wandel in der Wahrnehmung feststellen. Ist das womöglich der Anfang?

BR2 Radio Wissen – “Geld”-Podcasts

Hier jedenfalls die Podcasts zum Thema “Geld”, die ich herausgesucht habe. die ich herausgesucht habe. (Selber stöbern lohnt aber auch!) Die Sendungen kann man jeweils direkt anhören oder downloaden. Zu “Bitcoin” gibt es übrigens noch nichts. Vielleicht sollte ich da mal mit der Redaktion in Kontakt treten …

Bretton Woods – Der Traum von einer stabilen Weltwährung

Sommer 1944: Während des Zweiten Weltkriegs treffen sich in einem US-amerikanischen Dorf 800 Ökonomen und Politiker aus 44 Ländern. Thema: die Weltwirtschaft nach dem Krieg. Kompromiss: Bretton Woods. (mp3)

Ausstieg aus dem Euro – Was wäre, wenn

Franc, Drachme, D-Mark – die Sehnsucht nach nationalen Währungen ist groß, vor allem in Krisenzeiten. Aber was würde passieren, wenn ein Land die Eurozone verlässt? Ökonomen warnen vor chaotischen Zuständen. (mp3)

Wenn ein Staat pleitegeht – Von Schuldenerlässen und Neuanfängen

Unruhen, Aufstände, Umstürze – wenn einem Land das Geld ausgeht, birgt das große Risiken. Eine geordnete Staatsinsolvenz könnte dem Land einen Neuanfang ermöglichen. Warum wird die Idee nicht umgesetzt? (mp3)

John Maynard Keynes – Ökonom der Krise

Er war genauso einflussreich wie auch umstritten: John Maynard Keynes. Er entwickelte Konzepte, die der Wirtschaft in starken Krisen auf die Beine helfen sollten. (mp3)

Friedrich Hayek – Wirtschaftsliberaler Nobelpreisträger

Friedrich August von Hayek gilt als Vordenker des Neoliberalismus. Seine Idee, dass Märkte am besten funktionieren, wenn Preise sich frei bilden, hatte großen Einfluss. Den Sozialismus bekämpfte er zeitlebens. (mp3)

Geld im Gehirn – Was der Mammon im Kopf anstellt

Das Gehirn kann nicht gut mit Geld umgehen, sagen Hirnforscher. Was aber passiert mit unserem Gehirn, wenn Geld ins Spiel kommt? (mp3)

Inflation – Die Geschichte eines Phänomens

Inflation ist kein Phänomen der Gegenwart. Es ist in der Geschichte schon häufig aufgetreten und das nicht nur in Deutschland. (mp3)

Die Geschichte des Geldes – Von der Muschel zur Kreditkarte

Muscheln, Vieh und Steine – all das haben Menschen schon als Zahlungsmittel genutzt. Die Geschichte des Geldes ist sehr vielseitig und hat auch viel mit Vertrauen zu tun. (mp3)

Es werde Geld – Wie aus Nichts Alles wird

Woher kommt unser Geld? Und wie bekommt es seinen Wert? Die Antworten darauf sind alles andere als beruhigend. Ganz normale Geschäftsbanken können zum Beispiel Geld quasi aus dem Nichts erschaffen. (mp3)

Währungsmonopol – Das staatliche Privileg, Geld zu drucken

Die EU hat den Euro als Zahlungsmittel festgelegt. Dieses Währungsmonopol ist ein relativ neues Phänomen. Noch bis ins späte 19. Jahrhundert gab es auf deutschem Gebiet viele rivalisierende Währungen.  (mp3)

Banken – Geldgeber oder Geldgeier?

Heute sind Banken viel mehr als Geldsammelstellen für Bürger. Sie gewähren Staaten Kredite, finanzieren Unternehmen oder handeln am Finanzmarkt. Dabei haben einige während der Finanzkrise zig Milliarden verspielt. (mp3)

Glücksfaktor Geld? – Das Wohlstandsparadox

Nie war so viel Wohlstand wie heute: Das Pro-Kopf-Einkommen der Deutschen hat sich in den letzten 50 Jahren sogar mehr als verdoppelt. Aber wie steht es mit dem Glück? Sind wir mit doppelt so viel Geld auch doppelt so glücklich?  (mp3)

Wodurch der Bitcoin-Preis entsteht – Heute in der ZEIT

Es ist soweit, der nächste größere Artikel von mir zum Thema Bitcoin ist heute in der Die Zeit erschienen: Bitcoin. Ein Hype aus dem Nichts.

Hype? Welcher Hype?

Und bevor sich jemand beschwert: Mit der Überschrift hatte ich nichts zu tun und finde sie auch äußerst unglücklich gewählt. Denn wenn man den Artikel liest, muss man sich doch fragen, welchen “Hype” der Überschriften-Redakteur denn eigentlich meint?

Immerhin geht es in dem Artikel ja genau darum, zu zeigen, dass Bitcoin eben nicht nur heiße Luft ist, wie es der Begriff “Hype” impliziert. Vielmehr gibt es einen echten Bedarf für Bitcoin und aus dem generiert sich ein nicht unerheblicher Teil des Wertes.

Aber wer sich Die Zeit kauft (und das sind bei einer verkauften Auflage von knapp 500.000 nicht wenige), liest in der Regel eh nicht nur die Überschriften. Insofern muss man deswegen auch kein großes Fass aufmachen. Ärgerlich ist es aber trotzdem.

Positiv: Der Artikel steht auch frei im Netz

Was mich hingegen sehr freut: Der Artikel ist einer von denen aus der aktuellen Print-Ausgabe , die gleichzeitig auch online publiziert wurden. Wer sich die grundsätzlich sehr gut investierten 5,10 Euro für die Zeitung nicht leisten kann oder will, der findet den Bitcoin-Artikel auch hier.

Ab heute: Bitcoin & das Darknet im Parlament

Vor einiger Zeit hatte ich kurz erwähnt, dass es hier auf dem Blog etwas ruhiger zugeht, weil ich gerade vermehrt im Auftrag anderer über Bitcoin schreibe. Nun ist es endlich soweit, dass die ersten Ergebnisse dieser Arbeit aus dem Druck kommen und allgemein zugänglich werden.

Wie zum Beispiel die aktuelle Ausgabe von Aus Politik und Zeitgeschichte (APuZ), einer monothematischen Zeitschrift, von der die meisten von euch vermutlich noch nie etwas gehört haben (ginge mir vermutlich ähnlich, wenn ich nicht Politikwissenschaft studiert hätte). Diese Zeitschrift wird von der Bundeszentrale für politische Bildung herausgegeben und erscheint regelmäßig als Beilage der Wochenzeitung Das Parlament. (Na, wer kennt die?)

Aus Politik und Zeitgeschichte – Darknet (und Bitcoin)

Das aktuelle Heft widmet sich jedenfalls dem Oberthema Darknet und neben sechs anderen Autoren, die sich von je anderen Perspektiven diesem Thema nähern, wurde ich gefragt, ob ich einen Artikel zu meinem Spezialthema beisteuern könnte. Konnte ich. Ergebnis: Phänomen Bitcoin. Geld, Technologie und gesellschaftliches Ereignis.

Apuz Bitcoin Darknet 2
Klicken um direkt zum Heft zu gelangen.

Ich freue mich aus gleich zwei Gründen sehr, dass ich das machen durfte. Zum einen weil dieses Heft seinen Autoren im Vergleich zu den meisten anderen Druckmedien sehr viel Platz einräumt. Gerade im Fall eines so facettenreichen und vielschichtigen Phänomens wie Bitcoin ist das natürlich von Vorteil.

Eine Institution mit enormer Reichweite

Der zweite Punkt ist, dass man die Reichweite dieses Medium, auch wenn es viele (noch) nicht kennen, enorm ist. Mit einer Startauflage von 70.000 liegt Aus Politik und Zeitgeschichte bspw. gar nicht so weit weg vom Handelsblatt, dass im dritten Quartal 2017 etwas über 85.000 Exemplare (pro Tag) verkaufte.

Wobei die APuZ-Distribution jedoch eine gänzlich andere ist. Die Zeitschrift geht nämlich zusammen mit Das Parlament (die übrigens vom Bundestag herausgegeben wird) größtenteils kostenlos unters Volk, in Bildungseinrichtungen, an politische Institutionen und in deren Peripherie.

Das aktuelle Darknet/Bitcoin-Heft kommt dementsprechend  also nicht nur in die Zeitung Das Parlament, sondern zusammen mit dieser in großer Stückzahl auch tatsächlich in den Bundestag und alle damit verbundenen Institutionen. Und damit letztlich auch in die Hände sehr vieler Entscheidungsträger und -beeinflusser, die sich bisher womöglich noch nicht wirklich mit Bitcoin auseinandergesetzt haben, die im Jahr 2017 aber eigentlich gut darüber Bescheid wissen sollten.

Alle Inhalte kostenlos und unter Creative Commons Lizenz

Doch ist das politische Ökosystem nicht die einzige Zielgruppe. Denn gemäß des Auftrags der Bundeszentrale für politische Bildung sollen die Hefte eben nicht nur Fachpublikum erreichen, sondern jedem Bürger zugänglich sein. Deshalb sind alle APuZ-Texte nicht nur auch online abrufbar, sondern stehen auch unter einer Creative Commons Lizenz, sodass sie auch leicht weiter verbreitet werden können und dürfen. Darüber hinaus kann man sich sowohl diese aktuelle wie auch viele ältere Ausgaben kostenlos zuschicken lassen.

Wer also immer schon mal ein Beispiel für die sinnvolle Verwendung von Steuergeldern gesucht hat: Das hier ist eines und ich empfehle sehr, Gebrauch davon zu machen. Zumal auch die Artikel der anderen Autoren äußerst lesenswert sind.

Youtube-Kanal-Empfehlung: Internet Money

Ich erschließe mir gerade Youtube als weitere Quelle für interessante Bitcoin-Geschichten und bin in diesem Zusammenhang auf dieses Video von Cedric Dahl gestoßen, der auf seinem Youtube-Kanal eine Serie namens Internet Money macht. Er selbst ist wohl ziemlich früh bei Bitcoin dabei gewesen, hat damit richtig viel Geld gemacht, einiges davon wieder verloren und mittlerweile einen Blockchain-Hedgefond mitgegründet.

Geschichten aus dem Leben eines Bitcoiners

Und während er so durch die Welt reist, macht er seine Videos, in denen er kurzweilige Geschichten aus seinem Leben als Bitcoiner erzählt. Das ist insofern ganz interessant, als dass er offensichtlich  schon Einiges erlebt hat, gleichzeitig aber durchaus bodenständig geblieben ist. Immerhin gibt er viele Tipps, wie man all die Anfängerfehler vermeidet, die er selber im Umgang mit Bitcoin gemacht hat.

Deswegen als Empfehlung auch dieses Video, in dem er ein paar Anekdoten erzählt, wie sorglos er und seine Freunde mit ihren Private Keys umgegangen sind, als Bitcoin noch kaum etwas wert waren. Mittlerweile ist das richtig viel Geld, das sie verloren haben.

Kümmert euch um eure Private Keys!

Wie sehr einen das wurmen kann, weiß ich aus eigener Erfahrung.  Die rund 40 Euro, die ich vor drei Jahren durch Faulheit verloren habe, wären jetzt 840 Euro wert. Cedric spricht mir in diesem Video also aus dem Herzen und ich kann seinen Appell nur unterstützen: Selbst wenn ihr denkt, dass ihr jetzt noch nicht viel habt – kümmert euch um die sichere Aufbewahrung eurer Bitcoins!

Falls ihr dafür ein bisschen Hintergrundinfos braucht: Hier die Links zu meinen Testberichten für die von ihm erwähnten Hardware-Wallets Trezor und Ledger Nano S.

Toller DLF-Hintergrund erklärt Bitcoin (das Geld)

Im Deutschlandfunk lief schon Ende Juni dieser Hintergrund zum Thema Bezahlsystem Bitcoin – Wie die digitale Währung funktioniert (mp3), den zu hören ich auch sechs Wochen später noch uneingeschränkt empfehlen kann. Denn die Sendung ist sowohl journalistisch als auch akustisch wirklich gut gemacht. Das liegt vor allem an den hohen redaktions- und produktionstechnischen Ansprüchen, die das Format Hintergrund generell erfüllen will (mehrere Erzählstimmen, verschiedene Protagonisten und eine insgesamt umfassende und vielschichtige Recherche).

Von Banker-Bla-Bla bis Bitcoin- und Blockchain-Enthusiasten

Dass in solch einer Sendung auch Carl-Ludwig Thiele von der Bundesbank auftauchen muss, der ja von Amts wegen schon nicht die nötige Denkelastizität mitbringen darf, die jedoch nötig wäre, um ein Phänomen wie Bitcoin richtig zu verordnen, nämlich nicht nur anhand bestehender und keinesfalls perfekter Gelddefinitionen und Geldpolitikmaximen – geschenkt. Wäre ich allerdings Redakteur gewesen, hätte ich Thiele weniger Platz gegeben und dafür lieber noch einen Visionär zu Wort kommen lassen. Einen, der Bitcoin eben nicht nur durch die steif definierte Geldbrille sieht, sondern auch das grundlegende gesellschaftliche Transformationspotential dieses Phänomens erklären kann. Vielleicht eine Gründerin oder Aktivistin?

Aber letztlich ist das Jammern auf hohem Niveau, denn unterm Strich ist das eine wirklich gute Sendung und in 18 Minuten kann man auch nicht alles bis ins letzte Detail erklären.

Auch die Stiftung Warentest erklärt noch einmal Bitcoin

Und weil es so gut zum Thema passt, gibt es hier zum Lesen noch den Artikel der Stiftung WarentestSo funk­tioniert das Geld aus dem Internet, die darin übrigens auch noch einmal explizit auf Onecoin hinweisen, dass sie im Gegensatz zu Bitcoin auf ihre Warnliste Geldanlage gesetzt haben.

Bild: „Classic old radio 1960s or 70s style“ Flickr-User theslowlane (CC BY 2.0)

Daimler und die LBBW, Könige des Blockchain-Bullshit-Bingo

Letzte Woche haben Daimler und die Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) eine Pressemitteilung mit dem Titel herumgeschickt: “Daimler und LBBW setzen erfolgreich Blockchain bei Schuldschein-Transaktion ein”.  “Holla!”, soll man da wohl denken, “da sind ist aber zwei Unternehmen ganz auf der Höhe der Zeit!”

Blöd nur, dass beide Unternehmen tatsächlich überhaupt nichts mit einer Blockchain gemacht haben, sondern sich vielmehr mit ordentlich Kapital im Rücken zu den Königen des Blockchain-Bullshit-Bingos krönen.

Weder Daimler noch die LBBW haben die Blockchain verstanden

Denn auf die kritische Nachfrage hin, wo ich auf der angeblich verwendeten Ethereum-Blockchain denn besagter Schuldschein-Smart Contract zu finden sei, kam die wenig überraschende Antwort: “Es handelt sich in der Tat um eine private Blockchain. Für das Pilotprojekt haben wir eine private Blockchain gewählt, da diese eine höhere Sicherheit bietet, während wir gleichzeitig komplette Kontrolle über das Netzwerk behalten.”

Übersetzt heißt das: Um einen Schuldschein zu verwalten haben die LBBW und Daimler eine extrem ineffiziente interne Datenbank aufgesetzt, die keinen einzigen Vorteil von dem mit sich bringt, den eine echte Blockchain bietet, sondern nur letztlich nur alle Nachteile. “Hooray! Glückwunsch!” Man braucht nicht viel Fantasie um zu erraten, wie die Karriere dieses “Prototypen” wohl verlaufen wird.

Blockchain-Bullshit-Bingo zur Täuschung der Öffentlichkeit

Das alles wäre nicht ganz so schlimm, wenn solcherlei Tests (obwohl die Ergebnisse vorab durchaus erwartbar sind) intern durchführt und auswertet werden und man fern der Öffentlichkeit in einem Lernprozess seine Schlüsse daraus zieht.

Peinlich wird es jedoch, wenn man auf ganz dicke Hose macht und die eigene Verirrtheit mit solch stolzgeschwellter Brust nach vorne trägt, wie es Daimler und die LBBW mit folgendem Promovideo machen.

Dabei ist es nicht nur drollig, zu sehen, wie die Unternehmensvertreter ihrer absolut authentischen Begeisterung für “Blockchain” eloquent und vollkommen ungeskriptet Ausdruck verleihen. Es ist auch bemerkenswert, wie viel Geld in die Hand genommen wird, um die Öffentlichkeit in voller Absicht zu täuschen.

Denn die Frage, die sich beim Anschauen und Fremdschämen zwangsläufig stellt ist: Für wie dumm halten die Macher eigentlich die Leute, für die dieses Video gedacht ist? Mehr Blockchain-Bullshit auf so wenig Raum unterzubringen, ist jedenfalls kaum möglich´und erfordert einiges an Vorsatz.

Blockchain kills the video star

Aber was will man erwarten von Unternehmen, in denen mehr als ein halbes Jahrhundert nach der Erfindung de Internets zur Abwicklung des Geschäftsbetriebs nach eigener Aussage noch immer Fax-Bestätigungen nötig sind.

Dass Bitcoin und die Blockchain erschaffen wurden, um genau solche Institutionen letztlich obsolet zu machen, entbehrt in diesem Zusammenhang nicht einer gewissen Ironie. Und erleichtert mich.

Was ist Was: Geld – Bitcoin für Kinder erklärt

Ich habe Anfang des Jahres im Auftrag einer Bank 120 Quizfragen für Kinder und Jugendliche zum Thema Geld miterarbeitet. Das war eine größere Herausforderung, als man denkt. Das Quiz sollte ja nicht langweilig werden, nicht zu leicht und nicht zu schwer sein, genügend Aha-Momente bieten und letztlich aber auch informativ und didaktisch anspruchsvoll sein.

Was ist Was (Band 78): Geld. Vom Tauschhandel zum Bitcoin

Als nun neulich das Was ist Was-Buch Geld. Vom Tauschhandel zum Bitcoin auf meinem Schreibtisch landete, dachte ich schon nach wenigen Seiten: Wow, wie viel schneller wäre ich mit der Recherche gewesen, wenn ich damals schon dieses Buch gehabt hätte.

Denn dieser Was ist Was-Band bietet zwischen den kurzweiligen und abwechslungsreichen Hauptthemen (von der Produktion des Geldes über seine Historie und internationale Variationen bis hin zum Umgang der Gesellschaft mit Geld) jede Menge “Angeberwissen”, “Schon gewusst?” und “Funny Facts”, sodass man auch als Erwachsener das Buch so schnell nicht mehr aus der Hand legt, wenn man einmal mit blättern begonnen hat.

Was ist Was - Bitcoin 2
Bitcoin auf einer Seite zusammengefasst. Zum Lesen bitte kaufen. Kostet nur 9,95 Euro
Ideal für Neugierige jeden Alters

Dass der aktuelle Band dabei auf der letzten Doppelseite mit dem Thema Zukunft des Geldes auch auf Bitcoin und andere Kryptowährungen eingeht, ist konsequent und erfreulich gleichermaßen. Denn dass Bitcoin nicht wieder verschwinden wird, kann heute niemand mehr ernsthaft bestreiten. Insofern muss das Thema unbedingt auch standardmäßiger Teil der Kinder- und Jugendbildung werden. Wenn das auf so unterhaltsame Weise wie hier passiert, umso besser.

Wer also auf der Suche nach einem Geschenk ist oder selbst sein Wissen rund um das Thema Geld erweitern will, dessen letztlich logische Weiterentwicklung Bitcoin ist, kann hier getrost zugreifen. Zumal 9,95 Euro dafür ein wirklich fairer Preis ist. Ich jedenfalls, weiß jetzt, wo ich beim nächsten Quiz nach Material für gute Fragen suche.

Partnerlink: Was ist Was (Band 78): Geld. Vom Tauschhandel zum Bitcoin, Tesloff 2017, 47 Seiten, 9,95 Euro

Du fragst: Warum Bitcoin? Ich sage: Lies dieses Buch!

Bitcoin zu verstehen, ist nichts, was man mal eben nebenbei machen kann. Im Gegenteil: Bitcoin als ein sich beständig erweiterndes, facettenreiches Phänomen zu durchschauen, erfordert nicht nur einiges an Zeit und Muße, sondern vor allem gute Quellen.

Von denen gibt es (deutschsprachig) bislang aber nicht wirklich viele: Eine Handvoll Blogs, die aktuell berichten. Unregelmäßige Artikel und Berichte in den “traditionellen” Medien (vor allem, wenn der Bitcoin-Kurs wie derzeit mal wieder im Achterbahn-Modus nach oben tendiert). Dazu noch ein paar lesenswerte Newsletter, nerdige Foren, Podcasts, Meetup-Treffen und das war es dann aber auch schon.

Klar, seit 2014 gibt es auch Jörg Platzers durchaus lesenswerte Bitcoin-Einführung Bitcoin kurz und gut. Aber das Büchlein ist inhaltlich nun auch schon deutlich in die Jahre gekommen und, wie der Titel schon sagt, eben auch sehr kurz.

Was bislang fehlte: ein gutes Bitcoin-Grundlagen-Buch

Was also seit langem fehlt, ist ein aktuelles Buch, das es schafft, einen umfassenden Status Quo des sich beständig weiterentwickelnden Phänomens Bitcoin zu beschreiben und sinnvoll einzuordnen. Solch ein Buch zu schreiben, ist indes keine leichte Aufgabe. Vor allem, wenn es das Ziel sein soll, nicht nur Nerds und Fanboys anzusprechen, sondern Bitcoin einem breiteren Publikum zugänglich zu machen.

Elfriede Sixt gelingt mit ihrem Buch Bitcoins und andere dezentrale Transaktionssysteme genau das: einen umfassenden Überblick zu bieten, ohne dabei aber zu oberflächlich zu bleiben. Das ist erfreulich. Denn wenn mich nun Interessierte nach einem guten und substantiellen Einstieg ins Thema Bitcoin fragen, verweise ich ab jetzt auf dieses Buch. Die knapp 200 Seiten beinhalten nämlich alles, was sich zu dem Thema derzeit sinnvoll in Buchform zusammentragen lässt. Wenngleich das Medium selbst für Punktabzüge sorgt.

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Zu dünnes Bitcoin- & Blockchain-Programm der Republica 2017

In Berlin startet heute wieder die Republica. Ich bin aber erneut nicht vor Ort. Ich hatte zwar angeboten, wie vergangenes Jahr gemeinsam mit Christian und Anna einen Bitcoin-Praxis-Workshop durchzuführen. Immerhin wurde uns beim letzten Mal die Bude eingerannt und in unseren für 42 Leute ausgelegten Raum drängten sich mehr 100 Personen und eine ganze Reihe musste sogar außen vor bleiben. “Interesse der Teilnehmer” ist jedoch für die Programmentscheidungen offensichtlich nicht unbedingt ein relevanter Faktor: Standardabsage ohne Begründung.

Nichtsdestotrotz habe ich mir das Programm angeschaut und wenn ich doch auf der Republica wäre, würde ich mir die folgenden Sessions anschauen. Das sind jedoch mal wieder nicht allzu viele, weswegen die Entscheidung, auch ohne eigene Session nicht hinzufahren, für mich auf jeden Fall die richtige war.

Blockchange – How science revolucionizes democracy, work and nature using blockchain – Montag, 8. Mai – 12:15 bis 12:45, Stage 5

Blockchain technology changes more than the financial industry. Scientists have proposed revolutionary concepts for managing our democracy, forests and other natural systems as well as the way we work. Discussing potential benefits and risks, Thomas Wagenknecht introduces “Futarchy” and similar DAO governance models to change political systems, “terra0” which proposes a self-owned augmented forest and a concept to compensate founders and employees.

Disrupting organizations: Decentraliced autonomous organisations on the blockchain – Montag, 8. Mai – 12:45 bis 13:15, Stage 5

Blockchain is the driving force of the next generation Internet, also referred to as the Decentralized Web. It allows us to decentralise trust. Smart contracts on the Blockchain radically reducing transaction costs creating the basis for a P2P society, allowing for new forms of organisational structures that were not feasible before. What is the state of that technology and what are the pitfalls and challenges of Blockchain based DAOs (Decentralized Autonomous Organizations)?

Diese Session löst ein erstaunlich starkes Déjà-vu zum letzten Jahr in mir aus. Damals lautete die Session der Vortragenden Blockchain, smart contracts & the future of democracy und wenn ich mir so überlege, was sich im vergangenen Jahr konkret Bedeutendes in diesem Bereich getan hat, fällt mir nicht sehr viel ein und auch damals ging es auch schon um DAOs. Ich möchte das aber auch nicht vorschnell schlecht machen. Vielleicht ist die Session eine positive Überraschung.

Fintech Meetup – Montag, 8. Mai – 17:15 bis 18:15, Meet up Green

Organisiert von einem der Bitwala-Mitgründer, ist das wohl die einzige Session, auf der es erwartbar auch um Bitcoin gehen wird:

Staatliche Korruption, Nutzerdaten, FinTech Potenziale … wie werden wir künftig mit Geld umgehen? Welche Zahlungsmittel sind noch denkbar? FinTech birgt das Potenzial, Machtstrukturen zu ändern und in Frage zu stellen – Bitcoin für Bitcoin.

Energie-Blockchain: Stromhandel über den Gartenzaun – Mittwoch, 10. Mai – bis 12:15, Stage T

Blockchain macht direkte Geschäfte zwischen Stromerzeugern und -verbrauchern möglich, unabhängig von Versorgern und – zumindest theoretisch – zu minimalen Transaktionskosten. Damit hat die Technologie das Zeug dazu, die Energiebranche radikal zu verändern, stärker noch als die Finanzindustrie.

Darüber hinaus gibt es noch drei andere Sessions, die mich aus persönlich interessieren würden, aber nicht unbedingt was mit Bitcoin/Blockchain zu tun haben.

  • Wie Podcasts mehr Leute erreichen können – Montag, 8. Mai – 12:15 bis 12:45, Stage 8
    Podcasts und Audio im Netz könnten noch viel erfolgreicher sein: für NutzerInnen UND MacherInnen. In verschiedenen Bereichen fehlt Bewegung. Wie noch mehr Bewegung in dieses spannende Umfeld kommen kann, wird hier vorgestellt und diskutiert.
  • Banks and Fintechs – Frenemies?  – Dienstag, 9. Mai, 16:45 bis 17:15, Lightning Talks 1
    Der plakative Titel ist dem aktuellen Trend in der Finanzbranche entnommen. Banken und FinTechs arbeiten immer mehr zusammen obwohl beide Seiten gefühlt aus einer anderen Welt kommen.
  • Geld im digitalen Journalismus – Wege zu innovativen Geschäftsmodellen – Mittwoch, 10. Mai – 12:30 bis 13:00. Media Cube
    Der digitale Wandel stellt Medienunternehmen vor eine große Herausforderung: Wie lässt sich online mit Informationsjournalismus Geld verdienen? Führt der Weg dahin über Kämpfe um das sogenannte Leistungsschutzrecht, Adblocker oder “zahlungswillige” UserInnen? Oder muss die Medienbranche stattdessen ebendiese UserInnen sowie deren Bedürfnisse ins Zentrum stellen, um daraus innovative Geschäftsmodelle zu entwickeln? Und falls ja, wie geht das? Wir diskutieren mit euch, ob und wie man existierende digitale Geschäftsmodelle für Medien nutzbar machen kann.

Alles in allem ist das Bitcoin- und Blockchain-Programm auf der Republica also mal wieder recht überschaubar. Aber auch darüber hinaus fühle selbst ich mich, der ich mich als Blogger, Journalist und Medienschaffender im Allgemeinen sowohl beruflich wie auch privat nahezu rund um die Uhr mit digitalen Themen beschäftige, nur sehr begrenzt vom Komplettprogramm angesprochen. Aber dass Anspruch und Wirklichkeit auf der Republica schon länger nicht mehr so richtig kongruent verlaufen, sind wir ja bereits gewohnt.

PS: Gut, wer letztes Jahr dabei war …

… denn die Bitcoins, die wir vergangenes Jahr an die Workshop-Teilnehmer verteilt haben (0,0125 BTC bzw. ca. 5 Euro pro Person), sind aktuell 18,40 Euro wert. Keine schlechte Quote.

Wie ein deutsches Bitcoin-Startup die Banken angreift

Die Deutsche Welle hat für ihr Programm Made in Germany die Jungs des Berliner Bitcoin-Startups Bitwala besucht. Herausgekommen ist ein kurzweiliger und informativer Beitrag über Das boomende Geschäft mit den Bitcoins, das Banken und anderen beteiligten Finanzinstituten das bislang sehr lukrative Geschäft mit teuren Auslandstransaktionen aus der Hand nehmen soll.