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UNICEF lässt Gamer Spenden für notleidende Kinder minen

Dass sich UNICEF, das Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen, schon seit Jahren umtriebig mit den neuen Möglichkeiten beschäftigt, die sich aus Kryptowährungen und dem Einsatz einer Blockchain ergeben, ist bekannt. Der UNICEF Innovation Fund hat schließlich selbst schon  knapp 100.000 US-Dollar in das südafrikanisches Blockchain-Projekt Trustlab/9Needs investiert.

Game Chaingers – Rechenleistung für syrische Kinder spenden

Nun läuft mit Game Chaingers gerade ein anderes Experiment, dessen Herangehensweise unkonventionell, pragmatisch und daher geradezu vorbildlich ist. Gamer mit einer leistungsstarken Grafikkarte werden dazu aufgefordert, deren Leistung zu spenden, um damit Kryptogeld zu minen, das wiederum syrischen Kindern zu Gute kommen soll. Eine smarte und zeitgemäße Idee mit dem Ziel, neue Fundraising-Quellen zu erschließen.

Mining für die gute Sache

Das Prinzip ist dabei simpel und ist bereits von anderer Seite bekannt, wenn die Browser von tausenden Internetnutzern gekapert werden, um heinlich Monero zu minen.

In diesem Fall passiert das aber freiwillig und anstelle von Monero fließt die Rechenleistung in das Ethereum-Netzwerk. Über 500 Gamer bzw. Grafikkartenbesitzer haben bereits mitgemacht, aktuell vereint der Pool gut 2 GH/s und hat etwas mehr als 1600 Euro erwirtschaftet. Für ein so ungewöhnliches und progressives Experiment gar nicht schlecht.

Strom als neues Werttransfermedium

Interessant ist in diesem Fall zudem, wie „Geld“ als Medium in dem Spendenprozess letztlich überflüssig gemacht wird. Mit Hilfe der Blockchain und dem Proof-of-Work werden vielmehr Strom und Hardware-Leistung zu dem, was wertvoll ist und UNICEF bekommen und verwerten möchte.

Das klassische Mittelsmann-Finanzsystem und alle, die als solche auch von Spenden-Transaktionen profitieren, gucken hierbei in die Röhre. Geld bleibt zwar noch die „Recheneinheit“, aber mit dessen Transfer lässt sich in diesem Fall kein Geld mehr verdienen. Und gegen den guten Zweck, mit Mining Spenden für syrische Kinder zu sammeln, lässt sich zudem auch noch ganz schlecht Lobby machen.

Ich mag den mutigen UNICEF-Ansatz, immer neue Blockchain-basierte Experimente einfach mal direkt ins Leben zu rufen, daher sehr. Der Zweck ist das (überschaubare) Risiko mehr als wert.

Das Game Chainger-Experiment läuft noch 50 Tage

Wer nun selber zum Game Chainger werden will: Die Aktion läuft noch gut 50 Tage und wer wie ich keine leistungsstarke Grafikkarte hat, kann das Experiment aber natürlich auch mit altmodischen Zahlungsarten unterstützen.

Noch mehr Hintergrundinfos zu dem Projekt gibt es beim Guardian: „Unicef recruits gamers to mine Ethereum in aid of Syrian children“

Honigdachs #17 – UASF, SegWit2x, Ethereum & ICOs

Die 17. Folge Honigdachs ist da, dem Bitcoin-Podcast, den Stefan (bitcoinprivacy.net), Manuel (guidap.de) und ich ins Leben gerufen haben, weil uns nur einmal im Monat beim Leipziger Bitcoin-Stammtisch über Bitcoin und die Blockchain zu reden auf Dauer zu wenig ist.

Honigdachs 17 – UASF, SegWit2x, Ethereum & ICOs

Diese Folge klingt allein vom Titel her etwas nerdig und ist es an der ein oder anderen Stelle möglicherweise auch. Aber es geht nun einmal um die Themen, die im Bitcoinlang gerade ganz oben auf der Tagesordnung stehen. Allen voran die Skalierungskampfpositionen SegWit2x, UASF (User Activated Softfork) und UAHF (User Activated Hardfork). Wir sprechen darüber, was das ist und wie es mit Bitcoin weiter geht.

Natürlich geht das nicht, ohne auch über Ethereum und die derzeitigen der Realität komplett entrückten ICO-Funding-Rekorde zu sprechen. Dreistellige Millionenbeträge binnen kürzester Zeit zu sammeln, ist für sich schon extrem. Das ganze aber auf einer Plattform zu machen, deren „gutmütiger Diktator“ so instinktlos und grün hinter den Ohren ist, gibt dem Ganzen mehr als nur ein Geschmäckle. Oder sind wir womöglich nur neidisch?

So oder so ist eines sicher: Uns stehen turbulente und vermutlich recht volatile Wochen und Monate bevor. Die teils verbesserungswürdige Soundqualität ist daher aktuell unsere geringste Sorge. Nichtsdestotrotz geloben wir Besserung!

Die Shownotes gibt’s wie immer nach dem Klick.

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Bitcoin- & Blockchain Presseschau #93

Seit der letzten Presseschau ist wieder einige Zeit vergangen. Das liegt aber nicht am Unwillen meinerseits, aktuell über Bitcoin- und Blockchain-Themen zu berichten, sondern vielmehr daran, dass ich mir wirklich vornehme, nur die Links hier mit aufzunehmen, die den Klick (mindestens für ein paar Tage) auch wirklich wert sind.

An irgendwelchen Artikeln, Videos, Posts und Pressemitteilungen mangelt es keineswegs. Im Gegenteil – mein Postfach, RSS-Reader und sonstige Quellen sind jeden Tag proppevoll. Tendenz wachsend. Aber wenn man ehrlich ist, lohnt sich aktuell der Großteil kaum zu lesen. Zu viel Irrelevanz, zu schnell veraltet, langweilig oder oftmals letztlich nur billige PR.

Doch es gibt auch die Perlen, für die sich die Suche lohnt und die ich hier wieder zusammengetragen habe. Es reicht ja, wenn sich einer die Mühe macht, die Spreu auszusortieren. Falls du das auch so siehst und deine Zeit lieber sinnvoll einsetzt, freue ich mich wie immer über eine kleine Spende. Danke!

Bitcoin. Das Fünf-Minuten-Problem – Süddeutsche Zeitung

Ein gut geschriebener Artikel, der Bitcoin in seiner aktuellen Situation verständlich einordnet. Fazit: Es gibt durchaus vielversprechende Anwendungsszenarien, aber für den großen Durchbruch ist die Technik noch nicht ausgereift genug. Besonders gut liest sich der Artikel in Ergänzung zum gestrigen Blogpost, in dem es darum geht, wie das Berliner Bitcoin-Startup Bitwala das Geschäftsmodell der Banken angreift. In diesem Artikel wird nämlich mit Bitbond auf ein anderes Berliner Bitcoin-Startup eingegangen, das die gleiche Mission, aber eine leicht andere Ausrichtung hat.

Einzig der Schluss ist etwas zu engstirnig geraten. Es gibt bei Weitem nicht „nur zwei Szenarien“ für Bitcoin (die laut Artikel beide eher suboptimal sind). Immerhin beweist der im Bericht ebenfalls portraitierte Bitcoin-Pionier Jörg Platzer mit der dieses Wochenende im Room 77 stattfindenden S3ND – Bitcoin Wallet Standard Development Initiative ganz aktuell, dass auch an anderen Szenarien fleißig gearbeitet wird.

How an Anarchist Bitcoin Coder Found Himself Fighting ISIS in Syria – Wired

Diese Geschichte über Amir Taaki sollte man auf vielen Gründen unbedingt lesen. Nicht nur, weil Taaki ohnehin ein umstrittener Charakter ist, sondern auch, weil sie intensiv und anschaulich verdeutlicht, wie breit das ideologische Spektrum innerhalb der Bitcoin-Community ist. Den einen geht es nur ums Geld. Anderen geht es um viel, viel mehr. Genau diese Heterogenität macht Bitcoin stabil.

99% of Blockchain Startups Are Bullshit – Jamie Burke

Interessante, ausführlich erläuterte These: Reine „Blockchain-Startups“ sind mangels Geschäftsmodell zum Scheitern verurteilt. Was laut Burke jedoch funktionieren kann, ist, wenn man Blockchain als Basistechnologie mit anderen Anwendungen/Trends kombiniert: 3D, AI, Robitics etc. Als Investor hat er daher für sich den Terminus Blockchain+ entwickelt. Ein hoffnungsvolles Zeichen für das langerwartete Ende des hohlen Blockchain-Hypes.

The Bitcoin Balance of Power Poster – Audun Gulbrandsen

Audun Gulbrandsen hat sich die Mühe gemacht, die komplexe Verteilung der „Macht“ bei Bitcoin einmal detailliert aufzuschlüsseln. Denn so wie wir aus vielen Bereichen unserer Gesellschaft eine Gewaltenteilung und -verschränkung kennen – einfachstes Beispiel: Legislative, Judikative, Exekutive – sind letztlich auch bei Bitcoin verschiedene Institutionen bzw. Gruppen daran beteiligt, dass das ganze überhaupt funktionieren und langfristig Wert entwickeln kann: Nutzer, Miner, Entwickler, Wallet-Anbieter, Börsen etc.

Wer also mehr von der aktuellen Blocksize-Debatte verstehen und sich nicht nur auf twittertauglich, aber oft zu sehr vereinfachte Thesen verlassen will, sollte sich diesen Artikel durchlesen. Checks and Balances, wie es im Englischen etwas treffender beschrieben wird, ist (nicht nur im Falle von Bitcoin) ein sehr interessantes Thema.

The Bitcoin Balance of Power Poster
Von wegen apolitisch: Die Gewaltenteilung- und verschränkung bei Bitcoin
Bitcoin Scaling Debate. Explain Like I’m 5 Years Old – Wyre

ELI5 (Explain like I’m 5) ist im Netz zu einem beliebten Format geworden, um komplexe Themen auf wirklich einfache Beispiele herunterzubrechen, die selbst ein Fünfjähriger verstehen können sollte. Klappt nicht immer, lohnt sich aber trotzdem oft zu lesen.

Michael nimmt sich der Blocksize-Debatte an. Als Ergänzung zu seinem Post verweise ich gerne noch auf die aktuelle Folge des Honigdachs-Podcasts, in dem wir dieselbe Thematik, aber etwas ausführlicher, besprechen.

Reg now behind invisible HTML5 Bitcoin paywall – The Register

Schöne Idee von The Register: Um sich einen zusätzliches Einkommen zu generieren, das niemandem weh tut, setzt die IT-Fachseite ab sofort auf eine unsichtbare HTML5-Bitcoin-Paywall.  Die funktioniert so, dass jeder Browser, der die Seite besucht im Hintergrund automatisch per JavaScript zu minen beginnt. In der Summe von vielen Millionen Lesern soll sich das angeblich rechnen. Wenn man die Seite nicht unterstützen will, kann man JavaScript im Browser natürlich auch deaktivieren. Schöner Effekt: Ob man selbst zum Miner geworden ist, sieht man durch ein leichtes, rhythmisches Ein- und Ausblenden des Textes, den man liest. Wie das funktioniert, sieht man auf dieser Seite. Es lohnt sich dabei auch ein Blick auf das Veröffentlichungsdatum.

By reading this article, you’re mining bitcoins – Quartz

Ganz und gar nicht aprilig ist dieser Artikel von Quartz, dem ein ähnlicher Ansatz wie im vorigen Beitrag zu Grunde liegt, bei dem es aber nicht um schnöden Profit geht, sondern darum, das Prinzip Bitcoin anschaulich zu erklären: Mining, Double Spending, Hashes, Proof of Work – Wer einen soliden Blick hinter die „Magie“ werfen will, die Bitcoin am Laufen hält, ist hier richtig. Dass der Artikel schon dreieinhalb Jahre alt ist und trotzdem noch aktuell, zeigt seine Qualität.

Ethereum und der „Proof of Death“

Ethereum ist damit wohl endgültig in der Mitte der Gesellschaft angekommen, oder? Immerhin ist es Dank The Catch S02E03 jetzt wohl auch Teil der modernen Popkultur.

Ich erinnere an dieser Stelle aber noch einmal gerne an den Tweet von Vlad Zamfir, der zeigt, wie viel Fiktion in der obigen Drehbuch-Variante vom Proof of Death steckt.

 Props & Credits

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Titelbild: “Zeitungsausträger” Flickr-User barmala (CC BY 2.0)

Drei Bitcoin- und Blockchain-Lesetipps

In den vergangenen Tagen sind mir drei Artikel besonders aufgefallen, die ich an dieser Stelle noch einmal ausdrücklich empfehlen möchte.

Zwar sind sind alle im Mikrokosmos Bitcoin/Blockchain verortet. Bemerkenswert ist jedoch, wie sie sehr sie sich trotzdem unterscheiden: Thema, Protagonisten, Technologie, Perspektive. Das alles zeigt, wie ausdifferenziert und facettenreich das Phänomen Bitcoin/Blockchain mittlerweile ist.

Unter diesem Aspekt lohnt es sich also nicht nur, jeden Artikel für sich zu lesen, sondern auch einen Blick auf die Breite zu werfen, die das Thema mittlerweile erreicht hat.

1. Warum IBM so heiß auf „Blockchain“ ist (und Microsoft auch)

Nathaniel Popper schreibt in seinem Artikel Blockchain: A Better Way to Track Pork Chops, Bonds, Bad Peanut Butter? über ein Thema, mit dem ich mich schon länger mal intensiver beschäftigen wollte, aber bislang nicht dazu gekommen bin: Was es mit IBM und dessen engagierten Blockchain-Ambitionen rund um das Hyperledger-Projekt auf sich hat. Und wie sich Microsoft zunehmend als Konkurrent positioniert. Snippet:

„Rival Microsoft said this past week that it was working with JPMorgan Chase and several other corporate giants on a system that competes against IBM’s, based on the virtual currency network known as Ethereum. Many banks are concerned that IBM could push them into a version of the blockchain that would lock them into IBM’s software.“

Die Ausgangssituation von IBM ist dabei keineswegs leicht. Nachdem die Erlöse das 19. Quartal in Folge rückläufig sind, ist man dringend auf der Suche nach einem neuen Geschäftsmodell.

2. Ethereum unter wachsendem Druck

Eine ganz andere Perspektive zeigt der vor ein paar Tagen veröffentlichte Beitrag von Vlad Zamfir: About my tweet from yesterday. Darin erklärt der prominente Ethereum-Entwickler sein provokantes Twitter-Statement vom Vortag, das ich zunächst für als Understatement getarnte Ethereum-Werbung hielt, er aber scheinbar wirklich ernst meint. Zumindest in einem zeitlich begrenzten Rahmen.

Denn mit den immens großen Erwartungen und Hoffnungen umzugehen, die auf Ethereum und seinen Entwicklern ruhen, ist keineswegs leicht. Insbesondere dann, wenn immer mehr millionenschwere ICO’s über Ethereum abgewickelt werden und sich die Hoffnungen der Tech-, Industrie- und Finanzbranche (siehe obigen NYT-Artikel) ganz massiv auf dieses eine Projekt konzentrieren.

3. Amtliches Armutszeugnis für deutsche Bitcoin-Ermittler

In Brandenburg sitzt ein Drogendealer in Haft, der wohl einer der umsatzstärksten Händler auf der vom FBI dicht gemachten Silk Road war. Beschämend für den Rechtsstaat und unverständlich für den Außenstehenden ist jedoch die Tatsache, dass die Ermittlungsbehörden offenkundig nicht in der Lage sind, den genauen Umsatz und das Vermögen des Täters überhaupt festzustellen. Es geht also noch nicht einmal um das Konfiszieren. Man weiß vielmehr nicht einmal, um wie viel Geld es geht, geschweige denn, wo es sich befindet. Zitat aus der Märkischen Allgemeinen:

„Vom Brandenburger LKA ist nicht bekannt, dass deren Beamte überhaupt nach dem mutmaßlichen Geheimvermögen ihres Angeklagten gesucht haben.“

Oder wie man dieses Geschäftsmodell plus Exit-Strategie ganz passend zusammenfassen könnte:

Titelbild basierend auf „365:32“ Flickr-User reid (CC BY 2.0)

Bitcoin & Ethereum – Kampf, Konkurrenz oder Koexistenz?

Dieser Tage sind zwei Beiträge im Netz erschienen, die sich mit der Beziehung zwischen Bitcoin und Ethereum auseinandersetzen. Das ist hochinteressant. Denn gerade die Beziehung dieses ganz speziellen Pärchens der Kryptowelt wirft viele Fragen auf: Sind beide Projekte direkte Konkurrenten oder ergänzen sie sich? Ist Ethereum das neuere, bessere Bitcoin und möglicherweise noch viel mehr? Oder ist es letztlich doch nur ein besonders ambitionierter und überschätzter Altcoin und wie alle anderen zum Scheitern verurteilt? Immerhin wird das Ethereum-Netzwerk seit mehr als zwei Wochen permanent attackiert und die Angreifer liefern sich mit den Entwicklern ein andauerndes Katz- und Maus-Spiel, in dem es um ein Wettrennen beim Ausnutzen und Schließen von Sicherheitslücken geht.

Bitcoin und Ethereum – Kampf, Konkurrenz oder Koexistenz?

Doch unabhängig dieser aktuellen Entwicklungen, bleiben die generellen Fragen zur Beziehung von Bitcoin und Ethereum. Ist es ein Kampf, den nur einer gewinnen kann, eine gesunde Konkurrenz, die dem Stillstand entgegenwirkt und treibende Kraft für Innovationen ist oder ist am Ende sogar eine friedliche Koexistenz möglich in einem wachsenden Ökosystem, dessen Grundwerte und Ideale beide Projekte teilen und das mehr Nischen bereithält, als ein Projekt alleine besetzen könnte?

Zwei Experten, zwei Meinungen, viele gute Argumente

Genau darum drehen sich die beiden folgenden, durchaus konträren Beíträge der renommierten Bitcoin-Experten, Andreas Antonopoulos und Tuur Demeester. Wobei ersterer durchaus Raum sieht für beide Projekte, wenn sie sich weiter spezialisieren.

Letzterer hingegen beschreibt in einem sehr fundierten, wenn auch nicht unumstrittenen Artikel, warum er von einer Kampf bzw. Konkurrenzsituation ausgeht, in der, vor allem im Hinblick auf die aktuellen Angriffe, Ethereum die schlechteren Karten hat.

Andreas Antonopoulos: „The Lion & The Shark“

Tuur Demeester: „Why I’m short Ethereum (and long Bitcoin)“

tuur-demeester-bitcoin-ethereum

Zwischen den Zeilen liegt viel Wahrheit

Wichtig zu erwähnen ist noch, dass Andreas Antonopoulos eher aus der technischen Ecke kommt und als versierter Redner, der bei einem Ethereum-Meetup im Silicon Valley spricht, seine Aussagen natürlich anders und diplomatischer verpackt, als der Analyst Tuur Demeester in einem Online-Artikel. Achtet man auf diese Nuancen, liest zwischen den Zeilen und die Kommentare, erscheinen dann beide Beiträge an manchen Stellen doch gar nicht so konträr.

Bildnachweis: seacucumber / pepino-do-mar ANNEKE (CC BY 2.0

Honigdachs #11 – Sinn und Unsinn von Altcoins

Die elfte Folge Honigdachs ist da, dem Bitcoin-Podcast, den Stefan (bitcoinprivacy.net), Manuel (guidap.de) und ich ins Leben gerufen haben, weil uns nur einmal im Monat beim Leipziger Bitcoin-Stammtisch über Bitcoin und die Blockchain zu reden auf Dauer zu wenig ist.

Honigdachs – 11 – Sinn und Unsinn von Altcoins

Dieses Mal sprechen wir über Altcoins bzw. über die 1000 Wege es anders machen zu wollen als bei Bitcoin und doch immer zu scheitern. Wobei – nicht alle Altcoins sind ja per se Unsinn. Oder doch?

Und doch gibt es Hunderte Altcoins. Tendenz weiter steigend. Denn Geld kann man immer noch damit machen. Insbesondere das von naiven Hobby-Investoren sitzt locker. Denn Hype, Gier, Abgewichstheit und Spaß am Risiko sind wichtige Faktoren im Altcoin-Universum, das wir in dieser Folge kritisch durchstreifen. Unterhaltsam begleitet durch Stefans neueste FOMO-Anfälle, Friedemanns Soundboxes und Manuels Begeisterung für den wertlosesten aller Altcoins. Aber hört selbst …

Shownotes nach dem Klick

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Ledger Nano S – Die Hardware-Wallet für Bitcoin und Ethereum

Ich experimentiere seit ein paar Tagen mit dem Ledger Nano S, der neuen Hardware-Wallet aus der Ledger-Produktfamilie des gleichnamigen Anbieters aus Paris. Und abgesehen von wenigen Minuspunkten bin ich angenehm begeistert.

Denn mit dem kompakteren Design, einer guten Verarbeitung, durchdachten Funktionen und einem deutlich günstigeren Preis ist der Ledger Nano S ein würdiger Herausforderer für den Trezor – den amtierenden Hardware-Wallet-Platzhirsch. Nicht zuletzt, weil sich damit nicht nur Bitcoins, sondern auch Ether sicher aufbewahren lassen.

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„Blockchain – Ohne den sozialen Konsens geht’s nicht“

Wenn von „Blockchain“ die Rede ist, geht es meistens um die Technologie. Und klar, ohne Frage sind die technischen Aspekte von Bitcoin, Ethereum und Co. als Keimzelle der Innovation hochspannend. Allerdings gehen in der Debatte andere Aspekte des Phänomens Blockchain oft unter. Dabei zeigen u.a. die zermürbende Blocksize-Debatte und aktuell die Ethereum-Fork, dass es beim Thema „Blockchain“ eben nicht nur um Technik geht, sondern auch um die Menschen, die sie verantworten und für die sie gemacht ist.

Wer darf entscheiden, was richtig ist?

Da wäre zum Beispiel der vermeintliche DAO-Hack (bei dem noch immer nicht klar ist, ob das überhaupt ein Hack war) in dessen Folge die Ethereum-Entwickler (und gleichzeitigen Haupt-DAO-Investoren) ihren Einfluss in der Community stark machten, um eine Hardfork voranzutreiben. Also eine technische Lösung, die das DAO-Experiment quasi ungeschehen machen sollte.

Die Fork kam auch, nur leider hatte man sich wohl etwas verkalkuliert, was den sozialen Konsens angeht. Denn anstatt, dass sich die Community wie geplant geschlossen hinter den meinungstreibenden Entwicklern positioniert, gibt es anstelle von einem Ethereum nun zwei: Ethereum und Ethereum Classic.

„Smart Contracts cannot fix dumb people“

Das wäre eigentlich kein großes Ding. Immerhin ist der Sinn von Forks u.a., dass man sich abspalten und sein eigenes Ding machen kann, wenn man das will. Dass der Dissens in der Ethereum-Community aber so deutlich zu Tage treten würde, war doch überraschend. Und zeigt, wie wichtig es ist, sich beim Thema Blockchain nicht nur mit smarten Verträgen zu beschäftigen, sondern auch mit sozialen.

Von Forks und Blockchain-Ethik
elias haase
Elias Haase

Einer, der das macht ist Elias Haase. Er ist Mitgründer vom b9lab, das Trainings, Beratung und Forschung zum Thema Blockchain anbietet und in dessen Kursen es nicht nur um die Technologie geht, sondern eben auch um soziale und ethische Aspekte.

Mit ihm habe ich mich also unterhalten über privaten Blockchains, Forks und die Ethereums, Fachkräftemangel und Verdienstmöglichkeiten für Entwickler und warum Blockchain-Ethiker ein wichtiger Beruf ist, der – soviel als Teaser – übrigens schon existiert.

Bild: Bawka handshake (CC BY 2.0)

*Plopp* oder: Das Ende der DAO

Vor ziemlich genau einem Monat habe ich ausführlich über The DAO aka das größte Crowdfunding-Projekt aller Zeiten™ geschrieben und das Projekt anschließend auch für Deutschlandradio Kultur eingeordnet. Mein Tenor war damals kritisch – zu viele drängende Fragen schienen mir im damaligen Geldrausch-Hype unbeantwortet. Ich hab The DAO daher damals in Anlehnung an die große Spekulationsblase zu Beginn des Jahrtausends als DAO(tcom)-Blase bezeichnet. Dieser Vergleich war treffend. Denn am Freitag ist die DAO-Blase geplatzt.

Und der Schaden könnte bedeutend größer sein, als dass „nur“ alle DAO-Hobby-Investoren ihre Einlagen verloren haben.

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