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*Plopp* oder: Das Ende der DAO

Vor ziemlich genau einem Monat habe ich ausführlich über The DAO aka das größte Crowdfunding-Projekt aller Zeiten™ geschrieben und das Projekt anschließend auch für Deutschlandradio Kultur eingeordnet. Mein Tenor war damals kritisch – zu viele drängende Fragen schienen mir im damaligen Geldrausch-Hype unbeantwortet. Ich hab The DAO daher damals in Anlehnung an die große Spekulationsblase zu Beginn des Jahrtausends als DAO(tcom)-Blase bezeichnet. Dieser Vergleich war treffend. Denn am Freitag ist die DAO-Blase geplatzt.

Und der Schaden könnte bedeutend größer sein, als dass „nur“ alle DAO-Hobby-Investoren ihre Einlagen verloren haben.

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Ethereum & die DAO(tcom)-Blase

Seit Tagen versuche ich schlau zu werden, aus dem, was da gerade im Internet passiert. The DAO (steht für „Decentralized Autonomous Organization“) sammelt gerade Geld von techbegeisterten Ethereum– und Krypto-Enthusiasten ein und ist dabei so exorbitant erfolgreich, dass es knapp zwei Wochen vor Ende der Finanzierungsphase mit aktuell rund 140 Millionen US-Dollar (wobei diese Summe mit großer Voricht zu genießen ist) schon zum größten Crowdfundingprojekt aller Zeiten geworden ist. Mit Abstand!

The DAO Screenshot
Crowdfunding von The DAO: Ob es gut ist, dass das ein einmaliges Event ist, wird die Realität zeigen.

Das ist ebenso beeindruckend wie erschreckend. Denn man kann zwar nicht ausschließen, dass The DAO hält, was das clevere Marketing drumherum verspricht (in geile Dinge investieren UND reich dabei werden). Und mit Sicherheit werden auch einige (wenige) Personen/Projekte/Unternehmen ganz großartig von The DAO profitieren (Hut ab, Slock.it!).

Die Wahrscheinlichkeit jedoch, dass hier gerade eine an sich interessante Idee Hype- und FOMO-getrieben mit Volldampf auf den Prellbock der Realität zurast, ist hoch. Viel zu hoch, als dass ich persönlich ernsthaft überlegen würde, auf diesen Crowdfunding-Zug aufzuspringen. Oder?

Warum man The DAO mit Vorsicht betrachten sollte

Was mich in erster Linie davon abhält, ist, dass Skepsis zu meinem Beruf gehört und im Fall dieser DAO zu viele Fragen im Raum stehen, auf die ich keine überzeugende Antwort finde. Weder im Netz, noch in Gesprächen, noch durch Recherche und eigenständiges Schlüsseziehen. Und dabei sind das nicht einmal besonders komplexe Fragen, sondern eigentlich ziemlich naheliegende. Ein paar davon liste ich hier einfach mal auf.

Was ist The DAO?

Klingt vielleicht banal, ist aber tatsächlich für mich noch nicht beantwortet. „Dezentrale, autonome  Organisation“ ist ein Begriff, der abstrakter nicht sein könnte. Christoph vom Bitcoinblog hat The DAO und wie sie funktionieren soll zwar grob zusammengefasst, aber letztlich ergeben sich aus der Lektüre nur noch mehr Fragen.

Haben diejenigen, die in The DAO investiert haben, verstanden, was die DAO ist?

Ich bezweifle das ernsthaft und meine Zweifel gründen u.a. auf solchen, vielbeachteten Artikeln wie The DAO: How to not fuck it up. in dem im Nachhinein(!) Vorschläge gemacht werden, wie man das Ding jetzt besser nicht gegen den Baum setzt. Sollte man sich dessen nicht bewusst sein, bevor man 140 Millionen US-Dollar einsammelt bzw. einzahlt?

Wo findet eine konstruktiv-kritische Auseinandersetzung der DAO-Befürworter mit The DAO statt?

Das Marketing pro The DAO ist ohne Frage gut. Aber es ist Marketing und kennt daher nur den Best Case. Was sehen jedoch die Initiatoren von The DAO (selbst eine dezentrale, autonome Organisation muss ja bisher noch von jemandem ins Leben gerufen werden) als Worst Case und was ist die erwartete Mitte?

Kann The DAO in dieser Form funktionieren?

Schwer zu sagen. Das wird man final wohl erst retrospektiv beurteilen können. Zieht man jedoch die Erfahrungen vergleichbarer Projekte zu Rate, sind die Aussichten nicht ganz so rosig. Ein guter Artikel zu diesem Thema: Is The DAO going to be DOA? Interessant darin ist auch der Hinweis auf den DAU (Dümmsten anzunehmenden User) verbunden mit der Frage, wie man mit ihm bzw. ihnen umgeht. Denn eines steht außer Frage: „Smart Contracts cannot fix Dumb People“.

Warum so viel Geld?

Ich halte DAOs im Allgemeinen für eine interessante Idee und The DAO wäre ein hervorragendes weiteres Experiment um den Hype und Erwartungsdruck um die DAO-Idee durch reale Erfahrungen aus der Praxis zu erden. 1 Million US-Dollar wären dafür schon eine enorme Menge Geld gewesen. 140 Millionen ändern nichts an den Ergebnissen des Experiments, vervielfachen jedoch die Fallhöhe und die Kollateralschäden, wenn das Projekt scheitert.

Wird The DAO, das Mt.Gox für Ethereum?

Ganz pragmatisch gefragt: Ist es sinnvoll Ethereum so eng mit einem einzigen, mächtigen und riskanten Projekt zu verknüpfen? Denn sollte die DAO(tcom)-Blase platzen (Worst Case), wären die Folgen auch für Ethereum und alle(!) anderen Projekte, die darauf basieren, unabsehbar.

Warum ist Ether auf einmal so geiles „Geld“?

Bisher wurde immer vermieden, Ether, die interne Währung von Ethereum, als digitales Geld zu beschreiben, weil dessen Primärfunktion nicht wie bspw. bei Bitcoin die Aufbewahrung und der Transfer von Geldwerten sein soll. The DAO nutzt Ether aber letztlich für genau das, weil damit Gelder eingezahlt und die potentiellen Gewinne den Nutzern ausbezahlt werden.

Übersehe ich etwas?

Das ist in der Tat die Frage, die mich am meisten wurmt und letztlich immer wieder über dieses beeindruckende 140-Millionen-Crowdfunding-Projekt nachdenken lässt. Bin ich womöglich der einzige (oder einer der wenigen), der das Potential von The DAO unterschätzt? Verpasse ich hier womöglich sogar direkt vor meiner Nase die Gelegenheit, an etwas Großem mitzuwirken und mit wenig Aufwand und Einsatz exorbitant reich zu werden?

berg
Alte Bergsteigerweisheit: Auch wenn man einen Gipfel vor Augen hat, ist es manchmal die schwerere, aber smartere Entscheidung, ihn nicht zu besteigen.

Es ist erstaunlich, wie groß und penetrant dieser beständige Zweifel an mir und meiner Entscheidung nagt, nicht Teil des The DAO-Crowdfundings zu werden. („Es könnte ja …  / Man kann ja doch nicht ausschließen, dass nicht vielleicht doch … / Bitcoin und Ethereum wurden am Anfang ja auch enorm unterschätzt …“). In diesem Fall hilft es jedoch, sich an den eigenen Prinzipien zu orientieren und in meinem Fall ist das vor allem: Investiere niemals Geld in Dinge, die du nicht verstehst. Und ich habe The DAO und den Crowdfunding-Hype darum bislang nicht verstanden. Aber ich versuche es weiterhin und beobachte dieses Projekt weiterhin mit Interesse. Und mit Skepsis.

Außerdem gibt es eine Sache, die ich in den letzten Jahren Bitcoin gelernt habe: Gute Ideen und Gelegenheiten zu investieren, werden auch nach The DAO noch viele kommen.

… aber vielleicht findet sich ja auch noch jemand, der auf obige und weitere Fragen überzeugende Antworten geben kann?

Update

Der Altcoinspekulant hat sehr lesenswert seine Sicht auf The DAO formuliert: Der Ethereum DAO – Das 200 Millionen Dollar Ding!

Bilder: Sergey Galyonkin (CC BY-SA 2.0) und meg und rahul (CC BY 2.0)

Honigdachs #5 – Ist Bitcoin tot?

Die fünfte Folge von Honigdachs ist da, dem Bitcoin-Podcast, den Stefan (bitcoinprivacy.net), Manuel (guidap.de) und ich ins Leben gerufen haben, weil uns nur einmal im Monat beim Leipziger Bitcoin-Stammtisch über Bitcoin und die Blockchain zu reden auf Dauer zu wenig ist.

Honigdachs – 05 – Ist Bitcoin tot?

Pünktlich zu Ostern geht es dieses Mal um Tod und Auferstehung. Denn immer wieder schreiben Medien darüber, dass Bitcoin tot sei, das Projekt gescheitert und die Idee von digitalem Geld zunehmend uninteressant werde. Das sorgt für Verwirrung, selbst bei uns. Denn wenn man sich die nackten Zahlen anschaut, ist Bitcoin alles andere als tot. Die Transaktionszahlen steigen, der beständige Kurs zeugt von einer wachsenden Nachfrage und das allgemeine Interesse wächst. Wenn dann aber auch noch die Bitcoin-Entwickler zanken, Projekte wie Ethereum den Blinker setzen und auf die Überholspur wechseln und Trolle aller Lager um die Meinungshoheit im Netz kämpfen, ist es schwer den Durchblick zu behalten.

In dieser Folge tragen wir daher mal alles zusammen, diskutieren, ordnen ein und kommen zu einem recht soliden Fazit, das nicht nur uns wieder besser schlafen lässt. Aber hört selbst.

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Bitcoin-Presseschau #85

Die Bitcoin-Presseschau fasst die wichtigsten Informationen, Entwicklungen und Links aus dem Bereich Bitcoin und digitales Geld zusammen. Für den Zeitraum vom 25. Februar bis 25. März 2016 mit folgenden Themen:

  • #Bitcoin Kurs: Stabilomat
  • #Thema: Ethereum? ETHEREUM!!!1!
  • #Grundlagen: Die BaFin hat die Blockchain ziemlich gut verstanden / So spart man sich unnötige „Blockchain“-Projekte / Soft- und Hardforks – wer, wie was warum? / Zum aktuellen Stand von Ethereum und warum „Bankchains“ noch immer keine gute Idee sind
  • #Business: Von wegen Microsoft nimmt keine Bitcoins mehr / Strom, Blockchain und das Internet der Dinge / Smart Contracts sind totally Bitcoin
  • #Technologie: Heizen mit Mining / Bitcoin-Diebstahlschutz durch Zeitverzögerung
  • #Wissenschaft: UN erforscht Bitcoin und Blockchain-Potential / akademisches Bitcoin-Verzeichnis
  • #Legales: Wer haftet eigentlich bei Dezentralen Autonomen Organisationen?
  • #Gesellschaft: Bitcoin-Spenden knipsen Licht in südafrikanischen Schulen an / Wenn schon Drogen im Netz kaufen, dann mit Bitcoin
  • #International: Bitcoin ist hip in Israel / Afrika jetzt auf der Mining-Landkarte / Nachfrage nach Bitcoin in Südafrika steigt rasant /  Australien zieht umstrittene Bitcoin-Besteuerung zurück
  • #Fundstück: Blockchain-as-an-Excuse / Lil Buterin, Yo!

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So lebendig ist Bitcoin: Die Antworten (Teil 2)

Letzte Woche habe ich drei Fragen zum Stand von Bitcoin und Ethereum gestellt und nach den ersten Antworten, die vor allem aus der Community kamen, hier nun die drei mal drei Antworten von Menschen, die „professionell“ mit Bitcoin zu tun haben: sei es als Journalisten, Filmemacher, Gründer oder Interessenvertreter. Bemerkenswert auch dieses Mal, wie vielschichtig und mitunter sehr ausführlich begründet die Meinungen sind. Aber lest selbst.

Und falls ihr euch noch beteiligen wollt, könnt ihr das gerne noch weiterhin tun. Die drei Fragen sind:

  1. Wer bist du und was hast du mit Bitcoin und/oder Ethereum zu tun?
  2. Inwieweit betrifft dich die aktuelle Blocksize-Debatte und was ist deine Meinung dazu?
  3. Wo siehst du Bitcoin/Ethereum in drei Jahren?
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Blockchain – Der Weltcomputer im Radio

Vergangenen Samstag war „Blockchain“ (ohne Artikel wirkt dieses Wort immer so verloren, aber wenn sie meinen) Thema im Radio. Bei Breitband war dazu der Journalist Thomas Reintjes zu Gast und das ist ein sehr hörenswertes Gespräch geworden, weil gleichzeitig offen, kritisch und anschaulich. Nachhören kann man das hier.

Blockchain – das Halbstunden-Feature zum Nachhören

Aber warum gerade Thomas Reintjes? Der Journalist kannte sich nämlich aus, hatte er doch mit Der Welt-Computer. Wie das Internet transparent, sicher und autonom werden soll bereits Anfang März und ebenfalls für Deutschlandradio Kultur ein ganz, ganz tolles halbstündiges Feature gemacht. (Die Audiodatei kann man hier direkt als mp3 herunterladen, hier das Skript als pdf).

Das Gespräch letzten Samstag war also quasi eine Zweitverwertung und ein geschickter Querverweis auf bereits gesendetes Programm, was in diesem Fall aber nicht nur absolut okay ist, sondern eine sehr gute Entscheidung. Ich hätte dieses Feature sonst nämlich verpasst und das wäre schade gewesen. Denn nicht nur erzähltechnisch wurde das Thema einfallsreich und wunderbar hörspielerisch umgesetzt. Auch das Fazit dieser gedanklichen Reise in den „Welt-Computer“ und zurück spricht mir aus der Seele:

„Das könnte letztlich die größte Herausforderung für die Blockchain-Technik werden: Zu wenige Menschen verstehen sie und zu viele reden über sie.“

Mehr ist dem nicht hinzuzufügen.

So lebendig ist Bitcoin: die Antworten (Teil 1)

Am Montag habe ich drei Fragen zum Stand von Bitcoin und Ethereum gestellt. Nun wird es Zeit die ersten Antworten aus der Community zu veröffentlichen. Wie sich zeigt, ist das Bild dabei äußerst vielfältig. Wobei mich persönlich insbesondere Remos Einblick und Parallele zur schweizerischen Diskussionskultur fasziniert hat. Aber lest selbst.

Und falls ihr euch selbst noch beteiligen wollt, könnt ihr das gerne noch weiterhin tun. Die drei Fragen sind:

  1. Wer bist du und was hast du mit Bitcoin und/oder Ethereum zu tun?
  2. Inwieweit betrifft dich die aktuelle Blocksize-Debatte und was ist deine Meinung dazu?
  3. Wo siehst du Bitcoin/Ethereum in drei Jahren?

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Bitcoin vs. Ethereum. Oder: Ist Bitcoin tot?

Zur Zeit ist es außerordentlich schwierig, verlässliche Informationen über den Status Quo von Bitcoin zusammenzutragen und anständig darüber zu berichten, was die Entwickler, die Community und das gesamte Ökosystem beschäftigt und wie die aktuellen Zukunftsaussichten des digitalen Geld und der Blockchain-Technologie sind.

Blocksize-Debatte spaltet Entwickler und Community

Das hat nicht nur mit der noch immer ungelösten Blocksize-Debatte zu tun, die auch nach dem ominösen, verschwörerisch-elitären Satoshi-Roundtable alles andere als gelöst ist (einem Event, bei dem sich die ausschließlich geladenen Teilnehmer auf eine skurrile „Privatsphäre“-Klausel eingelassen haben, die nur politisch korrekte Kommentare nach außen dringen ließ und dessen ehrlichste, wenngleich auch nicht unumstrittenste Zusammenfassung daher wohl dieser Rant von uneingeladenen Gästen ist: „Why I Went to the Satoshi Roundtable in a Sombrero“.

Dass der Satoshi Roundtable zu keinem Ergebnis führte, ist wenig verwunderlich. Denn nicht nur die Kommunikation der vermeintlichen Bitcoin-„Elite“, sondern auch die der gesamten Community ist seit langem gestört. Reddit, die wichtigste Plattform für crowdgesourcte Informationen und Diskussionen, ist nach Zensurvorwürfen in die Subreddits r/bitcoin und r/btc gespalten. Letzteres rühmt sich dabei zwar seiner freien Meinungskultur, setzt diese aber nicht konstruktiv ein, sondern verkommt immer mehr zu einem Ventil für Frust, Ärger, Jammerei und Trollerei gegen das andere Subreddit. Das stört nicht nur mich bei der Recherche, sondern selbst einen Moderator, der sich das alles durchlesen muss: „/r/btc seems to have lost it’s way“.

Was jedoch nicht bedeuten, dass es bei r/bitcoin besser liefe. Die Zensurvorwürfe gegen den dortigen Moderator Theymos sind nicht unbegründet und inwieweit dort eine realitätsverzerrende Schönwetter-Beitragskultur gepflegt wird, lässt sich beim Lesen der freigeschalteten Posts nicht ohne Weiteres erkennen. Woran es aber keinen Zweifel gibt, ist, dass Meinungspluralismus, Themenvielfalt und die offene Diskussionskultur in r/bitcoin stark zurückgegangen sind. Ich jedenfalls finde dort für meine Arbeit immer weniger qualitative Beiträge und auf r/btc als korrigierende Ergänzung ist aktuell auch kein Verlass.

Ist Bitcoin tot? Nein! … also zumindest noch nicht.

Beides, die Gräben auf Entwicklerebene und die Differenzen in der Community, sorgen für allgemeine Verunsicherung. Selbst isbitcoindead.com ist mittlerweile von einem kategorischen „Nein!“ auf ein „Noch nicht.“ umgeschwenkt und wer solche monothematischen „Is [whatever]?“-Seiten kennt, weiß, dass es eigentlich zu deren Konzept gehört, gerade keinen Raum für Zweifel zu lassen. Den scheint es jedoch bei Bitcoin wohl zunehmend zu geben. Dieser Eindruck wird dann noch verstärkt, wenn Nachrichten die Runde machen, wie die, dass Microsoft keine Bitcoins mehr akzeptiert.

microsoft bitcoin windows 10 quit
Microsoft akzeptiert fortan keine Bitcoins mehr für Windows 10-Produkte.

Wobei das allerdings nur für Windows 10-Produkte gilt und weniger besorgniserregend ist, als es auf den ersten Blick scheinen mag. Denn wesentlich wichtiger ist es, dass das Unternehmen weiterhin Bitcoins für seine Xbox-Sparte nimmt. Dort findet sich nämlich viel konzentrierter die Zielgruppe, die tatsächlich auch willens und in der Lage ist, digitale Inhalte mit Bitcoin zu bezahlen.

Den Rückschritt bei Windows 10 sollte man, vor allem ohne explizite Begründung, also nicht überbewerten, zumal solch ein Schritt bei Experimenten mit neuen Zahlungsoptionen ein Ergebnis ist, mit dem man realistischerweise rechnen muss. Bitcoin ist nun mal nicht das ultimative und perfekte Zahlungsmittel für jede vorstellbare Situation.

Wer allerdings Lust auf wilde Spekulationen hat, kann darin ja auch einfach ein Indiz sehen, dass Microsoft dem eigenen aktuellen Betriebssystem keine Zukunft mehr gibt und die nächste Version ohnehin eine komplette Bitcoin-Integration haben wird.

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Bitcoin – The Honey Badger of Money doesn’t give a shit!

Denn ganz so schlecht scheint es um Bitcoin ja doch nicht zu stehen, oder?  Der Bitcoin-Kurs ist zumindest im letzten Monat recht stabil zwischen 400 und 450 US-Dollar geblieben. Trotz des ganzen Hickhacks um die Blocksize, die im Sommer bevorstehende Halbierung des Mining-Rewards und des aktuellen Durchstartens von Ethereum.

coindesk-bpi-chart

Ethereum – der neue heiße Scheiß?

Das wiederum ist bemerkenswert. Immerhin steigt das Interesse an Ethereum rasant, das Projekt wird in den Medien schon als „der bessere Bitcoin“ gehandelt, die Marktkapitalisierung des Projekts hat mit 1 Milliarde US-Dollar vor kurzem eine wichtige psychologische Marke durchbrochen und diejenigen, die Ether kaufen, nutzen dafür vermutlich größtenteils Bitcoin, was dort wiederum auf den Preis drücken müsste.

google search ethereum
Auch bei Google gehen die Suchanfragen nach Ethereum steil nach oben.

Dass der Bitcoin-Kurs daher in dieser gefühlt großen Krise so stabil bleibt, ist dementsprechend ein deutlicher Hinweis auf robuste Beständigkeit. Vor allem, da täglich neue Bitcoins im Wert von derzeit rund 1,5 Millionen US-Dollar auf den Markt kommen, allein schon die aufgekauft werden müssen, damit der Bitcoin-Preis überhaupt stabil bleibt. Ein beständiger Bitcoin-Kurs beinhaltet daher sogar ein verstecktes Wachstum.

Und dass auch das Interesse weiterhin bedeutend ist, lässt sich auch an der Anzahl von Google-Suchen erkennen. Ethereum steigt dort zwar rasant, ist trotzdem aber auch noch weit vom Interesse an Bitcoin entfernt.

google search ethereum bitcoin
An das Interesse an Bitcoin reicht das an Ethereum bei Google-Suchen noch lange nicht heran.
Kampf der Informations-Overkill-Debatten-Müdigkeit!

Und trotzdem: Verunsicherung durch Informations-Overkill und eine ernüchterte Blocksize-Debatten-Müdigkeit ist vielerorts spür- und erkennbar. Das wiederum muss nicht unbedingt schlecht sein. Immerhin bekommen dadurch möglicherweise weniger politische als vielmehr pragmatische Lösungsansätze eine Chance. Es kommt halt, wie es kommt.

Aber ist solch eine fatalistische Grundhaltung auch das, was die Community will? Oder sind wir an einem Punkt, an dem wir uns damit abfinden müssen, dass das nun einmal die soziale Consensus-Methode ist, nach der Bitcoin funktioniert? Und ist Ethereum nun die bessere Bitcoin-Alternative, eine wertvolle Blockchain-Ergänzung mit anderem USP oder doch ein Projekt ohne Zukunft?

Drei Fragen zur Zukunft von Bitcoin und Ethereum

Diese und viele andere Fragen stehen ungelöst im Raum und um ein bisschen Licht ins Dunkel zu bringen, starte ich hiermit eine Meinungsfindungs-Offensive, die pluralistische, qualitative Antworten von verschiedenen Akteuren des Bitcoin-Ökosystems zusammentragen soll.

Dafür habe ich mir drei Fragen überlegt, die ich euch als Lesern hiermit ebenso stelle, wie ich sie auch gezielt an einzelne Akteure (Blogger, Gründer etc.) schicken werde.

  1. Wer bist du und was hast du mit Bitcoin und/oder Ethereum zu tun?
  2. Inwieweit betrifft dich die aktuelle Blocksize-Debatte und was ist deine Meinung dazu?
  3. Wo siehst du Bitcoin/Ethereum in drei Jahren?

Wie man sieht, geht es dabei weniger um richtig und falsch, als vielmehr um Meinung, Einschätzungen, Prognosen. Auch eine Antwortlänge gebe ich nicht vor. Idealerweise entsteht so ein Stimmungsbild, das derzeit auf anderem Wege kaum zu gewinnen ist.

Und jetzt kommt ihr!

Wer will, kann seine Antworten direkt in die Kommentare schreiben oder mir diese per Mail schicken. Die Fragen habe ich dabei bewusst so gestellt, dass man kein Bitcoin-Experte sein muss, um sie zu beantworten. Es geht hierbei ja nicht um reine Fachexpertise (wo gibt es die bei Bitcoin überhaupt), sondern um ein Gesamtbild aller Menschen, die sich für Bitcoin und Ethereum interessieren und damit agieren.

Ich werde das alles dann in einer noch zu bestimmenden Form sinnvoll aufbereiten und veröffentlichen. Und wer sich seiner eigenen Meinung noch nicht sicher ist: Auch im nächsten Honigdachs-Podcast, den wir kommende Woche aufzeichnen, werden wir dieses Thema diskutieren und vermutlich die ein oder andere steile These in Raum und Äther werfen.

Ihr dürft natürlich aber auch schon vorher in die Tasten hauen.

Honigdachs #3 – Blockchain ohne Bitcoin

Die dritte Folge von Honigdachs ist da, dem Bitcoin-Podcast, den Stefan (bitcoinprivacy.net), Manuel (guidap.de) und ich ins Leben gerufen haben, weil uns nur einmal im Monat beim Leipziger Bitcoin-Stammtisch über Bitcoin und die Blockchain zu reden auf Dauer zu wenig war.

Honigdachs – 03 – Blockchain ohne Bitcoin

Dieses Mal sprechen wir über ein Thema, das uns seit Wochen besonders unter den Nägeln brennt: Blockchain ohne Bitcoin.

Hintergrund ist der, dass die Finanzwelt sich bekanntlich seit geraumer Zeit auf das Hype-Wort „Blockchain“ eingeschossen hat, gleichzeitig aber bloß nichts mit Bitcoin zu tun haben will. Das ist paradox, skurill und wirft viele Fragen auf. Allen voran: Was soll das und ist denn die ganze Welt verrückt geworden?

Die Antworten darauf gibt hier. Von Altcoins über Blockchain 2.0-Projekte bis hin zu „Privaten Blockchains“ streifen wir dabei einmal alles, was „Hier! Blockchain! Geil!“ schreit und ob es am Ende ein Happy End für unser aller Seelenheil gibt, sei an dieser Stelle noch nicht verraten.

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