Schlagwort-Archive: Kryptographie

Public Key-Kryptographie mit Farbe erklärt

Dass wir so ein großes Datenschutzproblem haben, liegt auch daran, dass Verschlüsselung und deren Funktionsweise für viele Menschen nicht verständlich genug ist. Die Komplexität mancher Erklärversuche wirkt dabei oft abschreckend und sich erst einmal nicht damit auseinanderzusetzen ist für den User daher meist die bequemere Option. Selbst wenn er die möglichen Konsequenzen kennt.

Kryptographie mit Farben und Bildern

Diesem Dilemma begegnet der Youtube-Kanal Art of the Problem u.a. mit, wie der Name schon andeutet, Kunst und sehr anschaulichen Beispielen und Bildern. Die Verschlüsselung mit öffentlichem Schlüssel durch Farbmischungen zu Visualisierung ist dabei ziemlich clever.

Das Seil-Uhren-Bild fand ich zwar etwas verwirrend, aber wie modulares Rechnen funktioniert, kann man ja auch recht schnell nachlesen, das ist Oberstufen-Mathe.

Nach dem Klick gibt es noch ein weiteres Video, das sich konkret mit dem RSA Verschlüsselungs-Algorithmus auseinandersetzt und dabei u.a. bunte Lampen verwendet.

Und ich nutze den Umstand, dass ich durch Art of the Problem in kryptographischer Hinsicht wieder ein kleines Stückchen schlauer geworden bin, um hier endlich mal verschlüsselte E-Mail-Kommunikation anzubieten. Den zugehörigen Schlüssel gibt es in den kommenden Tagen auf der Kontaktseite.

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Bitcoin auf der CryptoCon 15

Warum ich die Republica dieses Jahr ja ganz bewusst ausgelassen habe, habe ich hier ja schon ausführlich erklärt. Fest auf meinem Konferenzplan stand hingegen die CryptoCon 15 hier in Leipzig am vergangenen Wochenende. Nicht nur, weil sie mit ihren zwei Vorträgen, die sich explizit mit Aspekten rund um das Thema Bitcoin auseinandergesetzt haben, genau zwei mehr hatte als die Republica, sondern weil auch sonst das Programm interessanterer und vor allem deutlich aufschlussreicher war.

Denn paradoxerweise sind die Session-Titel der Republica oftmals sehr viel kryptischer (kleines Beispiel) als die der Cryptocon. Hier heißen die Vorträge ganz pragmatisch und treffend z.B. „Handybeschlagnahme“ und als Besucher hat man dann dankenswerterweise eine ziemlich genaue Vorstellung davon, worum es geht.  Das ist zum einen sehr viel angenehmer, wenn man ein knappes Zeitbudget hat und zum anderen – Stichwort „auch mal überraschen lassen“ lernt man ja trotzdem einiges dazu. Das ist zumindest meine Erfahrung und genau die habe ich auch wieder auf der CryptoCon gemacht. Zum Beispiel bei den beiden Bitcoin-Vorträgen.

Bitcoin-Vorträge auf der CryptoCon

Denn obwohl ich mich bspw. mit Ente fast jeden Monat beim Leipziger Bitcoin-Stammtisch unterhalte, hat mir sein Vortrag „Bitcoin – Anonymes Geld?“ erst jetzt noch einmal richtig die Augen für das Anonymitäts-Problem von Bitcoin geöffnet. In „Bitcoin 2.0“ von Henning Kopp hingegen ging es um seine Doktorarbeit, Filecoin und die generellen Möglichkeiten und Herausforderungen ein dezentrales, ökonomisch sinnvolles Datenspeichernetzwerk zu etablieren.

Beide Vorträge sind gleichzeitig kurzweilig und erhellend und ich habe sie nach dem Klick eingebunden. Falls es Probleme mit der Anzeige gibt, dann kann man sich die Videos aber auch in der Mediathek des Chaos Computer Clubs anschauen. Dort gibt es auch die Mitschnitte aller anderen Vorträge und die nächste CryptoCon dann voraussichtlich im Mai 2016.

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Bitcoin beim 31C3

Die Weihnachtspause ist vorbei. es geht wieder los und ich freue mich auf ein spannendes Bitcoin-Jahr 2015.

Zwischen den Jahren ist ja nicht so richtig viel passiert, aber um zumindest ein Event ein bisschen aufzuarbeiten, habe ich mich mal durch die Videomitschnitte vom 31C3 geklickt um zu schauen, wo ich Bitcoin-thematische Bezüge finde.

Dabei bin ich auf diesen Vortrag von Rüdiger Weis gestoßen, der sich hauptsächlich mit dem aktuellen Stand von Kryptographie beschäftigt und Bitcoin dabei zumindest periphär streift.

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Master of Kryptowährung

Im Januar kündigte die Universität von Nikosia an, dass Studiengebühren ab sofort auch in Bitcoin beglichen werden können. Nebenbei erklärte die Uni zusätzlich noch die Einführung des Master of Science-Studiengangs Digital Currencies.

Um das ganze nun ein bisschen mehr zu promoten, ist die Einführung in das Thema als Massive Open Online Course angelegt, an dem jeder kostenlos über das Netz teilnehmen kann.

Snippet von der Website:

„Students who successfully complete the course and who are interested in pursuing the full MSc program will be able to receive credit if they successfully pass their assessment.

The MOOC will cover both a technical overview of decentralized digital currencies like Bitcoin as well as attempt to put them in a broader economic, legal and financial context.“

Detaillierte Übersichten über die Inhalte gibt es hier, eine Übersicht über den Themenfahrplan inkl. Literaturliste hier (u.a. das Bitcoin-Whitepaper). Die einzelnen Themenblöcke finde ich aber tatsächlich richtig spannend. Vom Problem der byzantinischen Generäle über Ethereum bis hin zu M-Pesa. Da kann man eventuell noch mal richtig solides Grundlagenwissen mitnehmen. Kann gut sein, dass ich da einfach mal mitmache.

Check! Ich bin dabei. Wer noch? Dann könnten wir nämlich ’ne Online-Fahrgemeinschaft aufmachen.

Kurvige Kryptographie

Kryptografie ist die theoretische Grundlage von Bitcoin und jeder anderen – der Name sagt es schon – Kryptowährung. Aber verstehen zu wollen, wie sie funktioniert, ist für, ich nenn es mal, interessierte Laien nicht immer ganz einfach. Viel Mathe, sehr abstrakt, hohes Häh?-Potential.

Wer sich jedoch einmal auf Elliptic Curve Cryptography (ECC) einlässt, sich ein bisschen Zeit nimmt und eine (im Rahmen des Möglichen) verständliche Einführung hinzuzieht, der wird mit einem faszinierenden Erkenntnis-Abenteuer voller elliptischem Billard, erweiterten euklidischen Algorithmen und heimtückischen Falltüren belohnt.

Als Lektüre empfehle ich den Blogeintrag A (Relatively Easy To Understand) Primer on Elliptic Curve Cryptography des Cloudservice anbieters Cloudflare, der natürlich mit diesem Artikel auch Werbung für seine Verschlüsselungsdienstleistungen machen will, sich dafür aber alle Mühe gibt, das Thema auf ein für interessierte Laien verständliches Niveau herunterzubrechen.

Bildnachweis: „südkurve“ Flickr-User hcl (CC BY-SA 2.0)

Die Bitcoin-Kryptographie-Basics

Gute Infografiken kann man nie genug haben. Denn jede bringt einem ein Detail näher, dass man bisher so noch nicht wusste oder zumindest im Einzelnen noch nicht verstanden hat. Bei dieser ist zum Beispiel die Verifizierung von Bitcoin-Transaktionen und das Hash-Prozedere sehr anschaulich dargestellt, denn die Grafik ist Teil eines Artikels, der den Schwerpunkt auf die Privatsphäre legt, die durch kryptologische Währungen wiedergewonnen werden kann.

Bitcoin-Infografik

Das der Beitrag schon etwas älter (Mai 2012) ist, merkt man an einem kleinen Detail:

„Since January Bitcoin has stabilized. It’s been holding an exchange rate of about US $5.“

Nichtsdestotrotz ist dieser Text hervorragend, denn er beschreibt nicht nur die Vorgeschichte von Bitcoin sehr ausführlich – entgegen mancher Behauptungen ist Bitcoin nämlich nicht *poff* aus dem Nichts entstanden, sondern vereint die Vorarbeit vieler kluger Köpfe und löst ein paar bisher ungelöste Probleme – er erklärt darüber hinaus auch sehr anschaulich ein paar dieser Probleme wie das Double-Spending-Problem oder die Funktionsweise der Blockchain.

Bitcoin: The Cryptoanarchists’ Answer to Cash – IEEE Spectrum