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Bitcoin- und Blockchain-Rückblick: Republica 2016

Nun ist sie also vorbei die Republica 2016 und von meinem prallen Paket mit mehr als 100 Paper Wallets ist mir tatsächlich nur diese eine leere geblieben, die ich nach unserem fulminanten Workshop vom Boden aufhob und als Erinnerung mit nach Hause genommen habe. Denn es war toll!

Bitcoin und Blockchain auf der republica 2016 rpTEN
Leer, zerknittert, aber die Paper Wallet hat jemanden glücklich und zu einem neuen Bitcoin-Nutzer gemacht!

Aber der Reihe nach.

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Mit, für und wegen Bitcoin zur #rpTEN

Nun ist soweit. Ich bin auf dem Weg nach Berlin zur Republica, die morgen startet und auf der wir am Dienstag (12:45 Uhr, Stage J) dann unseren mit Spannung erwarteten Bitcoin-Praxisworkshop starten werden. Also gespannt sind vor allem wir selber. Wird das alles so klappen, wie wir uns das vorstellen? Wird das Internet funktionieren? Interessiert überhaupt jemanden, was wir da machen? Naja – zumindest einen Teilnehmer werden wir wohl haben:

Bitcoins for free!

Aber Spaß beiseite. Wir haben uns wirklich ins Zeug gelegt und einiges vorbereitet. 100 Paper Wallets warten darauf verteilt und eingelöst zu werden. Die hübsch zu machen, war nicht nur einiges an Fleißarbeit, sondern sie auch anständig zu befüllen nur durch das großzügige Sponsoring von SatoshiPay möglich. Danke dafür! Denn letztlich steht und fällt so ein Bitcoin-Praxisworkshop damit, ob man den Menschen auch Bitcoins geben kann, damit sie den Umgang mit digitalem Geld lernen können.

Ihr seid auch da? Kommt vorbei!

Falls ihr auch vor Ort seid, kommt vorbei oder meldet euch (am besten per Twitter). Dann treffen wir uns, plaudern über Bitcoin, machen uns eine schöne Zeit. Bis dann!

Die Republica, Blockchain und Bitcoin für alle!

Seit Jahren kritisiere ich nun schon, dass die Republica als Netz-, Kultur- und Gesellschaftskonferenz einen markanten blinden Fleck in ihrem Themenspektrum hat, wenn sie einen so großen Bogen um das Thema Bitcoin macht, wie sie es die letzten Jahre gemacht hat.

Immerhin gab es 2015 nicht eine einzige Session, die sich mit Bitcoin und/oder der Blockchain auseinandergesetzt hat, obwohl es das Jahr war, in dem Banken auf einmal anfingen das Wort „Blockchain“ sexy zu finden, Investoren hunderte Millionen US-Dollar in Bitcoin Startups auf der ganzen Welt investierten und das öffentliche Interesse und die Medienpräsenz des Themas rasant zunahm.

Was lange währt …

Aber man soll die Hoffnung nicht aufgeben. Wie jedes Jahr habe ich daher ein paar Bitcoin-thematische Sessions vorgeschlagen und siehe da: auf der diesjährigen Republica wird es nicht nur eine, sondern gleich eine ganze Handvoll Talks, Diskussionen und Workshops zu Bitcoin und der Blockchain geben.

free bitcoins

Freie Bitcoins für alle!

Gemeinsam mit Christian Rotzoll und Annalena Kurth werde ich zum Beispiel einen Workshop mit dem schmissigen Titel: „FREE BITCOINS!!1! click here!“ durchführen. Wobei der Name absolut nicht übertrieben ist. Immerhin werden wir als quasi Real-Life-Faucet wirklich Bitcoins an die Workshop-Teilnehmer verschenken, Wallets installieren und dann gemeinsam die Blockchain für einen guten Zweck fluten.

Das wird nicht nur spaßig, sondern ist auch didaktisch der sinnvollste Weg. Denn Bitcoin selbst einmal in der Praxis nutzen zu können, ist erfahrungsgemäß für die meisten Menschen eine spannende, lehrreiche und begeisternde Erfahrung und der schnellste Weg einen Zugang zu dem Thema zu finden.

Kommt alle vorbei!

Zudem wollen die Session nutzen, um einen kleinen Anlaufpunkt für alle zu schaffen, die sich für Bitcoin interessieren. Falls Ihr also zufällig auch auf der Republica seid, kommt vorbei. Vielleicht brauchen wir die ein oder andere helfende Hand, vielleicht machen wir anschließend noch so etwas wie ein spontanes Meetup an der Bar, vielleicht überlegen wir uns auch noch eine weitere Aktion. Das entscheiden wir dann spontan (und wenn wir genau wissen, wann und wo die ganzen Sessions stattfinden)

Nach dem Klick noch die Liste mit den weiteren Bitcoin-/Blockchain-thematischen Vorträgen und Diskussionen. Manche davon klingen sehr theoretisch und abstrakt. Aber das ist ja bei vielen Republica-Sessions im Vorfeld so und muss nichts heißen.

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Die Republica 2015 zu ignorieren ist okay

Dass Bitcoin auf der Republica 2014 kaum eine Rolle spielte, hatte mich damals sehr verwundert. Vor allem, weil es für mich ein merkwürdiger Widerspruch war in hunderten Panels, Diskussionen und Vorträgen stetige Überwachung, zunehmende Zentralisierung und mangelndes Engagement von Usern anzuprangern und gleichzeitig ein globales Projekt wie Bitcoin mit der Begründung zu ignorieren, darüber habe man vor drei Jahren ja schon mal berichtet.

Ich hatte lange gehofft, das sei ein endschuldbarer, weil kann-ja-mal- passieren-Ausrutscher gewesen und die Programmauswahl würde 2015 hinsichtlich Bitcoin und der Blockchain-Technologie ein bisschen smarter und mutiger sein. Immerhin gibt es dermaßen viele Schnittmengen zwischen dem Themenkomplex Bitcoin und dem, worum es sonst so auf der Republica geht. Vom gesellschaftlichem Wandel, Dezentralisierung und Überwachung über Demokratisierung und neue Internettechnologie bis hin zu digitaler Entwicklungshilfe, um nur mal ein paar Stichworte zu nennen.

Die Republica 2015 mit noch weniger Bitcoin als 2014

Nachdem ich mir die beeindruckende Fülle diesjähriger Sessions angeschaut habe, war ich allerdings ernüchtert. Ein bisschen, weil sämtliche meiner Themenvorschläge abgelehnt wurden, was ich aber insofern okay finde, wenn das Thema dafür anderweitig Erwähnung fände. Es ist ja das gute Recht der Organisatoren den oder die Expertin einzuladen oder sich für dieses oder jenes Thema zu entscheiden, von dem sie meinen, das es am besten in das Gesamtkonzept der Konferenz passt. Fakt ist allerdings, war Bitcoin letztes Jahr zumindest noch Thema einer Veranstaltung, ist es dieses Jahr gar nicht mehr auf der Republica vertreten.

Republica 2015 – Alter Wein in neuen Schläuchen

Ich habe trotzdem lange überlegt hinzufahren und open minded an die Sache heranzugehen um, wenn schon nicht im offiziellen Programm, wie letztes Jahr auch trotzdem nach Spuren von Bitcoin auf der Republica 2015 zu suchen. Was mich letztlich davon abgehalten hat, war dann jedoch das offizielle Programm, von dem ich mir wenigstens hier und da ein bisschen frischen Input oder einen Blick über den Tellerrand – kurz etwas Unerwartetes – erhofft hatte. Dafür waren mir aber die Themen an vielen Stellen zu beliebig und – letztlich der entscheidende Faktor – zu oft sollten dieselben Personen oben auf der Bühne stehen, die auch letztes Jahr dort bereits zum selben Thema standen.

Insofern habe ich mich gar nicht erst der Illusion hingegeben, das mich auf der Republica 2015 etwas anderes erwartet als 2014. Nämlich großes und vielbeklatschtes Kritik-Buhei auf der Bühne, aber wenig Greifbares im Nachgang.

Reden und klatschen bringt keine Veränderung

Als Beleg ziehe ich dafür mal zwei Punkte aus Sascha Lobos vielbeachteter „Rede zur Lage der Nation“ heran, vielleicht die meistbeachtete Sessions der Republica 2014. Lobo ist zwar dieses Jahr nicht vertreten, aber bei Minute 69 hat er damals eine bemerkenswerte „Drohung“ ausgesprochen und die Menschen zu folgenden Aktivitäten aufgerufen:

Sascha Lobo republica geld bitcoin

Besonders die Punkte „Gebt Geld! Und baut Finanzierungskonzepte!“ hatte Lobo damals vollkommen zu Recht deutlich hervorgehoben. Zwei Punkte, die zusammen mit den anderen dreien das Schlagwort „Bitcoin“ quasi sofort auf die Tagesordnung rufen und es wäre an den Republica-Organisatoren gewesen, bei der diesjährigen Konferenz den Raum zu schaffen, um über den Status Quo und die Möglichkeiten neuer digitaler Finanzierungskonzepte, also über Bitcoin zu diskutieren und zu beraten.

Das ist jedoch nicht geschehen und damit führt sich die Republica selbst ad absurdum. Denn während das Bitcoin-Ökosystem global prächtig wächst und gedeiht, bringt alleiniges Reden und Klatschen auf der Republica allein keine Veränderung. Das zeigt auch ein anderes Beispiel aus Sascha Lobos Rede. Aus seiner groß und trollig angekündigten Website www.netzgemeinde.de ist heute, ein Jahr danach nicht viel geworden.

Was die Republica von Bitcoin lernen kann

Erstaunlicherweise ist es gerade Bitcoin, das sich die Republica als Vorbild nehmen könnte, um sich aus ihrem alljährlichen wiederholenden Passivitäts-Kokon zu befreien. Denn ebenso wie auf der Republica Jahr für Jahr die netzpolitischen Missstände mit mäßigem nachhaltigen Erfolg angeprangert werden, so wurden lange Zeit auch die ungerechten Zustände des globalen Finanz- und Wirtschaftssystem kritisiert, ohne dass sich etwas verändert hätte. Seit sich Bitcoin jedoch zunehmend als Alternative entwickelt, kommt Bewegung in die Branche und Banken und Finanzdienstleister sind gezwungen ihre lukrative Comfort Zone zu verlassen.

So einen Hebel zu finden, der die Menschen motiviert, sie in Bewegung versetzt und antreibt selbst aktiv zu werden, fehlt der Netzpolitik bisher und ihn zu finden wäre eigentlich die große und sinnvolle Aufgabe der Republica. Ein erster Schritt dafür wäre jedoch sich zunächst einmal überhaupt mit Bitcoin auseinanderzusetzen und der begeisternden und verbindenden Motivation, die es auf Menschen in allen Ländern der Welt ausübt.

Zwei bessere Alternativen zur Republica

Vielleicht ist die große Zeit der Republica aber auch vorbei und es lohnt sich nicht mehr auf solche Veränderungen zu warten. Ich für meinen Teil habe daher auch schon zwei Alternativen gefunden. Die Cryptocon mit von Jahr zu Jahr wachsender Anzahl Bitcoin-Themen hier in Leipzig und die hub conference in Berlin. Die findet an gleicher Stelle wie die Republica statt, wird aber vom Bitkom organisiert. Und der hat ja eine eigene Arbeitsgruppe, die sich u.a. mit Kryptowährungen beschäftigt.

Eine Republica (fast) ohne Bitcoin

Nun ist sie also vorbei die re:publica 2014 und die Meinungen, ob gelungen oder nicht, gehen auseinander. Zu groß und unübersichtlich den einen – die mit Abstand weltweit bedeutendeste Netzkultur-Konferenz für die anderen.

Fakt ist: Es ist eine enorme Herausforderung allen Entwicklungen, Themen und Tendenzen zum Oberthema Netzkultur und -politik angemessen und ausgewogen zu repräsentieren. Bitcoin und digitale Währungen blieben dieses Jahr dabei allerdings abgeschlagen auf der Strecke. Da zwingt sich die Frage auf: Wie klein ist die Nische tatsächlich, in der das Bitcoin-Protokoll in Deutschland (noch) sein Dasein fristet?

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