Bitcoin-Presseschau

Presseschau 2014/9

Die Coinspondent-Presseschau fasst jeden Sonntag die wichtigsten Informationen, Entwicklungen und Links der Woche zusammen. Diesmal für die Woche vom 24 Februar bis 2. März 2014.

Besonders lesenswerte Artikel

Mt.Gox ist tot, jetzt auch offiziell

Das alles beherrschende Thema war wieder einmal das Drama um die ehemals größte Bitcoin-Börse Mt.Gox. Erst wurden interne Dokumente geleaked, dann ging die Website offline, schließlich stellte Mt.Gox den von vielen lange erwarteten Insolvenzantrag. Frei nach dem Motto „Nur schlechte Nachrichten sind große Nachrichten“ war das Medienecho enorm, die Qualität der Berichterstattung jedoch durchwachsen. In einer Sonder-Presseschau habe ich deshalb am Mittwoch versucht ein bisschen Ordnung in die Debatte zu bringen und u.a. verschiedene Artikel großer Medien miteinander verglichen. Der schlechteste Beitrag kam dabei überraschenderweise von tagesschau.de. Die rote Laterne haben die Kollegen aber glücklicherweise am Freitag in einem ganz ordentlichen Interview zur Pleite Von Mt.Gox mit Ulrich Leuchtmann, einem Währungsanalysten der Commerzbank, wieder relativiert, das gleichzeitig zeigt, wie gut sich Banken mittlerweile mit der Bitcoin-Thematik auskennen. Ein Schelm der Profit-Interessen dahinter vermutet.

Sonder-Presseschau – The Coinspondent

https://twitter.com/shanevi/status/440007671346122752

Mining, Day-Trading, Profit?

Es gibt ja verschiedene Möglichkeiten sich einen Stück des großen Bitcoin-Kuchens zu sichern. Mining und das geschickte An- und Verkaufen von Bitcoins und Altcoins zum richtigen Zeitpunkt ist aber nicht jedem in die Wiege gelegt. Und Mt.Gox hat vielen Menschen gerade auf die harte Tour den Unterschied zwischen einer Bank und einer Börse vor Augen geführt. Jollymonsa hat deshalb basierend auf den eigenen Erfahrungen eine Anleitung zum Profitmachen zur Diskussion gestellt. Wichtigste Voraussetzung: Disziplin!

Jolly’s Mining Methodology – The Complete Guide to PROFIT! – Reddit

Verzerrte Wirklichkeit – Bitcoin ist mehr als Mt.Gox

Liest man die Schlagzeilen der vergangenen Woche, könnte man den Eindruck bekommen Bitcoin und Mt.Gox wären ein und dasselbe und beides ist nun am Ende. Dass Behauptungen nicht richtiger werden, je häufiger sie wiederholt werden, ist eigentlich eine Binsenweisheit, es hilft aber dennoch sie sich hin und wieder vor Augen zu halten. Am besten geeignet ist dafür wohl dieser Blogeintrag von Tom Robinson. Fern der journalistischen Themenhysterie bringt er die Bitcoin-Debatte mit einer sehr fundierten Fakten- und State-of-the-art-Analyse wieder auf den Boden der Tatsachen und bietet dem Leser neben einem Haufen guter Links nach dem Lesen das gute Gefühl ein bisschen resistenter reagieren zu können, wenn die nächste Bitcoin-Skandalschlagzeile von den Medien wieder blind durchs Dorf getrieben wird.

That which does not kill Bitcoin makes Bitcoin stronger – Tom Robinson

Songcoin, so what?

Kurz aber gut ist der De:Bug-Artikel über einen eigenen Altcoin speziell für Musiker und die Musikindustrie. Fazit: Nett, aber …
Das ausführliche Interview mit dem Songcoin-Erfinder Kasian Franks gibt es hier und falls der Songcoin tatsächlich irgendwann einmal relevant werden sollte, ist die Ode to Satoshi garantiert der erste Song für den ich ein paar Münzen locker mache.

Songcoin: Bitcoin-Klon als klingelnde Münze in der Trinkgeldkasse – De:Bug
Songcoin Wants To Be Music’s Alternative Currency – Evolver.fm

Und was war sonst noch so los?

Mt.Gox: Insolvenz offiziell, Ermittlungen eingeleitet

Mitllerweile haben sich sowohl amerikanische als auch japanische Behörden eingeschaltet um die Mt.Gox-Vorgänge an sich und rechtliche Konsequenzen zu prüfen.

FBI ermittelt offenbar im Dunstkreis von Mt. Gox – Handelsblatt

Erste Bitcoin-Bank auf Zypern

Der zypriotische Plan das eigene Land in einen zentralen Bitcoin-Handelsplatz zu verwandeln ist einen weiteren Schritt vorangekommen. Am Montag eröffnete auf der Mittelmeerinsel das Bitcoin-Finanz- und Zahlungsabwicklerduo Neo & Bee, wobei der eine Unternehmensteil die Aufgaben ähnlich einer Bank übernimmt und der andere das zugehöriges Zahlungsnetzwerk bereit stellt. Mit gesicherten Bitcoin- und Euro-Konten für die Kunden und Bitcoin-Chipkarten und Buchungsterminals für die Händler soll Bitcoin so einen weiteren Schritt in Richtung Massentauglichkeit machen. Angeblich unabhängig vom Einfluss der Europäischen Zentralbank ist die Expansion von Neo & Bee ins europäische Ausland wohl auch bereits in Planung.

Bank-like Bitcoin Portal Neo Opens First Branch in Cyprus
CoinDesk

Das ‚B‘ steht für Banken (und Börsen)

Nahezu untergegangen ist diese Woche die Ankündigung einer neuen amerikanischen Bitcoin-Börse, die sich im Gegensatz zu den bisherigen Anbietern speziell an Großbanken richten soll. Schon jetzt laufen wohl konkrete Verhandlungen mit verschiedenen Geldinstituten. Was das für das Bitcoin-Ökosystem bedeutet, ist jedoch noch offen. Auf der einen Seite wäre solch eine Börse ein weiterer Meilenstein der Institutionalisierung von Bitcoin, auf der anderen Seite ist „Institut“ aber ziemlich exakt einer der Begriffe, den Bitcoin-Enthusiasten möglichst nicht in einem Satz mit Bitcoin hören wollen. Noch ist die Börse nicht offiziell gegründet, das Thema verspricht aber schon jetzt noch sehr spannend werden.

Apparent Theft at Mt. Gox Shakes Bitcoin World – The New York Times

Tweet der Woche

Die nächste Presseschau erscheint kommenden Sonntag, den 9. März. Bis dahin eine schöne Woche!

Titelbild: “Zeitungsausträger” Flickr-User barmala (CC BY 2.0)