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Proof of Existence – Update

Ich wollte schon vor einer ganzen Weile was zu Proof of Existence schreiben, aber dann war die Seite eine ganze Weile nicht zu erreichen und ich hatte schon Befürchtungen, dass das Angebot eingestellt wurde. Nun bin ich aber sehr erleichtert, dass dem nicht so ist. Denn tatsächlich halte ich Proof of Existence – und ich gehe sparsam mit solchen Beschreibungen um – für ein absolut sensationelles und bisher enorm unterschätztes Beispiel für die beeindruckende Anwendungsvielfalt der Bitcoin-Blockchain.

Proof of Existence nutzt diese nämlich um Dokumenten unabänderlich einen Zeitstempel und eine kryptografische Signatur zuzuordnen, also – wie der Name schon sagt – einen Beweis anzulegen, dass ein bestimmtes Dokument zu einer bestimmten Zeit existiert hat. Die Bitcoin-Blockchain wird so zum Safe des Anwalts, zum Siegel des Notars und zum Archiv des Patentamts. Nur eben dezentral im Internet, fälschungssicher, nicht zensierbar, nahezu kostenlos und besser.

Der Hash ist der Beweis

Denn Proof of Existence greift nicht auf die tatsächlichen Daten zurück, sondern erstellt von jedem Dokument einen kryptografischen Hashwert. Nur dieser wird in die Blockchain eingearbeitet. Der Nutzer muss also nie den Inhalt seiner Dokumente selbst irgendwo hochladen. Es reicht, wenn er das Originaldokument besitzt. Denn mit dem kann er ja jederzeit den mit der Blockchain übereinstimmenden Hashwert wiederherstellen. Und da die Blockchain chronologisch arbeitet auch den Zeitpunkt nachweisen, zu dem das Dokument signiert wurde.

Mein Bild, meine Idee, mein Vertrag

Die Anwendungsmöglichkeiten dieses so beeindruckend simplen Vorgangs sind enorm. Die Existenz und der Besitz von Ideen, Patente, Marken und Geschmacksmuster lassen sich nachweisen. Verträge können vor Manipulation geschützt werden, denn jede noch so kleine Veränderung würde einen komplett neuen Hashwert erzeugen. Und man kann den Besitz von Daten beweisen, ohne die Daten selbst offen legen zu müssen.

So genial die Proof of Existence-Idee aber ist, bis zur Massentauglichkeit wird es noch eine ganze Weile dauern. Dafür ist die Verwendung von Blockchain-Technologie abseits von Bitcoin noch zu ungewohnt. Aber dass sich das in absehbarer Zeit ändern wird, ist gewiss.

Service-Alternativen

Während Proof of Existence offen mit dem Quellcode umgeht und auf Spendenbasis funktioniert, bietet Blocksign einen änlichen Service der in bestimmten Fällen wohl auch kostenpflichtig ist. Wann und inwieweit ist anhand der Website aber nur schwer herauszufinden.

Update

Mit Satoshi Proof gibt es auch eine Android-App, mit der man Bilder oder Texte signieren kann. (Danke an Christian!)