Bitcoin-Presseschau

Bitcoin-Presseschau #41

Die Presseschau fasst jeden Sonntag die wichtigsten Informationen, Entwicklungen und Links aus dem Bereich Bitcoin und digitale Währungen zusammen. Diesmal für die Woche vom 13. bis 19. Oktober 2014.

Der Bitcoin-Kurs …

… ist stabil mit positiven Tendenz. Ob das immer noch nur am epischen Sieg über den BearWhale liegt? Wenn sich der Kurs weiter so hält, würde ich sagen, nein.

2014-10-12_BitcoinKurs 2014-10-19_Bitcoinpreis

Links und Nachrichten der Woche

Bitcoin im Bundestag

Am Freitag veranstaltete die SPD-Bundestagsfraktion eine digitale Agenda zum Thema Bitcoin & Co. Die Zukunft des Zahlungsverkehrs? Ich war vor Ort und habe die Veranstaltung in einem ausführlichen Post zusammengefasst.

tl;dr Es gibt viel zu tun, packen wir’s an!

bitcoinbundestag2
Sollte Bitcoin reguliert werden? Das diskutierten u.a. Jens Münzer von der BaFin (l.), Jörg Platzer (m.) und MdB Jens Zimmermann (SPD, r.) am Freitag im Bundestag
Etwas ist faul im Staate New York

Findet die Electronic Frontier Foundation (EFF), die sich nun auch gegen die BitLicense genannten überzogenen Bitcoin-Regulierungsversuche von Super Nintendo Lawsky zur Wehr setzt und jeden auffordert es ihr gleich zu tun. Ich habe es getan und ihr solltet es auch.

Dogecoin gegoxxed

Bis zu dieser Woche hatte ich noch nie etwas von Moolah gehört, einem Krypto-Zahlungsanbieter mit Wallet-Service und noch ein paar anderen großen Versprechungen. Auf jeden Fall war Moolah wohl bei Dogecoin-Nutzern eine recht große Nummer. Bis sich herausgestellt hat, dass der Betreiber ein bereits erfahrender Internet-Betrüger ist, der sich nun mit dem Geld seiner Anleger aus dem Staub gemacht hat. Schaden mindestens 350.000 US-Dollar inkl. massivem Vertrauensverlust in der Szene.

Alle Details und Reaktionen fasst dieser Reddit-Post zusammen.

saddoge

Dorian „Satoshi Nakamoto“ verklagt Newsweek

Im März hatte das US-Magazin Newsweek mit einer auf Pippi Langstrumpf-Logik basierenden „Recherche“ den angeblichen Erfinder von Bitcoin, Satoshi Nakamoto, ausfindig gemacht. PR-geil (die Geschichte war der große Aufhänger des haptischen Relaunchs des Magazins) zerrte die Redaktion damals einen Unbeteiligten ohne Rücksicht auf Persönlichkeitsrechte ins Rampenlicht der weltweiten Öffentlichkeit. Es war jedoch recht offensichtlich, dass außer der Namensgleichheit nichts darauf hindeutet, dass Dorian Satoshi Nakamoto der Satoshi Nakamoto ist. Das ist Newsweek aber noch immer egal. Bis heute steht das Magazin zu seiner Version und kostet planmäßig von der Aufmerksamkeit, die dieser „Scoop“ noch immer mit sich bringt. Bad news are schließlich good news! Möglicherweise aber nicht mehr lange.

Dorian Satoshi Nakamoto

Der bloßgestellte Dorian Nakamoto will dieser perfiden Vorgehensweise nun ein Ende bereiten und gegen Newsweek klagen. Um den Prozess zu finanzieren hat er die Website Newsweek Lied ins Netz gestellt, auf der er die Geschehnisse dokumentiert und Spenden sammelt. Immerhin hatte die Bitcoin-Community dem arbeitslosen Dorian Nakamoto bereits direkt nach der vermeintlichen Enthüllung mit einem Rehabilitationsfond unaufgefordert Bitcoin im Wert von mehr als 20.000 US-Dollar zukommen lassen. Ob er dieses Mal wieder so viel Geld bekommen wird, ist allerdings strittig. Zu Recht fragen sich einige User im Netz, warum der Anwalt so eine treibende Kraft hinter dieser Aktion ist und warum selbiger sich möglicherweise nicht einfach mit seinem Stück vom Schadenersatz-Kuchen zufrieden gibt?

Ich bin trotzdem sehr gespannt, wie das ausgeht. Der Fall Dorian „Satoshi Nakamoto“ trifft ja immer noch den David gegen Goliath-Ideologiekern von Bitcoin. Und wenn die finanziell weniger schlagkräftige Dogecoin-Community es schon schafft, jamaikanische Bobteams zu den olympischen Spielen zu schicken und ein sponsorloses Nascar-Auto mit einem drolligen Hund als Logo auszustatten, dann würde ich zu gerne sehen, wozu die Bitcoin-Community mit ihrer derzeitigen 200 Mal größeren finanziellen Schlagkraft fähig ist. Aber man weiß nie. Vielleicht wird das auch ein Rohrkrepierer.

Bitcoin auf der Tagesordnung von IWF und Weltbank

Bei ihrem jährlichen Treffen haben Vertreter vom Internationalen Währungsfond (IWF) und der Weltbank auch über das Thema Bitcoin diskutiert. Vergleiche mit Esperanto machten die Runde, auch im Hinblick auf das globale Erfolgspotential. Doch hinkt dieser Vergleich sehr. Die Idee von Esperanto ist zwar gut, aber im Alltag der meisten Menschen gibt es keinen konkreten Bedarf, den nur Esperanto deckt. Bei Bitcoin ist das anders. Geld am Wochenende überweisen, Mikropayment im Netz oder transatlantische Überweisungen, die nicht horrende Gebühren kosten, sind bisher so nicht möglich.

Die richtige Blockgröße

Seit längerem geht die Diskussion um die Blockgröße der Blockchain zu erweitern damit diese mehr Transaktionen fassen können. Bitcoin Chef-Entwickler Gavin Andresen bezieht erneut Stellung.

Mehr Nodes für die Welt

Die Anzahl aktiver Nodes im Bitcoin-Netzwerk sinkt. Schon mal darüber nachgedacht einen full client zu nutzen? Das hat auch Vorteile und ist eine Überlegung wert, wenn man eh den ganzen Tag im Netz ist.

Tweet der Woche

Die nächste Presseschau erscheint kommenden Sonntag, den 26. Oktober. Bis dahin eine schöne Woche!

Titelbild: “Zeitungsausträger” Flickr-User barmala (CC BY 2.0)