Schlagwort-Archive: Menschen & Gesellschaft

ZapChain – Das soziale Bitcoin-Netzwerk

Als ich das erste Mal von ZapChain gehört habe, dachte ich, das braucht doch keiner. Mittlerweile finde ich das Konzept eines sozialen Netzwerks mit alleinigem Fokus auf das Thema Bitcoin und Blockchain-Technologie allerdings nicht nur spannend, sondern auch äußerst nützlich.

ZapChain – Das soziale Bitcoin-Netzwerk weiterlesen

Lesetipp #5 – Bitcoin, Retter in der Not

Der Brasilianer Marco Agner wollte für ein Jahr nach Thailand. Eingentlich ohne Bitcoin, denn er plante dafür zunächst 5000 brasilianische Real ein, umgerechnet 2300 US-Dollar. Um die beachtlichen Steuern von mehr als 6 Prozent zu sparen, die der brasilianische Staat bei Auslandsüberweisungen erhebt, hat er das Geld kurzerhand in bar mitgenommen. Vor Ort musste er jedoch leider feststellen, dass es kein Einzelfall ist, wenn eine thailändische Geldwechselstube keine brasilianischen Real annimmt. Im ganzen Land ist es grundsätzlich unmöglich diese umzutauschen.

Auch seine Bitcoin waren in Brasilien geblieben

21 Flugstunden von zu Hause besaß Marco Agner plötzlich nichts mehr außer seinem Rucksack, einem großen Bündel wertloses Papier, 40 US-Dollar, die er glücklicherweise in Abu Dahbi bereits umgetauscht hatte und seinem Smartphone. Was ihn letztlich rettete? Das Internet und Bitcoin!

Die ganze Geschichte hier: How Bitcoin Saved My Life In Thailand

„Super Silk Road“ oder digitale Freihandelszone?

Die kürzliche Schließung der Silk Road 2.0 und anderer illegaler Handelsplattformen im Darknet durch das FBI und Europol haben eines eindrucksvoll bewiesen. Solange es zentrale Server oder reale Personen als Betreiber gibt, sind diese identifizier- und angreifbare Schwachpunkte, die früher oder später ausgenutzt werden.

Letztlich also die bekannte „Napster-Problematik“, die auch die aufwändigsten Schutz- und Verschleierungsmaßnahmen nicht lösen können. Einziger bisher bewährter Weg: Dezentralisierung.

Man könnte also annehmen, dass Open Bazaar die ideale neue Plattform für all die Geschäfte wird, von der Käufer und Verkäufer nicht wollen, dass sie allzu öffentlich und nachverfolgbar stattfinden. Drogen, Waffen, Spionagesoftware. Das Übliche eben.

Etwas ganz anderes haben jedoch die Entwickler im Sinn. Ihnen geht es mit Open Bazaar vielmehr um die Loslösung von institutionellen Mittelmännern, die Gebühren verlangen, sensible Daten abgreifen oder den Handel nach ihrem Gutdünken zensieren.

„Super Silk Road“ oder digitale Freihandelszone? weiterlesen

Bill Gates über das Potential der „Unbanked“

Der Vortrag, den Bill Gates bei der Sibos-Konferenz Anfang Oktober gehalten hat, handelt nicht explizit von Bitcoin. Vielmehr geht es um die enormen Möglichkeiten, die sich ergeben, wenn man allen Menschen auf der Welt Zugang zu einem digitalen Geldsystem ermöglicht. Das wiederum ist heute leichter denn je, immerhin sind Handys und Smartphones selbst in Entwicklungsländern weit verbreitet.

Digitales Bezahlen als direkte, nachhaltige und angewandte Entwicklungshilfe quasi und letztlich dann doch auch ein Thema, das direkten Bitcoin-Bezug hat, denkt man an Unternehmen wie bspw. 37coins. Das arbeitet mit Blick auf die Infrastruktur von ärmeren Ländern daran, dass sich Bitcoins auch ohne Internet, sondern einfach per SMS verschicken lassen.

Zwischen „Bitcoin only“-Kaffee und Anarchie

war für die Washington Post in Prag unterwegs und hat dort das Paralelní Polis („Parallelwelt„) besucht, einen frisch renovierten Coffeeshop, der auf alle traditionellen Bezahlmethoden verzichtet und stattdessen nur Bitcoin akzeptiert.

Der Coffeeshop ist ein Projekt des Cryptoanarchy Institute, einem vom tech-begeisterten Künstlerkollektiv Ztohoven art group gegründeten Hackerspace. Die Künstlergruppe hatte 2007 das tschechische Live-Fernsehsignal gehacked und das Video einer Atombombenexplosion in das laufende Programm eingefügt.

Seitdem sind sie etwas gesetzeskonformer geworden, aber nicht weniger freiheitsliebend. Mit dem Paralelní Polis wollen sie nun auf einem Mikrolevel zeigen und ausprobieren wie eine dezentralisierte Gesellschaft funktionieren könnte. Neben dem Fokus auf Bitcoin als Kryptowährung gibt es daher auch weder Bedienstetenkleidungen noch Hierarchie.

Wie das Bezahlen mit Bitcoin im Detail funktioniert, hat Tuan C. Nguyen in einer separaten Bildestrecke festgehalten.

Bild: Paralelní Polis

Lesetipp #3 – Crypto-Crowdfunding

Techcrunch – Bitcoin 2.0 Crowdfunding Is Real Crowdfunding

Crowdfunding gilt ja als eine der großen Erfolgsgeschichte des Internets. Dabei ahnen die meisten Menschen nicht einmal, welches Potential wirklich darin steckt, kombiniert man Crowdfunding mit Kryptowährungen. Immerhin hat allein Ethereum hat mit seinem Ether Sale in anderthalb Monaten mehr als 27.000 Bitcoin zusammengetragen. Im damaligen Gegenwert von mehr als 13 Millionen US-Dollar.

Dabei war das quasi ein Geheimprojekt, von dem die Öffentlichkeit außerhalb des Krypto-versums noch nichts mitbekommen hat. Trotzdem spielt Ethereum damit auf Anhieb schon in der oberen Liga „bekannter“ Crowdfunding-Projekte. Das ist nicht nur beeindruckend, sondern zeigt den Weg: Wo Crowdfunding derzeit aufhört, fängt Crypto-Crowdfunding erst an.

Bildnachweis: Simon Cunningham „Crowdfunding“ (CC BY 2.0)

Die Bedeutung der einfachen Leute

Starke Worte die Edward Snowden da zur Eröffnung des DOK-Filmfestivals als Videobotschaft zu uns hier nach Leipzig geschickt hat. Ich habe die wichtigen Stellen mal frei übersetzt:

„Entscheidend ist, dass wir aus der Geschichte lernen. Leipzig erinnert uns daran, dass die Mauer und die DDR nicht durch Bomben, Gewehre und gewaltvollen Widerstand zu Fall gebracht wurden, sondern durch einfache Leute.

Diese einfachen Menschen, die montags gegen einflussreiche Machthaber auf Straßen und Plätze gegangen sind, rufen uns in Erinnerung, dass sich die Legitimität einer Regierung aus der Zustimmung ihrer Bürger ableitet.

Heute wird dieses Prinzip so oft vergessen und wir haben selbst in liberalen, westlichen Demokratien, nicht nur in autoritären Regimen, so viele Regierungen, die immer wieder Verschleierungs- und Geheimhaltungstaktiken gut heißen.

Deshalb müssen wir uns immer wieder daran erinnern, dass die Zustimmung zu einer Regierung nur dann eine Bedeutung hat, wenn sie auf Information beruht.“

Was hat das mit Bitcoin zu tun?

Auch Bitcoin ist eine Bewegung der einfachen Leute gegen einflussreiche Machthaber. Allerdings nicht auf Straßen und Plätzen, sondern im Netz. Bitcoin bietet den Menschen nämlich erstmals eine konstruktive Möglichkeit dem bestehenden Finanzsystem die Zustimmung zu verweigern, es anzuzweifeln und seine Legitimierung zu hinterfragen. Bisher war das unmöglich. Das Banken- und Finanzsystem war alternativlos. Nun nicht mehr.

Bitcoin ist dabei aber kein Frontalangriff auf das bestehenden Finanzsystem. Vielmehr ist es der Entzug seiner Unterstützung. Es ist das Werkzeug der einfachen Leute gesellschaftliche Veränderung einzuleiten und Transparenz in das bestehende Geld- und Finanzsystem zu bringen, das ja noch viel mehr als Politik auf Geheimhaltung, Tarnung und Verschleierung setzt.

Über Geld spricht man ja nicht.

Sollten wir aber.

Happy Birthday, Weltwirtschaftskrise!

Heute ist der 85. Jahrestag des symbolischen Scharzen Freitags, der 1929 die Weltwirtschaft mal wieder in eine tiefe Krise riss. Damals crashte die New Yorker Börse wegen rückhaltloser Spekulationen und zog auch Deutschland in eine tiefe Depression. Erst wirtschaftlich, dann auch gesellschaftlich als sich verzweifelte Menschen von extremistischen Parolen verführen ließen. Die beschämende Konsequenz kennen wir hinreichend aus nahezu jedem Schulfach.

Noch heute sind die Auswirkungen dieser Krise spürbar. Der NSU, die schleichende Aushöhlung von freiheitlich-demokratischen Grundrechte durch den Staat und der erfolgreiche Stimmenfang neuer Parteien mit wieder einmal platten Parolen und rückwärtsgewandten Ideologien irgendwo zwischen dummdreist und offen radikal.

Dass es Zufall sein soll, dass diese Phänomene wieder einmal vermehrt in wirtschaftlichen Krisenzeiten auftreten, ist schwer vorstellbar. Dass weitere Krisen kommen werden, vermutlich unvermeidbar. 85 Jahre Weltwirtschaftskrise – auf dich, du siffender Ausschlag am Arsch des Kapitalismus!

Zur Feier des Tages hat 3sat einen Themenabend zusammengestellt, den sie – obwohl das Jubiläum auf einen Freitag fällt – bereits am vergangenen Montag ausgestrahlt haben. Verstehe einer diese Programmplanung. Da die Beiträge dadurch aber in der 3sat-Mediathek auch nur noch wenige Tage verfügbar sind, habe ich den Themenabend hier noch einmal nachgebaut. YouTube sei Dank.

Happy Birthday, Weltwirtschaftskrise! weiterlesen

Erste europäische Dogecoin-Konferenz

Es gibt sehr, sehr gute Nachrichten. Am Freitag, den 31.10.2014 findet mit der DogeCon Berlin 2014 die erste europäische Dogecoin-Konferenz überhaupt statt. Um 17:30 Uhr startet in der c-base ein illustres Programm, später geht es nahtlos in gute Musik und gemeinsamen Getränkeverzehr über.

Erste europäische Dogecoin-Konferenz weiterlesen