schwarzer Freitag

Happy Birthday, Weltwirtschaftskrise!

Heute ist der 85. Jahrestag des symbolischen Scharzen Freitags, der 1929 die Weltwirtschaft mal wieder in eine tiefe Krise riss. Damals crashte die New Yorker Börse wegen rückhaltloser Spekulationen und zog auch Deutschland in eine tiefe Depression. Erst wirtschaftlich, dann auch gesellschaftlich als sich verzweifelte Menschen von extremistischen Parolen verführen ließen. Die beschämende Konsequenz kennen wir hinreichend aus nahezu jedem Schulfach.

Noch heute sind die Auswirkungen dieser Krise spürbar. Der NSU, die schleichende Aushöhlung von freiheitlich-demokratischen Grundrechte durch den Staat und der erfolgreiche Stimmenfang neuer Parteien mit wieder einmal platten Parolen und rückwärtsgewandten Ideologien irgendwo zwischen dummdreist und offen radikal.

Dass es Zufall sein soll, dass diese Phänomene wieder einmal vermehrt in wirtschaftlichen Krisenzeiten auftreten, ist schwer vorstellbar. Dass weitere Krisen kommen werden, vermutlich unvermeidbar. 85 Jahre Weltwirtschaftskrise – auf dich, du siffender Ausschlag am Arsch des Kapitalismus!

Zur Feier des Tages hat 3sat einen Themenabend zusammengestellt, den sie – obwohl das Jubiläum auf einen Freitag fällt – bereits am vergangenen Montag ausgestrahlt haben. Verstehe einer diese Programmplanung. Da die Beiträge dadurch aber in der 3sat-Mediathek auch nur noch wenige Tage verfügbar sind, habe ich den Themenabend hier noch einmal nachgebaut. YouTube sei Dank.

Der große Crash

Snippet von 3sat: „Aktienkauf auf Pump, Überproduktion und eine immense Verschuldung Europas bei den USA, die auch noch beschlossen, hohe Schutzzölle einzuführen: Die Auslöser des „Schwarzen Freitags“ an der New Yorker Börse 1929 sehen so viel anders aus wie die derzeitigen Probleme der Finanz und Kapitalmärkte. Doch ein Blick in die Vergangenheit offenbart: Unsere heutige Lage ist nicht viel anders.“

Banken außer Kontrolle

Snippet von 3sat: „Die Finanzkrise kam über Deutschland wie ein Tsunami, von weit her und völlig unvorhersehbar. Verantwortlich sind die USA, die Leidtragenden sind wir. Diese These ist ebenso eingängig wie falsch.“

Der Charakter des Geldes

Snippet von 3sat: Gegen Ende des 20. Jahrhunderts geriet die Lust am Spekulieren zum Massenvirus, man lukrierte hohe Renditen in einer Welt, wo die fiktiv herumgeschobenen Summen die Geldmenge der Realwirtschaft weit übertrafen. Wodurch unterscheiden sich Millionenjongleure von der überwiegenden Masse der Kleinanleger? Ausschließlich durch die Verfügbarkeit über größere Kapitalmengen?

Broken Dreams

Snippet von 3sat: Amerikas Mittelschicht kämpft ums Überleben: Manchmal grübelt Amber die ganze Nacht, kommt vor Sorgen kaum in den Schlaf und fühlt sich am nächsten Morgen wie gerädert. Seit vier Monaten lebt sie mit ihren beiden kleinen Mädchen in San Diego im Auto, während ihr Mann als Tagelöhner im fernen Kentucky arbeitet.