Bitcoin-Presseschau

Bitcoin-Presseschau #56

Die Bitcoin-Presseschau fasst jeden Sonntag die wichtigsten Informationen, Entwicklungen und Links aus dem Bereich Bitcoin und digitale Währungen zusammen. Für die Woche vom 9. bis 15. Februar 2015 mit folgenden Themen:

Der Bitcoin-Kurs …

… hat diese Woche ordentlich zugelegt. Als ein möglicher Grund wird das bevorstehende chinesische Neujahrsfest genannt, bei dem auch Geldgeschenke nicht unüblich sind. Inwieweit diese Theorie zutrifft, wird sich nach dem 19. Februar zeigen. In jedem Fall ist Bitcoin in China ein großes Thema und das Land hat in der Vergangenheit ja schon bewiesen, dass es großen Einfluss auf den Kurs nehmen kann.

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#Digitales Bezahlen – Der Bitcoin-Podcast

On The Air

Im aktuellen Bitcoin-Podcast geht es um die schwierige Situation, die entsteht, wenn versucht wird Bitcoin in bestehende Gesetze und juristische Definitionen zu pressen, die größtenteils noch aus der prä-digitalen Ära stammen. Denn auch wenn man Bitcoin wie digitales Geld einsetzen kann, ist es kein „Geld“, sondern bisher eine „Rechnungseinheit“. Das macht es kompliziert.

Links und eine Übersicht über alle bisherigen Episoden, sowie den RSS-Podcast-Feed gibt es auf der zugehörigen #Digitales Bezahlen-Seite.

Nachrichten der Woche

Mehr als 100 Banken jahrelang digital ausgeraubt

Über Jahre hinweg haben Hacker mehr als 100 Banken in 30 Ländern digital ausgeraubt und dabei wohl einen Schaden von mehreren Hundert Millionen Dollar verursacht. Allein die Golem-Zusammenfassung der aufwändigen, ausdauernden und zielgerichteten Vorgehensweise beinhaltet ein abgefahrenes Hollywood-Drehbuch. Die New York Times hat die ausführliche Geschichte.

Zwei Konsequenzen ergeben sich unmittelbar aus diesem unglaublichen Coup. Zum einen sind Betrügereien und Hacker-Angriffe kein spezifisches Problem von Bitcoin und Bitcoin-Börsen, auch wenn sich digitales Geld grundsätzlich natürlich besonders gut digital klauen lässt. Zum anderen muss nun ganz offen die Frage diskutiert werden, inwieweit zentralisierte und damit gezielt angreifbare Institutionen wie Banken und Börsen im digitalen Zeitalter überhaupt in der Lage sind, Geld sicher zu verwahren.

Bitcoin wächst in Afrika

Das kenianische Bitcoin-Startup BitPesa hat in einer Finanzierungsrunde 1,1 Millionen Dollar eingesammelt und angekündig sein Angebot neben Kenia und Uganda nun auch auf Tansania und Uganda ausweiten zu wollen. Das Unternehmen hat sich auf Remittances spezialisiert, im analogen Geldsystem sehr teure transnationale Überweisungen in Heimatländer. Nur zum Vergleich: Alle deutschen Bitcoin-Startups zusammen haben bisher gerade einmal 270.000 Euro an Finanzierungen bekommen.

Bitcoin weltweit verfügbar

Die Statistik von Localbitcoins ist zwar nicht hübsch, aber dennoch beeindruckend. Denn sie zeigt, dass man mittlerweile in 7429 Städten in 240 Ländern bzw. Regionen Bitcoins gegen die lokale Währung tauschen kann. Zum Vergleich: In der UNO sind 193 Staaten.

Coinbase setzt auf Kooperation statt Konkurrenz

Coinbase ist bekannt dafür jede erfolgversprechende Bitcoin-Idee aufzugreifen und in das eigene Produkt-Portfolio zu integrieren. In einem smarten Move hat sich das kalifornische Unternehmen nun jedoch entschieden den eigenen Tipping-Button zum 1. April einzustellen und den mehr als 10.000 Nutzer des eigenen Angebots den direkten Konkurrenten und Micropayment-Marktführer ChangeTip zu empfehlen. Coinbase wolle damit die bisherigen Errungenschaften von ChangeTip wertschätzen und sich selbst lieber auf das Bereitstellen von Bitcoin-Infrastruktur für Unternehmen wie ChangeTip konzentrieren. Das greife für sein Angebot nämlich bereits jetzt auf von Coinbase angebotene APIs zurück.

Bitcoin-Automaten gestohlen

Scheinbar entdeckt nun auch die klassische Geldautomaten-Kriminalität Bitcoin für sich.

Google Play mag keine Donation-Buttons

Die beliebte und bewährte Android-Wallet-App Mycelium ist diese Woche kurzzeitig aus dem Google Play Store geflogen. Der Grund war offensichtlich der integrierte Donation-Button, mit dem man die Entwickler unterstützen konnte. Die Google Play-Richtlinien erlauben so einen Button jedoch nur in bestimmten Fällen. Das ist insofern schade, als dass kleine Unterstützungs-Spenden mit Bitcoin so wunderbar einfach sind.

Links & Lesetipps

+ Into the Dark – Interview mit einem Darkcoin Entwickler – Fabio Bossi hat dem Darkcoin-Entwickler „Vertoe“ einige sehr interessante Fragen gestellt und spannende und ausführliche Antworten bekommen

+ Darkcoin: Interview mit Evan Duffield – Proof of Honor 2014 – und weil’s passt noch ein Interview des BTC-Blogs mit dem Darkcoin-Mastermind Evan Duffield dazu

+ 14 Bitcoin Blogs You Must Read To Achieve Bitcoin Enlightenment Bobby Ong hat da eine sehr gute Liste englischsprachiger Seiten zusammengestellt

Hinweis

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The Coinspondent ist Medienpartner der Inside Bitcoins Berlin, die vom 5. bis 6. März stattfindet. D. h. ich bin auf jeden Fall vor Ort und falls das für euch ein Argument ist auch zu kommen, würde ich mich freuen euch dort zu treffen. Mit dem Code COINSPONDENTIBC gibt es zudem 15 Prozent Rabatt.

Wenn Sie euch nicht gefällt, dann schreibt, was ich anders/besser machen soll. Die nächste Bitcoin-Presseschau erscheint kommenden Sonntag, den 22. Februar. Bis dahin eine schöne Woche.

Titelbild: “Zeitungsausträger” Flickr-User barmala (CC BY 2.0)