Dash Darkcoin rebranding

Emanzipation der Altcoins

Totgesagte leben länger. Dieses Sprichwort gilt (aktuell bereits 52 Mal) nicht nur für Bitcoin, sondern auch für einige Altcoins, also alternative Kryptowährungen, die mal mehr, mal weniger auf dem Grundprinzip von Bitcoin beruhen.

Bitcoin-Sidechains vs. Altcoins

Besonders laut wurde das Geunke zuletzt als die Idee von Sidechains vorgestellt wurde. Nicht wenige sahen da schon das Ende von allen Altcoins gekommen. Wozu sollte man noch eigene Altcoin-Blockchains betreiben, wenn man solche Experimente künftig direkt an die Bitcoin-Blockchain andocken könnte?

Aber Sidechains sind noch immer eine Idee, wohingegen Altcoins Stück für Stück konkrete und vor allem reale Entwicklungen durchlaufen, sich spezialisieren und immer mehr ihre eigene Nische finden. Zum Glück.

Rebranding von Altcoins

Ein besonders bemerkenswerter Schritt ist es dabei, wenn ein Altcoin seinen Namen ändert. Denn dafür gibt es letztlich nur zwei Gründe. Entweder ist die Vergangenheit so schlecht, dass versucht wird sie mit allen Mitteln abzulegen, um unter neuem Namen vielleicht noch ein letztes großes Ding zu drehen. Oder aber die Spezialisierung des Altcoins hat einen Punkt erreicht, an dem ein Imagewechsel einen größeren Gewinn verspricht, als der Verlust der bisher mühsam aufgebauten Marke bedeutet.

Dash Darkcoin Altcoin
Aus „Darkcoin“ wird „DASH“ („Digital Cash“).

Das allerdings macht man nicht ebenso. Denn je größer der Kreis der entscheidungsbefugten Beteiligten, desto aufwändiger das Verfahren. Muss man ja keinem erklären, welche Herausforderung es ist in einem dezentralen Netz Einigkeit herzustellen. Umso bemerkenswerter ist es also, wenn es, wie erst gestern wieder, doch passiert.

Aus Darkcoin wird Dash

Die Darkcoin-Community hat diesen Schritt nämlich gewagt und ihr Kernprodukt Darkcoin in Dash (steht für Digital Cash) umbenannt. Das ist mutig. Denn grundsätzlich bleibt bei Darkcoin alles beim alten. Das Entwicklerteam, die zugrundeliegende Technik, selbst der Coin an sich verändert sich nicht. Alle Darkcoins behalten Wert und Gültigkeit. Sie heißen ab jetzt nur anders.

Das ist riskant, denn es ist ein markanter Einschnitt im öffentlichen Erscheinungsbild. Vor allem da das Auftreten im Netz immer unmittelbar mit dem eigenen Namen verbunden ist – Domains, Social Media-Accounts etc. Aber es ist auch konsequent. Denn mit der Loslösung von der sprechenden Marke Darkcoin, emanzipiert sich Dash von Bitcoin und seinem Status als kleines Bitcoin-Derivat hin zu etwas Eigenem.

Imagewechsel Richtung Seriosität

Gleichzeitig folgt Dash Bitcoin aber auch insofern, als dass es sich ebenfalls vom schmudeligen und anrüchigen Image verabschiedet, das in der Öffentlichkeit mit allem verbunden wird, was mit dem Internet zu tun hat und mit „Dark“ beginnt. Das ist nicht nur ein klares Statement, sondern auch ein großer Schritt um mehr potentielle Anwender zu gewinnen.

Dash mag dabei als Marke auf den ersten Blick vielleicht nicht so griffig wirken wie Darkcoin, weil man sich unter letzterem sofort etwas vorstellen konnte. Der Bezug zur namensgebenden Grundlage „Digital Cash“ ist jedoch clever gewählt. Denn das ist es ja, was Darkcoin immer vor Augen hatte. Eine digitale Währung im Netz zu schaffen, die mit Hinblick auf den Faktor Anonymität noch viel mehr ein digitales Bargeld ist, als das transparentere und „nur“ pseudonyme Bitcoin.

Omni Mastercoin
Was heute nur noch „Omni“ heißt, war lange als „Mastercoin“ bekannt
Aus Mastercoin wurde Omni

Einen ähnlichen Schritt hat Anfang des Jahres bereits das Bitcoin 2.0-Projekt Mastercoin gewagt, als es sich offiziell in Omni bzw. Omnilayer umbenannte. Die Gründe damals waren wohl vielschichtiger, aber auch hier ist die neue Marke riskant, aber gut gewählt. Denn auch Omni distanziert sich nicht nur von der Namensgleichheit mit Bitcoin und anderen Altcoins, sondern sucht sich mit der „Eine Schicht für alles“-Bedeutung von Omnilayer eine ziemlich treffende Beschreibung für das, was sie machen.

Die Altcoin-Szene lebt!

Nichtsdestotrotz sind Markenänderungen aufwändig, riskant und lösen immer skeptische Reaktionen aus. Trotzdem ist es ein bedeutendes Zeichen für die Vitalität der gesamten Kryptowährungslandschaft, wenn es neben der reinen Bitcoin-Community noch so viele engagierte Enthusiasten gibt, die für ihre Idee bereit sind dieses Risiko einzugehen und dem Geunke von Altcoin-Kritikern etwas entgegensetzen.

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