Bitcoin-Presseschau

Bitcoin-Presseschau #60

Die Bitcoin-Presseschau fasst jeden Sonntag die wichtigsten Informationen, Entwicklungen und Links aus dem Bereich Bitcoin und digitale Währungen zusammen. Für die Woche vom 30. März bis 5. April 2015 mit folgenden News und Themen:

Der Bitcoin-Kurs …

… ging zwischen durch ein bisschen in die Knie, hat aber zum Osterwochenende wieder den Wert der Vorwoche erreicht. Mal wieder. Herzlich Willkommen, Stabilität!

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#Digitales Bezahlen – Der Bitcoin-Podcast

On The Air

Diese Woche haben wir über die Dollarisierung von Ecuador gesprochen und über das Dinero Electrónico, mit dem die dortige Regierung nicht nur die Hoheit über das Geld im Land zurückgewinnen will, sondern das südamerikanische Andenland auch zum globalen Pionier des mobilen, digitalen Bezahlens macht.

Links und eine Übersicht über alle bisherigen Episoden, sowie den RSS-Podcast-Feed gibt es auf der zugehörigen #Digitales Bezahlen-Seite.

Nachrichten der Woche

Korrupte US-Fahnder bei Silk Road-Ermittlungen

Das ist schon ein ganz schöner Hammer, der diese Woche an die Öffentlichkeit gekommen ist. Bei den Silk Road-Ermittlungen ist auf Seite „der Guten“ ziemlich illegal zugegangen. Wie ein Anklageschrift belegt, haben wohl mindestens zwei Ermittler verschiedene Gelegenheiten genutzt um sich selbst zu bereichern. Golem hat die Geschichte übersichtlich zusammengefasst – ich glaube aber, dass da noch mehr an die Oberfläche kommen wird. Im Gegensatz zu anderen Artikeln, die berechtigte Fragen zum Ablauf des Silk Road-Prozesses aufwerfen, liegt in diesem Artikel der Schwerpunkt aber auf der damit bewiesenen Unsicherheit im Netz: „Bitcoin ist nicht anonym. PGP steckt voller Fallen. Das Tor-Netzwerk ist kein magischer Raum.“

Wer sich selbst einen Überblick über die 95-seitige Anklageschrift machen will: hier lang.

Keine Banklizenz für österreichische Bitcoin-Startups nötig

Die österreichische Finanzmarktaufsicht hat klar gestellt: Unternehmen, die mit Bitcois handeln, brauchen keine Bankenlizenz. Die Entscheidung wurde auf Bestreben des umtriebigen Grazer Bitcoin-Startups Coinfinity.

Schweizer Großbank eröffnet Blockchain-Forschungslabor

Die UBS ist damit die erste Großbank, die sich so offensiv zur Blockchain-Technologie bekennt. Ziel des in London ansässigen Labors solle es sein herauszufinden, wie die Blockchain Technologie für „financial services“ genutzt werden kann, die die gesamte Bankenindustrie beschäftigen. Also zum Beispiel um den Umgang mit riesigen Datenmengen oder um eine bessere Risiko-Bewertung.

Mehr als 14 Millionen Bitcoins in Umlauf

Statistik: 14 Millionen Bitcoins

Mitte der Woche war es soweit. Bitcoin Nummer 14.000.000 wurde errechnet. Damit sind nun 2/3 aller jemals verfügbaren Bitcoins in Umlauf. Dass einmal alle Bitcoins gemined sein werden, wird von uns wohl keiner mehr erleben. Wegen der immer weiter sinkenden Ausschüttungen pro an die Miner für jeden in die Blockchain eingepflegten Block wird der letzte Bitcoin erst in 125 Jahren ausgeschüttet werden.

Studie: Apple Pay kommt nicht voran

Laut einer aktuellen Studie kämpft Apple Pay mit geringen Nutzerzahlen und Frustration auf seiten der Nutzer. 79 Prozent der Besitzer eines iPhone 6 oder 6 Plus hätten demnach Apple Pay noch nie ausprobiert. Von denen, die es gemacht haben, hätten zwei Drittel Probleme beim Bezahlvorgang gemeldet.

Kleiner Hinweis in eigener Sache – kommende Woche wird es wieder einen Beitrag geben, der einen umfassenden Blick auf die aktuellen Entwicklungen bei Apple Pay wirft. 

Links & Lesetipps

+ Nachhilfe-Lehrer – Die Süddeutsche Zeitung mit einem Portrait über Erik Finman, den Jugendlichen, der zum richtigen Zeitpunkt all sein Erspartes (1000 Dollar) in Bitcoin investierte und mit dem Gewinn (100.000 Dollar) die Schule schmiss und sein erstes Startup gründete.

+ Ich habe eine Woche lang nur mit Bitcoins überlebt. Wenn man an „VICEJournalismus“ keine allzu großen Erwartungen hat und keine Recherche erwartet, dann ist dieser Artikel über Bitcoin in Berlin immerhin kurzweilig.

+ Handelsblatt-Artikel übertreibt chinesische Bitcoin-Begeisterung. Christoph vom Bitcoinblog analysiert den Bitcoin-Artikel „Der Drache giert nach Bitcoins“ des Handelsblatts und lässt (zu Recht) kein gutes Haar daran.

+ Bankspeak – The Language of World Bank Reports – Eine Studie hat herausgefunden, wie sehr sich die „Bankensprache“ in den vergangenen 60 Jahren verändert hat. Wenig überraschend: Sie ist deutlich abstrakter und inhaltsleerer geworden. Ein Phrasenschwein einer Bank aufzustellen wäre demnach vermutlich eine äußerst lukrative Investition.

Die nächste Bitcoin-Presseschau erscheint kommenden Sonntag, den 12. April. Bis dahin eine schöne Woche!

Titelbild: “Zeitungsausträger” Flickr-User barmala (CC BY 2.0)