Banker im DLF: „Bitcoin ist eine geniale Sache“

Es kommt nicht alle Tage vor, dass Banker Bitcoin explizit als „geniale Sache“ bezeichnen. Derzeit höchstens vielleicht hinter vorgehaltener Hand.

Umso bemerkenswerter ist es daher, wenn die Aussage live im Deutschlandfunk fällt und der Banker nicht irgendeiner, sondern der ehemalige Chefvolkswirt der Deutschen Bank, Thomas Meyer, ist.

Dann kommt es nämlich, wie gestern, zu einem wirklich interessanten und vielschichtiges Gespräch, in dem es um Geld als soziales Medium geht, um Glaube und Vertrauen (bzw. wie der Moderator Marx zitiert: um „die theologischen Mucken des Geldes“), um Preisschwankungen, die letztlich nur vom Standpunkt abhängen und um starke Zitate, wie diese beiden:

  • „Ich denke, dass eine dezentral organisierte digitale Währung wie Bitcoin, die eben nicht von der Politik zu ihren Zwecken verwendet wird, langfristiger stabiler ist als das Geld, das wir gegenwärtig haben.“
  • „Kryptowährungen haben durchaus eine Zukunft, insbesondere dann, wenn das Vertrauen in unser gegenwärtiges Geldsystem schwinden sollte, und man weiß nicht, ob das Vertrauen in das gegenwärtige Geldsystem immer so anhalten wird“.

Beide Thesen sind nicht aus der Luft gegriffen, denn wer aktuell mal einen Blick nach Venezuela wirft oder sich erinnert, wie sich die Nachfrage nach Bitcoin entwickelte, als vor einiger Zeit auf Zypern die Geldautomaten plötzlich kaum mehr Geld rausrückten, weiß, worüber Thomas Meyer spricht.

Ein bemerkenswertes Interview, in dem jemand, der Ahnung hat, einfach redet, ohne darauf angewiesen zu sein, die Realität nach den Interessen seines Arbeitgebers zu interpretieren.

Die BBC über die Isle of Man als Bitcoin-Island

Die Isle of Man, eine kleine Insel in der irischen See, hat große Ambitionen ein „Bitcoin Island“ zu werden.

Mein erster Reflex auf diese Meldung war skeptisches Augenrollen. Denn mit Zypern hatte letztes Jahr bereits ein anderer kleiner Inselstaat aufmerksamkeitsheischend ähnlich hochtönende Pläne geäußert. Der „Bitcoin-Hub“, das „London der Kryptowähungen“, wollte man damals werden. Daraus geworden ist jedoch bekanntlich nicht viel. Mit der hausgemachten Implosion von Neo & Bee platzte auch die mit viel heißer Luft und bombastischen Versprechungen aufgepumpte zypriotische Bitcoin-Begeisterungs-Blase.

Die Isle of Man ist kein zweites Bitcoin-Zypern

Trotz meiner Skepsis habe ich mir dann aber doch diesen BBC-„Business Daily“-Podcast angehört (hier in einem zusammengefassten Artikel), in dem Zoe Kleinman auf der Isle of Man der Frage nachgeht, ob und wie die Bitcoin-Zukunft der Insel denn aussehen könnte.

Und diese Zukunft könte sich ziemlich spannend gestalten. Denn die Bewohner der Isle of Man sind Bitcoin-affin und die Regierung ist offen und vergleichsweise progressiv, was die Ausgestaltung solider rechtlicher Rahmenbedingungen angeht. Vor allem aber herrscht  Konsens darüber, dass eine Regulierung grundsätzlich nötig ist, diese aber mit Augenmaß getroffen werden muss. Ziemlich gute Bedingungen für die Entwicklung einer nachhaltigen Bitcoin-Struktur.

Die Isle of Man verbindet E-Gaming mit Bitcoin

Was mich aber am meisten hat aufhorchen lassen, ist ein Fakt, der mir bisher nicht bewusst war: Durch ihre bisherige Regulierungs- und Steuerpolitik hat sich die Isle of Man bereits jetzt als beliebter Standort für Unternehmen der E-Gaming-Industrie profiliert. Daneben nun Digitale Währungen als weitere Spezialisierung zu setzen, ist ein äußerst smarter Schachzug. Immerhin steht die enorm aussichtsreiche Verbindung von E-Gaming mit digitalem Geld unverständlicherweise noch immer ganz am Anfang. Für die Isle of Man könnte sich das jedoch bald als großer Glücksfall erweisen.

Bild: “Classic old radio 1960s or 70s style” Flickr-User theslowlane (CC BY 2.0)

Bitcoins kaufen international

howtobuybitcoins.info ist ein einfacher, aber sehr nützlicher Service, wenn es um die Frage geht: Wie kann ich in welchem Land Bitcoins kaufen? Die Website listet auf Anfrage nämlich sowohl alle direkt vor Ort ansässigen Bitcoin-Börsen und Marktplätze auf, als auch diejenigen, die zumindest ihren Service in dem jeweiligen Land anbieten. Bitcoins kaufen kann man überall … Bitcoins kaufen international weiterlesen

Ab ins Bitcoin-Resort Pt. II

Vor ein paar Wochen habe ich über das First-Bitcoin-Ressort auf Zypern berichtet, eine Appartementsiedlung am Meer speziell für Bitcoiner (Bitcoinerinnen? Bitcontainer? Gibt’s dafür schon einen Begriff?). Damals hielt ich das ganze für eine lustige, halbernst gemeinte Idee und habe das mehr so aus Neugier beobachtet. Auf der Inside Bitcoins Konferenz in Berlin saß ich nun … Ab ins Bitcoin-Resort Pt. II weiterlesen

Argentiniens Bitcoin-Zukunft

Immer wieder fallen die Namen zweier Länder, wenn es um die Vorreiterrolle bei der Institutionalisierung von Bitcoin geht: Zypern und Argentinien. Während über Bitcoin-Zypern hier im Blog ja schon ein paar Sachen liefen, hatte ich über die Situation in Argentinien bis auf den kurzen Vortrag von Rodolfo Andragnes bei der DLD-Conference bisher noch nicht so … Argentiniens Bitcoin-Zukunft weiterlesen

Zehn Gründe warum Bitcoin …

Ich bin ja kein Fan von Top-Ten-Listen im Journalismus. In der Regel verbergen sich hinter solchen Schlagzeilen doch meist nur irgendwelche Werbe- und SEO-optimierten Klick-Strecken. Ganz anders bei diesem Blog-Beitrag des Investment-Unternehmens Lightspeed India, in dem es um zehn spannende, aber auch streitbare Prognosen für Bitcoin im Jahr 2014 geht. Zum Beispiel, dass die USA, … Zehn Gründe warum Bitcoin … weiterlesen

Ab ins Bitcoin-Ressort!

Darüber, dass Zypern in Sachen Bitcoin ambintioniert ist, habe ich ja schon geschrieben. Das darf man zurecht auch kritisch sehen. Hier nun aber nun ein konsequentes und gleichzeitig irgendwie auch verstörendes Beispiel dafür, dass sie es wirklich ernst meinen:
The First Bitcoin Resort

Schon ab nur 120 Bitcoins gibt es Garten-Appartments mit Pool oder voll ausgestattete Penthouse-Suiten mit Whirlpool und Grillecke auf dem Dach. Gut, Golf spielen müsste ich erst noch lernen, damit ich mich nicht langweile, aber Meerblick und der Yachthafen um die Ecke sind schon ganz nett. Am besten finde ich jedoch den Slogan A Resort for Bitcoiners to Spend Their Summers Together. Zitat von der Website:

„Use the bitcoins you have to buy a place to spend your summers on the beach with other Bitcoin enthusiasts, in a vivid community that will create Bitcoin hackathons and brainstorming sessons while drinking margaritas on the beach.“

Das klingt so strange, gerade deswegen würde ich mir das glatt gerne mal anschauen. Ich fürchte allerdings meine Bitcoin-Reserven reichen dafür noch nicht ganz. Das Angebot läuft nämlich nur noch bis Ende März.

Studieren per Bitcoin

Die Meldung, dass die Universität Nikosia Studiengebühren künftig auch in Bitcoin akzeptieren wird, ging bereits letzte Woche durch die Ticker.  Für das ZDF-Blog Hyperland und heute.de habe ich die Ambitionen der Zyprioten nun noch einmal zusammengefasst und eingeordnet. Denn die Uni will Bitcoins nicht nur als Zahlungsmittel nutzen, sondern bietet ab diesem Frühjahr auch einen M. … Studieren per Bitcoin weiterlesen