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Ab ins Bitcoin-Ressort!

Darüber, dass Zypern in Sachen Bitcoin ambintioniert ist, habe ich ja schon geschrieben. Das darf man zurecht auch kritisch sehen. Hier nun aber nun ein konsequentes und gleichzeitig irgendwie auch verstörendes Beispiel dafür, dass sie es wirklich ernst meinen:
The First Bitcoin Resort

Schon ab nur 120 Bitcoins gibt es Garten-Appartments mit Pool oder voll ausgestattete Penthouse-Suiten mit Whirlpool und Grillecke auf dem Dach. Gut, Golf spielen müsste ich erst noch lernen, damit ich mich nicht langweile, aber Meerblick und der Yachthafen um die Ecke sind schon ganz nett. Am besten finde ich jedoch den Slogan A Resort for Bitcoiners to Spend Their Summers Together. Zitat von der Website:

„Use the bitcoins you have to buy a place to spend your summers on the beach with other Bitcoin enthusiasts, in a vivid community that will create Bitcoin hackathons and brainstorming sessons while drinking margaritas on the beach.“

Das klingt so strange, gerade deswegen würde ich mir das glatt gerne mal anschauen. Ich fürchte allerdings meine Bitcoin-Reserven reichen dafür noch nicht ganz. Das Angebot läuft nämlich nur noch bis Ende März.

Kundenfreundliche Mining-Hardware

Neulich habe ich zu einem Artikel gebloggt, dass die Bitcoin-Mining-Hardware-Hersteller sich ihre Geräte über Pre-Order finanzieren lassen, also das Geld von den Kunden einsammeln, noch bevor die Hardware überhaupt entwickelt wurde. Hier nun das kundenfreundliche Gegenteil.

Im Interview mit dem Bitcoinmagazin erzählt Filip Pawczyński, polnischer Bitcoin-Enthusiast und verantwortlich für den Anbieter cryptostore.io, der den Bi•Fury USB-Miner vertreibt, warum sie sich (sehr sympathisch!) gegen Pre-Order entschieden haben und lieber die Geräte auf Vorrat produzieren um sie direkt an die Kunden versenden zu können.

Das Interview ist darüber hinaus auch sehr spannend, weil es Einblicke in die polnische Bitcoin-Bewegung gibt. Ein thematischer Blick in Nachbarland, der lohnt.

Um mal einen Eindruck von den Bi•Fury USB-Miner zu geben: dieses Video zeigt die polnische unit testing facility. Die Kompaktheit der Miner ist beeindruckend, aber die Lüfter sind laut. SEHR, SEHR LAUT!

„Es ist eine Illusion die Banken abschaffen zu können“

Kritische Fragen zum Thema Bitcoin haben die Moderatoren der Sendung Breitband bei Deutschlandradio Kultur gestellt, kritische Antworten haben sie bekommen. Denn der Informatikprofessor Raúl Rojas, der sich schon seit den Neunzigern mit digitalen Währungen beschäftigt, zeichnet im Interview ein ziemlich ernüchterndes Bild von Bitcoins.

Seiner Meinung nach hätten CyberCash und Digicash bereits in den Neunzigern bessere Algorithmen und Protokolle benutzt als Bitcoin heute. Sie seien damals aber von Banken ins Leben gerufen worden, nicht von „Idealisten“. Insgesamt sieht er in Bitcoins zwar einen interessanten Ansatz, sie würden aber definitiv nicht das Zahlungsmittel der Zukunft, sondern seien längst zum Spekulationsobjekt geworden.

Ich persönlich finde es wichtig sich auch mit den kritischen Tönen zum Thema Bitcoin auseinanderzusetzen. Viel zu oft und gerne werden die Schattenseiten, von denen keiner behaupten kann, dass es sie nicht gebe, ja ausgeblendet.

Den ganzen Beitrag kann man entweder direkt hier nachhören oder auf der Seite von Breitband.

Bitcoin visualisiert. Kritisch und in 3-D

Es gibt ja dieses eine Bitcoin-Erklärvideo, das auf fast jeder Seite auftaucht, die Bitcoins in irgendeiner Weise erklären will. Und das ist auch in Ordnung, weil kurz, übersichtlich und schön gemacht.

Duncan Elms zeigt jedoch, dass es sich durchaus lohnen kann, sich im Web nicht nur auf ein einziges Erklärvideo zu stützen. Seine Variante ist nämlich nicht nur optisch eine Stufe anspruchsvoller, sondern geht auch auf Themen ein, die im Standard-Video nicht auftauchen: Darknet und Silk Road, Hackerangriffe auf Mt.Gox oder den Einfluss, den allein die Existenz von Bitcoin auf unsere Wahrnehmung von „Geld“ hat.

Zwei kleine Nachteile hat das Video jedoch. Einige der Informationen sind nicht mehr ganz aktuell (es werden bspw. nur noch 25 statt 50 BTC ausgeschüttet) und an manchen Stellen ist es so schön anzusehen, dass man Gefahr läuft erst sich selbst in den Bildern und anschließend den thematischen Anschluss zu verlieren. Aber dann drückt man eben den Replay-Button.

Bitcoin: Mal ganz einfach gefragt

Man kann von dem journalistischen Format Jung und Naiv halten, was man mag. Ich persönlich glaube ja, dass es sich durchaus lohnt, Menschen auch mal ausreden zu lassen, aber da gehen die Meinungen offensichtlich ein bisschen auseinander.

Ungeachtet dieser Frage stellt Tilo Jung zum Thema Bitcoin auch ein paar von denen, die sehr naheliegend sind für jemanden, der überhaupt keine Ahnung von digitalen Währungen hat. Einfach so aus dem Bauch heraus. Kann man sich anschauen, denn weitergehende Informationen findet man anschließend ja glücklicherweise auch im Netz.

Bezahlen mit Bitcoins – Noch sind viele Fragen offen

In seinem Artikel für Zeit Online geht Jan Guldner besonders kritisch auf die derzeit noch ungelösten Probleme beim Handel mit Bitcoin ein, die bisher gerne noch ausgeklammert werden: Was passiert wenn der Kunde sein Rückgaberecht in Anspruch nimmt? Wie weiß man eigentlich am Currywurst-Stand, ob man in diesem Moment die Wurst in Bitcoin oder in Euro billiger bekommt. Und warum sollte man auf die Bid-Ask-Spreads achten?

Fazit: Es sind noch sehr viele Fragen offen. Zeit sich Gedanken zu machen!

Links:
Die Bitcoin-Fallen – Zeit Online
Transaktionskosten bei Bitcoin durch Bid-Ask-Spread und
Markttiefe
– Blick Log

Bitcoin: eine Video-Einführung

Auf der 1. Swiss New Finance Conferenz im vergangenen Jahr hat Jens-Christian Fischer einen sehr anschaulichen Vortrag zum Thema Bitcoin – Eine gänzlich andere Währung gehalten, den ich wirklich jedem anzuschauen empfehle. Die halbe Stunde ist sinnvoll investiert, denn der Vortrag gibt sowohl Laien wie auch Fortgeschrittenen einen sehr guten Überblick über das Bitcoin-Universum, ist nicht zu technisch, geht dafür aber auch auf kritische Fragen ein.

Kopf oder Zahl?

Im Netz stößt man ja immer wieder auf Bitcoin-Glückspiele. Meist sind das dann bunt flimmernde, dubiose Online-Casinos. Je bunter und flimmernder, desto dubioser. Kennt man.

Ganz unaufgeregt kommt dagegen die Seite Bitcoin Flip! daher, die nichts mit Roulette, Black Jack, Poker und Sportwetten zu tun hat, sondern sich ganz monothematisch dem virtuellen Münzwurf verschrieben hat. Das Besondere ist jedoch, dass der Zufallsgenerator offen gelegt ist. Jeder kann also überprüfen, ob, bzw. dass nicht geschummelt wurde. Kopf oder Zahl: die Chancen stehen fifty-fifty.

Diese Website spektakulär zu nennen, wäre bei weitem übertrieben. Sie ist simpel und das macht sie so sympathisch. Außerdem macht sie doch nur das, was man sowieso machen möchte, wenn man eine Münze hat. Egal ob real oder virtuell: flip! flip! flip!

Millionenschwere Schattenminer

Auf Format.at ist ein sehr lesenswerter Artikel erschienen, der das Bitcoin-Minen und die Industrie, die mittlerweile um diese „Modeerscheinung“ gewachsen ist, kritisch unter die Lupe nimmt.

Dass der Ottonormal-User heute keinen (großen) finanziellen Gewinn mehr macht, wenn er jetzt noch mit schmalem Budget ins Mining-Business einsteigt, ist ein offenes Geheimnis. Wer jedoch auch weiterhin an der Mining-Euphorie sehr gut verdient, sind die ASIC-Chip- und Geräte-Hersteller. Noch bevor sie ihre Mining-Werkzeuge überhaupt hergestellt und getestet haben, verkaufen manche von ihnen diese schon vorab per Pre-Order an die gutgläubigen Privat-Miner, die ihrerseits auf mehr Rechenleistung und ein bisschen mehr vom Bitcoin-Kuchen hoffen. Allein durch diese Pre-Orders sammeln die Hersteller Millionenbeträge ein.

Besonders spannend ist der Artikel jedoch, weil er noch einen logischen Schritt weiter geht und implizit die Frage stellt, warum die Hersteller der Chips nicht einfach selbst nach Bitcoins minen, wenn sie schon die entsprechende Technik entwickeln. Immerhin wären sie ja die ersten, die von neuen, noch effizienteren und leistungsfähigeren Minern profitieren würden noch bevor die breite Masse an Hobby-Minern die Rechenleistung und den Schwierigkeitsgrad des Bitcoin-Netzwerks mit neuen Geräten in die Höhe treibt?

Die wenig überraschende Antwort: Natürlich gibt es schon längst  solche Unternehmen, die wie Hedgefonds möglichst unbemerkt und von der Öffentlichkeit nicht wahrgenommen ihr eigenes hochspezialisiertes Mining-System entwickeln. Vermutlich arbeitet nicht nur das ominöse US-Unternehmen 21e6 an solch einer hochspezialisierten Mining-Anlage bzw. „Gelddruckmaschine“. Die Indizien, die der Artikel zusammenträgt, legen diese Vermutung zumindest nahe.

Sollte das stimmen, stellt sich jedoch sofort eine Frage: Was passiert mit dem Netzwerk, wenn einzelne Super-Miner unbemerkt die Rechenleistung so stark bündeln, dass sie die Integrität des Netzwerkes mit einer 51%-Attacke korumpieren könnten?

Link: Format.at – Bitcoin-Miner – Auf der Suche nach dem virtuellen Gelddrucker