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DLF Kultur-Interview – Warum Bitcoin mehr als nur digitales Geld ist

Am Mittwoch war ich früh morgens bei Deutschlandfunk Kultur zum Thema Mehr als nur Kryptogeld: Bitcoin als Gesellschaftsutopie als Interviewpartner zu Gast. Das ist – wie ich finde – ein ganz schönes Gespräch geworden, wenngleich die acht Minuten, die wir für so ein facettenreiches Thema hatten, natürlich eigentlich viel zu wenig ist.

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Tatsächlich hatte ich auch noch sehr viel mehr auf meinem vorbereitetem Zettel zu stehen, was man hätte erwähnen können und was für das Verständnis der Hörerinnen und Hörer durchaus hilfreich gewesen wäre. Aber Sendeplatz ist eben Sendeplatz – da kann man nicht über die Länge streiten. Und deswegen versuche ich auch nicht allzu viele „Eigentlich hättest du das ja auch noch irgendwie erwähnen müssen“-Gedanken zuzulassen, die einem nach so einem Gespräch naturgemäß durch den Kopf gehen. Denn das ist ein Nullsummenspiel. Dafür hätte ich etwas anderes streichen müssen und Live-Interviews sind ja ohnehin immer ein bisschen tricky. Vor allem, wenn man gerade aus dem Bett gefallen ist.

Was mich in solchen Momenten aber ohnehin immer am meisten beruhigt: Satoshi Nakamoto selbst wusste, was für eine enorme Herausforderung es ist, Bitcoin für eine „general audience“ erklären zu wollen. Und wenn selbst der Erfinder von Bitcoin das Erklären von Bitcoin für „bloody hard“ hielt, dann bin ich in diesem Fall ganz zufrieden mit meiner Performance.

Was hinter den Kulissen passierte

Es gibt aber noch einen anderen Punkt, der das Interview interessant und besonders macht und den ich hier unbedingt noch erwähnen möchte, weil man das „von außen“ gar nicht mitbekommen hat.

Tatsächlich hatte mich die verantwortliche Redakteurin nämlich ursprünglich nur für einen Vorsetzer angefragt, also einen vorab produzierten Beitrag, der ein bisschen was erklärt und einordnet, damit dann im Anschluss ein etwas tiefergehendes Interview mit einem anderen Gast stattfinden kann. Und das eigentliche Thema des Sendeplatzes war – wie so oft dieser Tage – die Umweltproblematik von Bitcoin.

Ich fand das aber sehr schwierig, weil man die Zusammenhänge zwischen Bitcoin, Energie und Umwelt nicht mal eben so in drei Minuten für Laien erklärt. Und aus meiner Erklärung, warum das nicht geht, ist dann ein längeres Gespräch entstanden, in dem wir uns eine Stunde ganz ausführlich über die Grundlagen und Zusammenhänge und die vielen Facetten von Bitcoin unterhalten haben.

Am Ende kam die Redakteurin dann zu dem Schluss, das Umwelt-Thema zu canceln und sich auf dem Sendeplatz lieber doch noch einmal den grundlegenderen Zusammenhängen von Bitcoin zu widmen. Oder zumindest einem Teil davon. Obiges Interview ist dessen Ergebnis.

Journalisten sind auch nur Menschen.

Warum ich das hier aufschreibe ist, weil es in den vergangenen Monate viel Grund zur Kritik an der allgemein schlechten Berichterstattung von Bitcoin in den Medien gibt. (Interessant dazu auch diese aktuell Episode des Bitcoin Verstehen Podcast mit Philipp Mattheis.)

Allerdings darf man dabei eben nicht alle Redaktionen und Journalisten pauschal in einen Sack werfen und als „die Medien“ kritisieren. Denn wie das Deutschlandfunk Kultur-Beispiel zeigt, gibt es keine allgemeine Agenda der Medien gegen Bitcoin. Es ist nur eben kein triviales Thema und man braucht Zeit und geduldige Erklärungen, um einen guten Zugang dazu zu finden.

Andreas, Berlin und die Chemie des Bitcoin-Legos

Vergangenen Dienstag war mit Andreas Antonopoulos einer der bekanntesten und renommiertesten Köpfe der globalen Bitcoin-Community zu Gast beim Blockchain Meetup Berlin.

Hörer, Leser, Senatoren – alle wollen Bitcoin erklärt bekommen

Seit vielen Jahren schon beschäftigt sich Andreas Antonopoulos intensiv mit Bitcoin und hat sich dabei nicht nur als einer der Moderatoren des Let’s Talk Bitcoin-Podcasts einen Namen gemacht (vermutlich der bekannteste Bitcoin-Podcast überhaupt), sondern auch als Autor und Spezialist im Erklären von Bitcoin. Seine Eloquenz und Expertise haben ihm dabei zu Auftritten auf etlichen Konferenzen, in Dokumentarfilmen und sogar zu vielbeachteten Anhörungen im Senat von Kanada und von Australien verholfen.

Trotzdem hatte ich zunächst gezögert, nach Berlin zu fahren. Vermutlich, weil ich dachte, da ich schon so viele Talks von Andreas Antonopoulos gesehen habe, wüsste ich, was er erzählen würde. Aber weit gefehlt. Denn Andreas Antonopoulos einmal in echt zu erleben, war eine bemerkenswerte Erfahrung.

Bitcoin zu erklären ist Handwerk und man muss es üben

Denn es ist beeindruckend, wie er es schafft, die Tiefe und Komplexität des Themas Bitcoin mit all seinen Facetten und aktuellen Entwicklungen in ruhige, sachliche und anschauliche Beispiele zu verwandeln: Chemie, Lego, Banken, Feuerwehrautos, Dinosaurier, Freiheit und Verantwortung – all diese Bilder und Begriffe zusammenzubringen, ohne dass es abstrus und fahrig wird, ist schwer. Umso mehr, wenn die Hälfte davon in einem offenen Fragen- und Antwortenteil stattfindet. Wer selbst einmal versucht hat, Bitcoin zu erklären, weiß, wie schnell man sich mit schiefen Metaphern in argumentatorische Abseits manövriert.

Andreas Antonopoulos kommt dabei jedoch sein jahrelange Erfahrung zugute. Er arbeitet nämlich schon seit 25 Jahren, also viel läger als es Bitcoin gibt, als Redner. Trotzdem, Hut ab!

Andreas Antonopoulos (und mehr) im Mitschnitt nach dem Klick

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Die smarte 5-Minuten-Bitcoin-Präsentation

Es ist wirklich beeindruckend wie Ian Lee in diesem Video in nur fünf Minuten Bitcoin erklärt und dabei anstatt bei den Zuhörern viele Fragezeichen zu hinterlassen auch noch mit einem ziemlich smarten Denkanstoß endet.

Dabei erfindet er das Bitcoin-Erklären gar nicht neu, sondern kombiniert einfach nur sehr geschickt Bilder und Vergleiche bereits bestehender, mitunter viel längerer Präsentationen. Vor allem aber lässt er ganz viel weg und konzentriert sich nur auf das Interesse seiner Zuhörer bei der kalifornischen Haas School of Business: die wirtschaftlich-innovative Bedeutung von Bitcoin.

In dem Zusammenhang ist es natürlich clever den Bitcoin-„Preisverfall“ dem Investitionswachstum gegenüberzustellen. Wer Bitcoin mal einem noch akademischeren Publikum erklären soll, kann hier bei auch auf das rasant wachsende Forschungsinteresse zu Bitcoin und der Blockchain verweisen.

Bitcoin für intelligente Laien erklärt

Ich habe selten ein so schön und liebevoll animiertes Bitcoin-Erklärvideo gesehen, wie dieses hier „für intelligente Laien“ von Tomasz Kaye, das versucht  das komplexe Phänomen Bitcoin mit etwas höherem Anspruch zu erklären. Vor allem die Entscheidung nicht alle Aspekte in einem einzigen Video unterbringen zu wollen, sondern eine Trilogie daraus zu machen um etwas mehr Raum für hintergründige Informationen zu schaffen, ist konsequent und richtig.

Finanziert durch die Bitcoin-Community

Lobend zu erwähnen ist zudem auch, dass kein Bitcoin-Unternehmen das Video finanziert hat, sondern Mitglieder der Bitcoin-Community. Daher muss man auch nicht hinter jeder Aussage eine tendeziöse Beeinflussung durch konkrete wirtschaftlichen Interessen befürchten. Kritisch sollte man dennoch sein, denn ein Blick auf die Finanziers zeigt, dass bspw. mit Roger Ver ein sehr prominenter Bitcoin-Evangelist für die Produktion mit verantwortlich ist, der durchaus eine fast schon radikal links-libertäre politische Einstellung vertritt. Es wundert also nicht, dass der Staat in diesem Video so schlecht wegkommt.

Mehr Anspruch, denn die Menschen wollen Bitcoin verstehen

Nichtsdestotrotz eines der besten und zeitgemäßen Bitcoin-Videos bisher, weil es einfach mal auch davon ausgeht, dass man der Gesellschaft beim Thema Bitcoin ruhig etwas mehr zutrauen kann.

In eigener Sache: Bitcoin erklärt

Ich fabuliere ja gerne darüber wie schwer es ist Bitcoin zu erklären. Als Beleg für diese These ziehe ich dabei gerne die Arbeit anderer heran. Artikel, Bücher, Videos. Dass es dabei in der Regel mehr Kritik als Lob gibt, liegt in der Natur der Sache, ist aber nicht ganz fair. Denn wer nicht selbst einmal versucht hat Bitcoin zu erklären, weiß gar nicht wie viel Arbeit und Konzentration nötig ist um eine gelungene Mischung aus Prägnanz, Verständlichkeit, Hintergrundinformationen und Relevanz zu finden.

Insofern nutze ich die Gelegenheit, dass mich MLP financify gebeten hat für ihre Website einen Bitcoin erklärenden Artikel zu schreiben. Obwohl (oder gerade weil) ich mich so intensiv mit dem Thema beschäftige, war das eine Herausforderung und ich habe länger daran gearbeitet als ich es anfags vermutet hätte.

Eure Meinung ist gefragt

In jedem Fall gebe ich den Artikel hiermit zum Kritisieren frei. Habe ich einen Aspekt vergessen, der trotz Zeichenbegrenzung doch noch relevant gewesen wäre? Ist der Text zu banal oder zu anspruchsvoll? Würdet ihr danach Interesse an Bitcoin haben?

Schreibt eure Kritik und Anmerkungen. Ihr könnt den Text zerreißen oder hochloben, ganz wie ihr wollt. Beides wäre spannend für mich, weil es mir hilft zu erkennen, was ich beim nächsten Artikel dieser Art besser machen könnte.

Bitcoin erklären leicht(er) gemacht!

Wer hier im Blog etwas regelmäßiger unterwegs ist, der wird wissen, dass mich eine Frage ganz zentral beschäftigt:

Wie erklärt man Bitcoin?

Denn nicht nur als Journalist, auch privat bin ich immer wieder in der Situation Bitcoin erklären zu sollen. Am besten so kurz und verständlich wie möglich, aber bitte ohne dabei elementare Aspekte wegzulassen oder schlimmer noch, Verwirrung hervorzurufen.

bitcoin erklären

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