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Bitcoin – Zahlungsmittel der Zukunft?

In seiner aktuellen, gestern als Beilage zur Süddeutschen Zeitung erschienenen Ausgabe stellt das +3 Magazin die Frage nach dem Zahlungsmittel der Zukunft und druckte auch gleich die Antworten von Experten, Werbekunden (gekennzeichnet) und die von Lesern. Denn die Frage nach dem Zahlungsmittel der Zukunft stand bereits seit rund einem Monat im Raum und konnte und kann noch immer über die zugehörige Website beantwortet werden.

plus drei finanzmittel zukunft bitcoin
+3 Magazin: Eine von drei Fragen ist die nach dem Zahlungsmittel der Zukunft

Für die gedruckte Ausgabe hat die Redaktion aber nun aus all den bisherigen Antworten auf drei Seiten einen, wie ich finde, ziemlich guten Überblick über das Meinungsspektrum erstellt. Bitcoin und digitales Bezahlen spielen dabei erwartungsgemäß eine große Rolle. Aber dass in der Gesamtheit aller veröffentlichten Beiträge ein so vielschichtiges Bild entsteht, ist bemerkenswert und auch die kritischen Anmerkungen zu Bitcoin und Co. lohnen sich zu lesen. Dankenswerterweise ist das im Netz ja auch auch dauerhaft möglich, ohne sich nun auf die Suche nach einem Exemplar der gestrigen SZ machen zu müssen.

Kleine Transparenznotiz am Rande: Ich habe auf Anfrage der Redaktion den Text über M-Pesa geschrieben.

Die Bedeutung der einfachen Leute

Starke Worte die Edward Snowden da zur Eröffnung des DOK-Filmfestivals als Videobotschaft zu uns hier nach Leipzig geschickt hat. Ich habe die wichtigen Stellen mal frei übersetzt:

„Entscheidend ist, dass wir aus der Geschichte lernen. Leipzig erinnert uns daran, dass die Mauer und die DDR nicht durch Bomben, Gewehre und gewaltvollen Widerstand zu Fall gebracht wurden, sondern durch einfache Leute.

Diese einfachen Menschen, die montags gegen einflussreiche Machthaber auf Straßen und Plätze gegangen sind, rufen uns in Erinnerung, dass sich die Legitimität einer Regierung aus der Zustimmung ihrer Bürger ableitet.

Heute wird dieses Prinzip so oft vergessen und wir haben selbst in liberalen, westlichen Demokratien, nicht nur in autoritären Regimen, so viele Regierungen, die immer wieder Verschleierungs- und Geheimhaltungstaktiken gut heißen.

Deshalb müssen wir uns immer wieder daran erinnern, dass die Zustimmung zu einer Regierung nur dann eine Bedeutung hat, wenn sie auf Information beruht.“

http://vimeo.com/110237795
Was hat das mit Bitcoin zu tun?

Auch Bitcoin ist eine Bewegung der einfachen Leute gegen einflussreiche Machthaber. Allerdings nicht auf Straßen und Plätzen, sondern im Netz. Bitcoin bietet den Menschen nämlich erstmals eine konstruktive Möglichkeit dem bestehenden Finanzsystem die Zustimmung zu verweigern, es anzuzweifeln und seine Legitimierung zu hinterfragen. Bisher war das unmöglich. Das Banken- und Finanzsystem war alternativlos. Nun nicht mehr.

Bitcoin ist dabei aber kein Frontalangriff auf das bestehenden Finanzsystem. Vielmehr ist es der Entzug seiner Unterstützung. Es ist das Werkzeug der einfachen Leute gesellschaftliche Veränderung einzuleiten und Transparenz in das bestehende Geld- und Finanzsystem zu bringen, das ja noch viel mehr als Politik auf Geheimhaltung, Tarnung und Verschleierung setzt.

Über Geld spricht man ja nicht.

Sollten wir aber.

„Das Bitcoin-Experiment steht ganz am Anfang“

Am Freitag veranstaltete die SPD-Bundestagsfraktion eine „Digitale Agenda“ zum Thema Bitcoin und Co. Die Zukunft des Zahlungsverkehrs?. Zum ersten Mal wurde Bitcoin damit offen auf bundespolitischer Ebene diskutiert. Dass dabei Beteiligte aus Wissenschaft, Politik, Wirtschaft und Praxis gemeinsam an einem Tisch saßen, ist ein gutes Zeichen und zwingend notwendig, soll Bitcoin in Deutschland einmal massentauglich werden. Dennoch machte die Veranstaltung vor allem eines deutlich: baldige Entscheidungen sind nicht zu erwarten, denn nicht nur in der öffentlichen Debatte befindet sich Bitcoin ganz am Anfang.

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„Die Politik der Notenbank ist am Ende“

Gestern lief beim Deutschlandfunk ein beunruhigendes Interview mit dem Ökonomen Max Otte, der 2006 in seinem Buch „Der Crash kommt“ die Finanzkrise beschrieb, wie sie ein Jahr später dann auch einsetzte.

In diesem Interview spricht er nun über den kapitalistischen Erfolg hemmungsloser Schuldenpolitik im Vergleich zum biederen deutschen Sparkurs, vergleicht die verzweifelte und dennoch erfolglose Zinspolitik der EZB mit dem Ende der DDR und fordert, dass sich der Hightech-Standort Deutschland durch gezielte Investitionen endlich aus seiner allgemeinen Amerika-Abhängigkeit emanzipieren solle. Solide Thesen. Nicht unbegründet.

Die Chancen, dass bald noch einmal alles krachen geht, sieht er bei fifty-fifty und empfiehlt daher nicht allein auf Fiat-Geld zu vertrauen, sondern sich zu diversifizieren.

Notiz an mich: Muss bei Gelegenheit Herrn Otte mal fragen, was er von Bitcoin hält.

Bitcoin – kurz & größtenteils gut

Jörg Platzer ist einer der prominentesten Bitcoiner in Deutschland. Nun hat er ein Buch über Bitcoin geschrieben. Das war dringend notwendig, denn bisher fehlte es an fachkundiger Grundlagenliteratur, die das komplexe Phänomen Bitcoin aufschlüsselt und dem neugierigen und interessierten Publikum auf verständliche Weise nahe bringt.

Bitcoin kurz & gut. Banking ohne Banken soll diese Lücke nun füllen. Das Buch ist unterhaltsam, lehrreich und für solch ein anspruchsvolles Thema überraschend kurzweilig, überzeugt aber noch nicht hundertprozentig. Trotzdem wird „Der Platzer“ erst einmal das deutschsprachige Standardwerk zum Thema Bitcoin werden und alles in allem auch zu Recht.

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Vom Internet des Geldes

Dug Campbell über Bitcoin aka das Internet des Geldes:

„… a technology that is incredibly powerful. And now we have to work out what we are going to do with it.“

Ich mag es ja sehr, wenn Menschen über ihre eigenen Ideen und Visionen sprechen, die sie mit Bitcoin verbinden, weil ich dadurch neue Sichtweisen und Perspektiven kennen lerne und es mich anregt, selbst über die Zukunft nachzudenken.

Die Jagd nach dem Bitcoin-Comic

Ich habe mir gerade mein Exemplar von Bitcoin – The Hunt for Satoshi Nakamoto vorbestellt.

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Dass es früher oder später auch ein Comic über Bitcoin geben würde, war abzusehen. An konkret diesem Projekt finde ich jedoch gleich mehrere Aspekte spannend. Zum einen handelt es sich um das erste Projekt von Swarm, einer Bitcoin-Crowdfunding-Plattform, die ich seit einiger Zeit beobachte. Zum anderen ist es eine der ersten nennenswerten Counterparty-Anwendungen.

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Die Bitcoin-Bibel

Heute lag The Book of Satoshi. The Collected Writings of Bitcoin Creator Satoshi Nakamoto in meinem Briefkasten. Als ich das erst Mal von diesem Buch hörte, dachte ich noch: „Was für eine alberne Idee. Warum sollte jemand für Texte bezahlen, die ohnehin frei im Internet verfüg- und lesbar sind?“ Nun habe ich mein eigenes Exemplar und ich bin sehr froh darüber. Denn meine Meinung hat sich geändert.

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