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Solide, charmant, aber …

Eigentlich ist das ein wirklich sehenswerter Beitrag geworden, den das EinsFestival-Format PULS da zu Bitcoin gemacht hat. Abwechslungsreich, vielseitig und vor allem unterhaltsam. Das ist alles in allem schön anzuschauen, …

… wären da nicht zwei Dinge, die den ersten Eindruck trüben.

Da ist zum einen dieser gestriegelte Bitcoin-Kritiker, dessen einzige Qualifikation für diesen Beitrag in „hat im Nebenfach BWL studiert“ zu bestehen scheint, der ansonsten aber nicht so richtig Ahnung von der Materie hat und dies mit einer unsympathischen Von-oben-herab-Attitüde zu überspielen versucht.

Um das klar zu stellen, ich finde Bitcoin-Kritik wichtig, aber mir scheint, dass viele Medien Schwierigkeiten haben solide Gesprächspartner (Contra-Bitcoin) zu finden, die ihre Argumentation aus einer tatsächlichen intensiven Auseinandersetzung mit dem Thema und nicht durch die Übernahme fremder Meinungen, aus BWL-Grundkursbüchern oder qua Amt gewonnen haben.

Der zweite Kritikpunkt betrifft das Ende des Beitrags, der mit Aussagen der beiden Protagonisten wie

„… dann ist das ja an sich eine ganz schöne Idee mit dem alternativen Währungssystem. Wird bloß ’ne Illusion bleiben und unsicher ist das Ganze auch noch.“

und

„Man muss halt sagen am Ende ist es nur ein nettes Spielzeug für IT-Nerds und Broker mit viel Spürsinn. Eine Art Kasino, braucht man eben Glück, wenn man damit Geld machen will.“

das Thema Bitcoin nicht ganz nachvollziehbar als bereits gescheitertes Experiment darstellt und damit dem zurvor im Beitrag erarbeitete Bild wiederspricht, das sich Bitcoin noch in einem frühen Stadium eines Entwicklungs- und Ausprobierprozesses befindet, den man befürworten oder kritisieren kann.

Anstatt hier plötzlich ein rein negatives, statisches Fazit zu ziehen, das klingt als wäre es direkt vom BWL-im-Nebenfach-Mann übernommen, hätten die beiden Protagonisten hier in einem Zwischenergebnis noch einmal Pro und Contra gegenüberstellen müssen und einen Ausblick auf laufende Entwicklungsprozesse und weiteren Anwendungsideen für die Zukunft geben können.

So fragt man sich ein wenig verwirrt, warum die Meinung des BWLers am Ende plötzlich gewonnen hat und zurück bleibt ein negativer Eindruck von Bitcoin bei einem ansonsten aber ganz ordentlichen Beitrag.