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„Traue keiner englischen Quelle.“

Bei den Kollegen vom BitcoinBlog ist ein sehr aufschlussreicher Artikel von Zhang Weiwu erschienen, einem chinesischen IT-Unternehmer, der sich mit Bitcoin beschäftigt, und der die chinesische Sicht der Welt vor dem Hintergrund der immer wiederkehrenden Regulierungsgerüchte/Kursschwankungen von innen heraus beschreibt.

Das Lesen lohnt sich nicht nur wegen des kulturell-philosophischen Insiderwissens, sondern weil man ja eigentlich weiß, dass der westliche Kulturkreis nicht der ultimative Nabel der Welt ist, die gern genutzten Scheuklappen, die diese unbequeme Wahrheit ausblenden, diesen Standpunkt aber immer wieder provozieren.

Kritik habe ich einzig am Medium BitcoinBlog. Der Artikel ist zweifelsohne eine Perle im Heuhaufen der mittlerweile stark Copy and paste-lastigen deutschsprachigen News-Alert-Bitcoin-Blogszene, aber das BitcoinBlog ist das Firmenblog der Bitcoin Germany AG, einem Unternehmen, das gutes Geld mit dem An- und Verkauf von Bitcoin verdient. Es wirkt daher irritierend-befremdlich, wenn mitten im Artikel und bei vielen anderen Gelegenheiten im Blog auf so anbiedernde Art um Bitcoin-„Spenden“ geworben wird. Das gibt dem Ganzen einen faden Beigeschmack. Entweder macht man als Unternehmen einen Blog oder nicht. So ein Zwischending auf Spendenbasis ist unseriös.

4 Gedanken zu „„Traue keiner englischen Quelle.““

  1. Hallo,

    Christoph von Bitcoinblog.de. Wie der Coinspondent schon bemerkt hat, schreibe ich ein Firmenblog, was den meisten Lesern durchaus bewusst ist. Das bedeutet aber nicht, dass ich endlose Ressourcen zur Verfügung habe, um nach Lust und Laune Gastautoren zu bezahlen. Wenn ich nach Spenden frage, dann allein, um mehr Beiträge auf einem Niveau, für das ich gerade stehen kann, zu finanzieren.

  2. Im übrigen verdient bitcoin.de nicht Geld mit dem An- und Verkauf von Bitcoins. Das machen Händler. Bitcoin,de verdient Geld mit der Vermittlung von An- und Verkaufenden. Für soviel Genauigkeit muss Zeit sein.

    Schade auch, dass mein Versuch, den Leser an der Finanzierung guter Inhalte zu beteiligen, gerade bei einem Journalisten geschmackliche Irritationen hervorruft. Und schade auch, dass derselbe Journalist es verschweigt zu erwähnen, dass er mit mir über eben dieses Thema bereits einige Emails ausgetauscht hat.

  3. Ich finde es nicht unseriös, wenn jemand um freiwillige Bezahlung für sein Angebot wirbt. Es gibt viele Modelle, – soll jeder das wählen, was ihm passt.
    Aber es ist eventuell nervig und kann auch die gegenteilige Wirkung haben.
    Nervig ist aber auch, wenn zwei gute Blogs Zeit (die Zeit des Lesers!) für eine „schmutzige-Wäsche-waschen“-Diskussion verschwenden, statt sich auf ihr Thema zu konzentrieren.

    1. Manchmal kann so eine Diskussion aber auch sehr fruchtbar sein. Und tatsächlich verstehen Christoph und ich uns sehr gut und stehen in engem Austausch über guten Bitcoin-Journalismus und dessen Finanzierbarkeit. Aber wie du, Renardon, schon schreibst, gibt es verschiedenen Modelle und den Goldenen Weg hat im Netz noch keiner gefunden, deswegen ist eine gesunde Debatte über Pros und Contras durchaus hilfreich.

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