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Onecoin-Rechtsstreit – Zusammenfassung, Ergebnis, Abrechnung

english version below

tl;dr Rechtsstreit beendet, Vergleich geschlossen, viel gelernt, Spenden können ab sofort zu 100% zurück abgerufen werden.

Mehr als anderthalb Jahre hat es gedauert. Jetzt ist es endlich soweit. Mit diesem Beitrag schließe ich nun offiziell meine Akte Onecoin, berichte über den Verlauf und das Ergebnis meines Rechtsstreits und leite die Auflösung des damit verbundenen Spendenfonds ein.

Doch der Reihe nach:

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Zehn Jahre Bitcoin & Fünf Jahre The Coinspondent

Heute vor fünf Jahren habe ich hier im Blog meinen ersten Beitrag geschrieben und damit The Coinspondent offiziell ins Leben gerufen. Grund genug also, ausnahmsweise mal einen leicht nostalgischen Blick zurück zu werfen.

Denn zum einen sind Bitcoin-Jahre bekanntlich dreimal intensiver als „normale“ Jahre und zum anderen begleite ich Bitcoin nun also schon die Hälfte seiner Zeit. Mit all seinen Höhen und Tiefen. What a ride!

Am Anfang war die „Gier“

Damals, Ende 2013, wollte ich ja eigentlich nur in einem Selbstversuch fürs Radio dokumentieren, wie auch ich – wie so viele andere im Netz – mit Hilfe dieses noch recht unbekannten, skurril-ominösen Internetgeldes und einer kleinen Bitcoin-Mine auf dem Schreibtisch unendlich reich werde.

Das hat – kaum überraschend – nicht geklappt. Der Beitrag ist aber trotzdem einer meiner Lieblinge. Denn er ist gleichzeitig noch immer aktuell und doch irgendwie aus einer ganz anderen Zeit.

Bitcoins minen im Selbstversuch (Januar 2014)

In jedem Fall habe ich damal mit dem Recherchieren angefangen und seitdem nicht mehr aufgehört. Mehr als 800 Beiträge sind mittlerweile hier im Blog erschienen, 34 Podcast-Episoden, diverse Beiträge für Radio, Zeitungen und Zeitschriften entstanden, dazu jede Menge Workshops, Talks und Panels, ein Rechtsstreit (dazu in den kommenden Tagen mehr) und eine Auszeichnung. Alles in allem keine ganz schlechte Quote und so gab es für mich in den vergangenen Jahren keine Sekunde Langeweile.

Bitcoin-Investment-Tipp: Long Popcorn!

Das sehen offenbar auch viele Leser und Hörerinnen so. Unterm Strich lässt sich jedenfalls das Feedback zu Blog und Podcast aus den letzten Jahren so zusammenfassen. Besonders freut mich dabei die Breite des Publikums, das hier mitliest und -hört. Vom Banker bis zum Journalisten, vom Bitcoin-Experten bis zum Einsteiger. Genauso hatte ich mir das damals vor fünf Jahren auch in etwa vorgestellt.

Wahrgenommen wurde der Blog mittlerweile auch in der ganzen Welt (wenn man mal von Eritrea, Gabun, Guinea-Bissau, Guyana, dem Jemen, dem Kongo, Mali, Mauretanien, Niger, Papua-Neuguinea, Südsudan, Swasiland, Tschad, Westsahara und der Zentralafrikanischen Republik absieht – hier ist noch Luft nach oben)

Zum Geburtstag: Sichere Kommunikation

Da so ein Jahrestag aber immer auch ein guter Anlass ist, sich weiterzuentwickeln, habe ich mir zum Jahrestag nun endlich mal eine ordentliche E-Mail-Verschlüsselung spendiert.

Nachdem die Kommunikation mit der Website schon eine ganze Weile über SSL verschlüsselt läuft, gibt es nun also auch endlich die Möglichkeit direkt mit mir verschlüsselt zu kommunizieren. Den öffentlichen Schlüssel dazu gibt es hier (PGP-Fingerabdruck:
DC95 C241 D943 9184 8F3E EFCD 9B3C B9FD C752 811F)

Und weil 2019 ja das Jahr der Nano-Transaktionen wird – wer die Taschen voller Satoshis hat und die Arbeit an dieser Seite weiter unterstützen will, kann mir hier ein paar Milli-Cent schicken:

Bild: „Five“ (CC BY 2.0)

Hörtipp – „Blockchain zwischen Hype und Hohn“

Gerade eben lief bei Deutschlandfunk Kultur eine lange Diskussion zum aktuellen Stand von „Blockchain“. Ich durfte dabei mitdiskutieren und finde, dass das eine der besten Diskussionen zum Thema war, die ich bisher erlebt habe.

„Blockchain“ im Bundestag, „Blockchain“ im Radio

Anlass war ja die Anhörung neulich im Digitalen Ausschuss des Bundestages zum selben Thema. Diese war wegen der vielen heißen Luft und des mangelnden Diskurses sehr schwer zu ertragen und letztlich auch kaum zielführend.

Genau das war bei dieser Talkrunde anders. Mit Philip Banse (Moderator), Michael Seemann (Netzkulturtheoretiker), Jutta Steiner (Mathematikerin, Parity) und Jürgen Geuter waren wir tatsächlich fünf Diskutanten, die sich seit langem mit dem Thema auseinandersetzen und daher auch respektvoll, fundiert, kritisch und konstruktiv gegen- und miteinander argumentieren konnten. Und das hört man. Gerne wieder.

10 Jahre Bitcoin – Das Radio-Feature

Gestern Abend habe ich mich sehr gefreut. Denn endlich war es  soweit: Mein halbstündiges Radio-Feature über „10 Jahre Bitcoin“, an dem ich die letzten zwei Monate gearbeitet habe, ging im Deutschlandfunk Kultur auf Sendung.

Viel Arbeit, Schweiß und Herzblut

Das ist insofern etwas Besonderes, als dass ich bisher an keinem anderen Beitrag so lange gesessen habe wie an diesem. Für die Interviews war ich in Frankfurt, Berlin, Prag, habe mit Leuten in England und den USA gesprochen (und sogar ein Interview von England aus nach Deutschland geführt) und hatte am Ende genug Material gesammelt, um damit locker auch einen Drei-Stunden-Sendeplatz füllen zu können.

Aber länger ist nicht immer gleich besser und die redaktionelle Entscheidung, sich letztlich auf die politische Dimension von Bitcoin und den Kampf um die Deutungshoheit über dieses „Experiment“ zu konzentrieren, war eine gute. Denn, wie auch im Feature angesprochen, ist diese politische Dimension ja einer der wichtigsten Aspekte von Bitcoin, weil hier die möglicherweise große gesellschaftspolitische Sprengkraft steckt, wird aber dennoch in der Öffentlichkeit bisher eigentlich kaum thematisiert.

Eine mutige Entscheidung gegen den allgemeinen Medientrend

Insofern bin ich auch meiner Redakteurin, Jana Wuttke, für ihre Entscheidung sehr dankbar, sich gegen den allgemeinen Medientrend zu stellen, über Bitcoin nur zu berichten, wenn der Preis rasant steigt oder fällt, und mir diesen prominenten Sendeplatz beim Deutschlandfunk Kultur zur Verfügung zu stellen.

Denn kaum eine andere Redaktion hat (derzeit) wirklich das Interesse oder den Mut, etwas hintergründiger über Bitcoin zu berichten oder zumindest zu versuchen, dieses Phänomen verständlich zu erklären. Außer natürlich, es geht um kontextlose Stromverbrauchs-Studien, um Kriminalität, Betrug oder um andere meist negative, aber Klicks versprechenden Schlagzeilen. Oder um irgendwas mit diesem kuriosen„Blockchain“.

Insofern bin ich allen sehr dankbar, die dieses Feature durch ihre Mithilfe ermöglicht haben (natürlich auch denen, deren Interviews nicht explizit zu hören sind) und freue mich auf Feedback und natürlich, wenn das Stück gehört und verbreitet wird. Daher hier nochmal der direkte Link zum Audio und dem zugehörigen Transskript und wer das Feature runterladen möchte, nutzt am besten diesen Link.

Unterstützt die Arbeit an weiteren guten Bitcoin-Beiträgen!

Wer darüber hinaus meine Arbeit an weiteren Stücken wie diesem unterstützen möchte, der darf das gerne auch finanziell mit einer Spende tun. Denn ich kriege natürlich ein Honorar für dieses Feature, reich werde ich dadurch aber nicht. Im Gegenteil: Ich finanziere alle meine Recherchen zum Großteil aus eigener Tasche. Solche aufwendigen Radiostücke macht man daher nicht fürs Geld, sondern weil man für ein Thema brennt. Wer diese Flamme aufrecht erhalten will, darf sich also gerne ein bisschen an den Recherche-Unkosten beteiligen.

Warum die Kritik an ICOs berechtigt ist

Ich war vergangenen Freitag auf der Banking Exchange, kurz BEX, in Frankfurt. Einer kleinen, sehr feinen Konferenz, die eigentlich keine ist, sondern vielmehr das, was sich die Organisatoren unter einem Event vorstellen, bei dem es primär nicht um Status und Repräsentation geht, sondern um inhaltlichen Austausch auf Augenhöhe in entspannter Atmosphäre.

Wenn ICO-Meinungen aufeinander prallen

Ich war dort eingeladen, um auf dem Podium zum Thema „Blockchain braucht kein Mensch – oder doch ? Hype Cycle als Rollercoaster“ mitzudiskutieren. Und weil die Auswahl der Gäste bei diesem Panel durchdacht war, sind wir hier durchaus schnell mit  kontroversen Meinungen aufeinandergeprallt. Zum Glück, denn es gibt ja nichts Langweiligeres als ein Podium, auf dem sich alle einig sein und eine Stunde lang gegenseitig zunicken.

Das Siedesteinchen unserer Diskussion und der Punkt, den ich nicht unwidersprochen stehen lassen konnte, war die These, dass ICOs ja der eigentliche Treiber der technischen Entwicklung im Blockchain-Ökosystem seien.

Das Problem mit ICOs

Ich halte diese Aussage nicht nur für eine gewagte These, sondern für bewusst irreführend. Ob aus Absicht oder eigener Unwissenheit lasse ich mal dahingestellt. In jedem Fall habe ich dem energisch widersprochen. ICOs sind am allerwenigsten ein technischer Treiber. Sie sind in erster Linie dazu da, schnell und mit möglichst wenig Aufwand möglichst viel Geld einzunehmen. Das zeigt auch die Realität.

Einer, der ICOs ebenfalls sehr kritisch gegenübersteht und das Problem sehr viel prägnanter als ich auf den Punkt bringt, ist Joi Ito, der Leiter des MIT Media Labs.

Seine Argumentation: Wer bewusst Mittel kreiert und einsetzt, die Betrüger und Spekulanten anziehen, wird damit selbst zu einem, auch wenn er behauptet, eigentlich Gutes damit bewirken zu wollen. Ziel sollte es vielmehr sein: „… to push away the people that make you look like an asshole later.“ Genau das ist mit einem ICO jedoch per Design gar nicht möglich, solange hier „Coins“ offeriert werden.

Was nun jedoch nicht automatisch bedeutet, dass man mit Blockchain-basierten Token nicht doch irgendwann vielleicht mal technisch sehr interessante und nützliche Dinge machen können wird. Nur wird in diesem Kontext der „technische Treiber ICO“ eben enorm an Drive verlieren (falls er ihn überhaupt je gehabt hat), wenn damit keine großen Spekulationsgewinne in der regulatorischen Dunkelgrauzone mehr möglich sind.

Update: Onecoin-Gerichtsverhandlung

Gestern war es endlich soweit. Meine Klage u.a. gegen die Onecoin Ltd. wurde vor dem Landgericht Berlin verhandelt.

Zum Ergebnis kann ich noch keine Details verraten, da noch juristische Fristen laufen. Nur so viel: Wenn die Entscheidung, die gestern getroffen wurde, rechts- und bestandskräftig wird, bin ich sehr zufrieden.

Aktuell rechne ich damit, im Oktober dann hier mehr und ausführlicher berichten zu können.

Danke für eure Geduld.

Onecoin-Update: Verhandlungstermin

Lange habe ich hier nichts mehr über den Fortgang meiner Klage gegen die Onecoin Ltd. und einen ihrer Vertriebler berichtet. (Mehr zu den Hintergründen hier, hier und hier).

So lange, dass ich auf verschiedenen Events schon immer mal wieder persönlich auf den aktuellen Stand angesprochen wurde. Aber auch dann konnte ich nicht wirklich mehr sagen, als ich hier geschrieben habe: nämlich nichts bzw. „Abwarten.“

Doch nach fast anderthalb Jahren kommt nun endlich wieder Bewegung in die Sache und der entsprechende Gerichtstermin steht nun final fest. Die mündliche Verhandlung findet statt am

Am 30. August 2018 um 11 Uhr
im Landgericht Berlin, 
Tegeler Weg 17-21, 10589 Berlin
Altbau I/143

Ich schreibe das hier deshalb, weil die Verhandlung offen und frei zugänglich ist und ich das ganze Verfahren ja letztlich unterstützt durch viele führe, von denen der ein oder andere sich das vielleicht selbst anschauen möchte.

Danke in jedem Fall noch einmal für eure Geduld und Unterstützung. Ich freue mich jedenfalls sehr, wenn dieses Thema  endlich zu einem Ende kommt und wir die Akte Onecoin bald schließen können.

Lightning verstehen – Links, Medien und mehr

Es ist erstaunlich. Gestern habe ich hier über meinen Eindruck von Lightning geschrieben, wie rasant sich dieses Netzwerk weiterentwickelt und wie enorm das Interesse an dem Thema wächst.

zugriffszahlen
Mehr als in der ganzen Woche davor: Die Zugriffszahlen beim Thema Lightning

Seitdem gehen die Zugriffszahlen hier im Blog durch die Decke und erreichen wieder ähnliche Höchststände wie im Dezember vergangenen Jahres. Nur dass es jetzt eben nicht der aufgeblähte Bitcoin-Kurs, Gier und Spekulation sind, die die Klicks verursachen, sondern die Faszination an der Technologie dahinter. Und wie sich diese weiterentwickelt. It’s not the money, it’s the technology, stupid! (Oder sagen wir besser: beides.)

Zugriffszahlen stärken die Siedesteinchen-These

Das ist insofern interessant, als dass die Zugriffszahlen ein weiteres Indiz für die in dem Beitrag formulierte These sind, dass es tief in der Bitcoin-Community vor Anspannung, Ideen und Tatendrang nur so brodelt und Lightning nun das Siedesteinchen ist, an dem alles explosionsartig hochkocht. Im positiven Sinne.

Denn Lightning vereint gerade drei Dinge: die ursprüngliche Vision von Bitcoin als Peer-to-Peer Electronic Cash System (mit starker Betonung auf Cash), eine vielversprechende Technologie, mit der diese Vision tatsächlich realisiert werden könnte und die besonders wichtige Tatsache, dass es endlich losgeht! Das Lightning-Netzwerk ist immerhin ein Konzept, an dem schon seit Jahren gefeilt wird.

Aufbruchstimmung wie in den guten alten Tagen

Diese drei Faktoren: große Vision, neue Technologie und das Now let’s go!-Momentum bringen aktuell immer mehr Steine ins Rollen. Kein Wunder also, dass sich viele langjährige Bitcoiner ein bisschen an die guten alten Tage™ von Bitcoin erinnert fühlen. Als sich noch alles unter dem Radar entwickelte und es außer ihnen nur wenige andere gab, die verstanden, was da gerade vor sich geht und wie groß das einmal werden könnte.

Auch ich fühle mich aktuell ein bisschen an meine ersten Wochen und Monate in Bitcoin erinnert und da ist es nur konsequent, auch mit diesem Blog hier zu den Wurzeln von damals zurückzukehren. Denn als Rechercheblog habe ich seit damals versucht, hier auf der Seite sowohl meine eigenen Erkenntnisse zu sammeln und zu dokumentieren als auch anderen den Einstieg in das Thema Bitcoin systematisch zu erleichtern. Genau diese Herangehensweise scheint mir jetzt auch für Lightning sinnvoll.

Eine Seite sie alle zu finden, ins Licht zu treiben und ewig zu verlinken

Dem aufmerksamen Leser wird daher aufgefallen sein, dass der gestrige Beitrag vergleichsweise arm an Links war. Das war tatsächlich Absicht, denn ich habe gar nicht erst versucht, all die Seiten, Artikel und Medien zu Lightning irgendwie mit in den Artikel zu quetschen, sondern hatte mich schon entschieden, dem Lightning-Netzwerk eine eigene Seite zu widmen, auf der ich Links und andere nützliche Quellen sammle.

Diese Seite ist nun online und bündelt zumindest schon mal ein paar Informationen und Verweise, die ich als hilfreich erachte, um Lightning zu verstehen. Links, Artikel, Statistiken, Videos, Podcasts – wer sich für Lightning interessiert, findet hier ab jetzt zumindest einen Einstieg in das Thema. Finde und lerne ich neues, landet es ebenfalls dort. Falls ihr einen außerordentlich guten Link habt, der noch fehlt – immer her damit.

Direkt zur Lightning verstehen-Seite

Bild: „Lightnings“ (CC BY-SA 2.0)

Honigdachs #22 – Die verschollene Folge

Eigentlich sollte an dieser Stelle schon lange die 22. Honigdachs-Folge erschienen sein, unser Live-Podcast, den wir am letzten Tag des 34C3 auf der Chaos West Bühne direkt gegenüber vom Bitcoin/Ethereum/Monero-Tisch in Bild und Ton aufgenommen haben.

Honigdachs #22 – Die verschollene Folge

Leider war es mir jedoch bis heute nicht möglich, an die entsprechenden Aufnahmen zu kommen. Erst hieß es: „Bringt eine Festplatte mit, wir ziehen euch das direkt rüber.“ Dann: „Nee, rüberziehen geht nicht, lädt gerade alles hoch, aber heute abend kriegt ihr den Link.“ Und nun sind wir schon seit längerem bei dem Stand, dass sämtliche Daten nach der Postproduktion „in ein paar Wochen“  auf media.ccc.de landen.

Wenn das endlich passiert, bin ich selbstverständlich der erste, der die Honigdachs-Folge direkt hier einbindet.

Merke: Immer an die Redundanz denken. Immer!

Natürlich ist es extrem ärgerlich, dass es zu dieser Verzögerung kommt, aber abgesehen von der etwas unglücklichen Kommunikation, kann ich den Chaos Bühne West-Machern letztlich  jedoch keinen Vorwurf machen.

Die Bühne, die sie auf dem 34C3 organisiert und betrieben haben, war von der technischen Ausstattung her spitzenmäßig und bot einer Vielzahl von Talks, Diskussionen und kurzweiligen Unterhaltungsprogrammen wie dem Nerd-Quiz oder eben unserem Podcast außerhalb des offiziellen Programms eine Plattform, die den 34C3 inhaltlich enorm bereicherten. Gerade wer sich für Bitcoin und Blockchain-Konzepte interessierte, war hier an der richtigen Stelle. Immerhin gab es allein zu Namecoin (ja den gibt’s noch) gleich drei(!) Vorträge.

Vielmehr ärgere ich mich aber über mich selbst, denn ich hätte ja einfach mein Aufnahmegerät während der Aufnahme an einen Ausgang anstöpseln und so zumindest einen Audiomitschnitt direkt mit nach Hause nehmen können. Hab ich aber nicht gemacht. Ich hatte ja meine Festplatte dabei und dachte, das reicht.

Vorfreude, schönste Freude

So bleibt mir aber leider aktuell an dieser Stelle nicht mehr, als das Versprechen, dass ich die Folge schnellstmöglich nachliefere und die Gewissheit, dass es eine wirklich gute Folge geworden ist. Das war zumindest das Feedback derer, die sie schon kennen, weil sie im Publikum saßen. Am Ende des Podcasts waren es nämlich mehr als zu Beginn.

Ab heute: Bitcoin & das Darknet im Parlament

Vor einiger Zeit hatte ich kurz erwähnt, dass es hier auf dem Blog etwas ruhiger zugeht, weil ich gerade vermehrt im Auftrag anderer über Bitcoin schreibe. Nun ist es endlich soweit, dass die ersten Ergebnisse dieser Arbeit aus dem Druck kommen und allgemein zugänglich werden.

Wie zum Beispiel die aktuelle Ausgabe von Aus Politik und Zeitgeschichte (APuZ), einer monothematischen Zeitschrift, von der die meisten von euch vermutlich noch nie etwas gehört haben (ginge mir vermutlich ähnlich, wenn ich nicht Politikwissenschaft studiert hätte). Diese Zeitschrift wird von der Bundeszentrale für politische Bildung herausgegeben und erscheint regelmäßig als Beilage der Wochenzeitung Das Parlament. (Na, wer kennt die?)

Aus Politik und Zeitgeschichte – Darknet (und Bitcoin)

Das aktuelle Heft widmet sich jedenfalls dem Oberthema Darknet und neben sechs anderen Autoren, die sich von je anderen Perspektiven diesem Thema nähern, wurde ich gefragt, ob ich einen Artikel zu meinem Spezialthema beisteuern könnte. Konnte ich. Ergebnis: Phänomen Bitcoin. Geld, Technologie und gesellschaftliches Ereignis.

Apuz Bitcoin Darknet 2
Klicken um direkt zum Heft zu gelangen.

Ich freue mich aus gleich zwei Gründen sehr, dass ich das machen durfte. Zum einen weil dieses Heft seinen Autoren im Vergleich zu den meisten anderen Druckmedien sehr viel Platz einräumt. Gerade im Fall eines so facettenreichen und vielschichtigen Phänomens wie Bitcoin ist das natürlich von Vorteil.

Eine Institution mit enormer Reichweite

Der zweite Punkt ist, dass man die Reichweite dieses Medium, auch wenn es viele (noch) nicht kennen, enorm ist. Mit einer Startauflage von 70.000 liegt Aus Politik und Zeitgeschichte bspw. gar nicht so weit weg vom Handelsblatt, dass im dritten Quartal 2017 etwas über 85.000 Exemplare (pro Tag) verkaufte.

Wobei die APuZ-Distribution jedoch eine gänzlich andere ist. Die Zeitschrift geht nämlich zusammen mit Das Parlament (die übrigens vom Bundestag herausgegeben wird) größtenteils kostenlos unters Volk, in Bildungseinrichtungen, an politische Institutionen und in deren Peripherie.

Das aktuelle Darknet/Bitcoin-Heft kommt dementsprechend  also nicht nur in die Zeitung Das Parlament, sondern zusammen mit dieser in großer Stückzahl auch tatsächlich in den Bundestag und alle damit verbundenen Institutionen. Und damit letztlich auch in die Hände sehr vieler Entscheidungsträger und -beeinflusser, die sich bisher womöglich noch nicht wirklich mit Bitcoin auseinandergesetzt haben, die im Jahr 2017 aber eigentlich gut darüber Bescheid wissen sollten.

Alle Inhalte kostenlos und unter Creative Commons Lizenz

Doch ist das politische Ökosystem nicht die einzige Zielgruppe. Denn gemäß des Auftrags der Bundeszentrale für politische Bildung sollen die Hefte eben nicht nur Fachpublikum erreichen, sondern jedem Bürger zugänglich sein. Deshalb sind alle APuZ-Texte nicht nur auch online abrufbar, sondern stehen auch unter einer Creative Commons Lizenz, sodass sie auch leicht weiter verbreitet werden können und dürfen. Darüber hinaus kann man sich sowohl diese aktuelle wie auch viele ältere Ausgaben kostenlos zuschicken lassen.

Wer also immer schon mal ein Beispiel für die sinnvolle Verwendung von Steuergeldern gesucht hat: Das hier ist eines und ich empfehle sehr, Gebrauch davon zu machen. Zumal auch die Artikel der anderen Autoren äußerst lesenswert sind.