Schlagwort-Archive: Kritik

Blockchain Grundlagen – Schritt für Schritt die Blockchain verstehen

Ich habe selten ein Buch gelesen, dessen Titel so exakt den Inhalt widerspiegelt wie Blockchain Grundlagen. Eine Einführung in die elementaren Konzepte in 25 Schritten von Daniel Drescher. Erst recht keines, das im Titel „irgendwas mit Blockchain™“ machte.

Denn die Erfahrung zeigt: nicht nur Projekte und Unternehmen, sondern auch Bücher, die „irgendwas mit Blockchain™“ machen – davon gib es mittlerweile eine ganze Reihe –  neigen zu einer überdurchschnittlich hohen Bullshit-Quote. Bei Blockchain Grundlagen ist das jedoch erfreulicherweise anders. Genau das macht es zum ersten „Blockchain“-Buch, das ich mit konstanter Begeisterung gelesen habe.

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Ein Haufen Bitcoin-Links, Geschichten und mehr

Bevor ich mich für ’ne Woche in den Urlaub verabschiede, wollte ich eigentlich noch jede Menge Beiträge schreiben. Hab ich aber nicht geschafft. Damit das ganze Material aber nicht verloren geht, gibt es hier jetzt einen Haufen Material, Links und schöne Geschichten. So wird euch auch nicht langweilig, wenn ich ne Woche raus bin.

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Netzpolitik ohne Bitcoin (leider)

Ich bereite gerade eine Art Beitrags-Serie vor, in der ich mit hiesigen Akteuren aus der Bitcoin-Szene über ihre Erfahrungen im Umgang mit der Technologie und dem digitalem Geld sprechen möchte. Als einen der ersten Gesprächspartner hatte ich mir netzpolitik.org ausgesucht, weil die Seite eine der ersten Redaktionen war, die hier in Deutschland immer mal wieder über Bitcoin berichtet und selbige als Spendenoption eingeführt hat.

Außerdem interessiert es mich, wie das Thema Bitcoin hierzulande aus dem netzpolitischen Blickwinkel wahrgenommen wird. Denn – Verschlüsselung, Open Data, Privatsphäre, Datenschutz und Transparenz – die Schnittmengen zwischen Bitcoin und aktuellen netzpolitischen Brennpunkten sind vielfältig.

Die Antworten, die ich jedoch auf meine Fragen bekam, waren so ernüchternd und enttäuschend, das ich mir wünsche, netzpolitik.org würde vorerst darauf verzichten weiterhin Bitcoins als Spenden für ihre Arbeit zu nehmen.

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Fatalistischer Finanzjournalismus

Das ARD-Verbrauchermagazin plusminus hat neulich einen Beitrag gesendet, dass Banken bei Privatanlegern die Gebühren erhöhen um die eigenen Negativzinsen, die sie bei der EZB zahlen müssen, durch die Hintertür auszugleichen.

Obwohl diese Vorgehensweise der Banken kaum jemanden überraschen wird, ist es gut und wichtig darüber zu berichten, bietet das Thema doch den idealen Anlass sich objektiv und kritisch mit dem Thema Geld und Vermögensanlage auseinanderzusetzen.

Leider macht die plusminus-Redaktion aus dem Thema ein Paradebeispiel für den fatalistischen „Verbraucherjournalismus“, der gerade beim Thema Geld immer wieder zu finden ist, weil Journalisten ihre eigenen Scheuklappen nicht ablegen können, wollen oder schlicht zu faul sind um zu recherchieren.

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Gems – Die Edelsteine sind nur Glasperlen

Auf Reddit läuft eine herrlich unterhaltsame Diskussion über Sinn und Unsinn des Decentralized-Crypto-Token-Social-Messaging-App-Anbieters Gems, der gerade per Crowdfunding seine „Edelsteine“ an den cleveren, profitorientierte Investor bringen will.

So zumindest die Meinung der auffallend extrem positiv eingestellten Gems-Enthusiasten:

„Yes i like this concept so pretty exited about it and think bitcoin users should check it out aswell because it also relays to them“

Aus Sicht der Kritiker seien diese Gems allerdings weniger Edelsteine als vielmehr nur bunte Glasperlen, die mit großem Marketing-Buhei an naive Einfaltspinsel verschachert werden sollen:

„Why do we need to buy another crypto? Sounds like pre-mined nonsense. And all the pictures of riches to be had everywhere just makes me feel like I’m being promised money by a Nigerian prince.“

Dazwischen die ganze Palette von Betrugsvorwürfen über „Du hast doch keine Ahnung!“-Anschuldigungen bis hin zu hochabstrakten und technischen Erklärungen. Was steckt also tatsächlich hinter Gems?

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Destruktive Bitcoin-Gamification

Was genau der Advanced Bitcoin Simulator tatsächlich sein will, ist mir noch nicht ganz klar. Ich meine, was er auf den ersten Blick bietet, ist recht schnell beschrieben: Als Spieler schlüpft man in die Rolle eines unbedarften Bitcoiners, durchlebt noch einmal die Geschichte rund um Bitcoin der letzten sechs Monate und scheitert am Ende ganz kläglich, weil man auf falsche Versprechen/dubiose ASIC-Anbieter/inkompetente Bitcoin-Börsen/undurchsichtige Investments reinfällt und jeden erdenklichen Anfängerfehler macht, den man beim Thema Bitcoin machen kann.

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So weit so gut, aber was steckt nun dahinter? Was ist die Message? Künstlerische Aufklärung? Eine gamifizierte Warnung? Die Verbitterung des Programmierers? Das wird bei dem Ganzen nicht klar, denn letztlich bietet das Spiel gar keine Handlungsalternativen. Man kann als Spieler nur dumme Sachen machen, den Verstand zu benutzen ist per Regelwerk nicht vorgesehen. In solch einem Setting ist das Scheitern vorprogrammiert, der Spieler wird künstlich verdummt. Falls das beabsichtigt ist, worin liegt dann der didaktische Ansatz? Soll das Spiel einfach nur eine Bitcoin-Enthusismus-Bremse sein? Ein spielerischer Spielverderber?

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Aus seinen Fehlern lernen kann man in dem Spiel auf jeden Fall nicht, es stehen auch beim zweiten Versuch nur die selben einfältigen Handlungsoptionen zur Auswahl. Das erneute Scheitern ist unvermeidlich. Warum hier nicht einen Shut down laptop-Button als unaufdringliches zusätzliches Element einbauen? Als augenzwinkernden Hinweis, als spielerische Option dem Setting des destruktiven Bitcoin-Hamsterrades zu entkommen.

Das Spiel zeigt ja durchaus richtig intelligente Ansätze, wenn man z.B. bei dem Versuch die in Wahrheit unerreichbaren positiven accomplishments zu erfüllen, immer mehr negative sammelt, aber für einen signifikanten edukativen Mehrwert reicht das alleine nun mal nicht.

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Immerhin wurde die offensichtlich reichlich vorhandene pessimistische Kreativität für viele ironischen Anspielungen und Insider-Humor genutzt. So lohnt es sich zumindest für Spieler, die sich etwas besser mit der Bitcoin-Thematik auskennen, den Advanced Bitcoin Simulator immerhin einmal durchzuspielen.

Mein persönlicher Lieblingssatz ist ja dieser hier:

„On bitbuddychat they’re saying that a pair of wealthy twins have started investing in bitcoin. The twins are famous for having not invented social media. Their interest is seen as good news for bitcoin.“

Medienschelte für den Deutschlandfunk

Am Samstag lief beim Deutschlandfunk in der Sendung Computer und Kommunikation ein Beitrag über Bitcoin, der nach journalistischen Standards so nicht hätte ausgestrahlt werden dürfen. Er verletzt nämlich gleich mehrere Grundprinzipien objektiver Berichterstattung.

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„Es ist eine Illusion die Banken abschaffen zu können“

Kritische Fragen zum Thema Bitcoin haben die Moderatoren der Sendung Breitband bei Deutschlandradio Kultur gestellt, kritische Antworten haben sie bekommen. Denn der Informatikprofessor Raúl Rojas, der sich schon seit den Neunzigern mit digitalen Währungen beschäftigt, zeichnet im Interview ein ziemlich ernüchterndes Bild von Bitcoins.

Seiner Meinung nach hätten CyberCash und Digicash bereits in den Neunzigern bessere Algorithmen und Protokolle benutzt als Bitcoin heute. Sie seien damals aber von Banken ins Leben gerufen worden, nicht von „Idealisten“. Insgesamt sieht er in Bitcoins zwar einen interessanten Ansatz, sie würden aber definitiv nicht das Zahlungsmittel der Zukunft, sondern seien längst zum Spekulationsobjekt geworden.

Ich persönlich finde es wichtig sich auch mit den kritischen Tönen zum Thema Bitcoin auseinanderzusetzen. Viel zu oft und gerne werden die Schattenseiten, von denen keiner behaupten kann, dass es sie nicht gebe, ja ausgeblendet.

Den ganzen Beitrag kann man entweder direkt hier nachhören oder auf der Seite von Breitband.

Bezahlen mit Bitcoins – Noch sind viele Fragen offen

In seinem Artikel für Zeit Online geht Jan Guldner besonders kritisch auf die derzeit noch ungelösten Probleme beim Handel mit Bitcoin ein, die bisher gerne noch ausgeklammert werden: Was passiert wenn der Kunde sein Rückgaberecht in Anspruch nimmt? Wie weiß man eigentlich am Currywurst-Stand, ob man in diesem Moment die Wurst in Bitcoin oder in Euro billiger bekommt. Und warum sollte man auf die Bid-Ask-Spreads achten?

Fazit: Es sind noch sehr viele Fragen offen. Zeit sich Gedanken zu machen!

Links:
Die Bitcoin-Fallen – Zeit Online
Transaktionskosten bei Bitcoin durch Bid-Ask-Spread und
Markttiefe
– Blick Log