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Die wütenden Bitcoin-Bienen

Ich habe ja ein neues Lieblingsblog: The Coinsman von Jacob Bitsmith (sic!). Und dass mir deren Seite so gut gefällt, liegt nicht nur an Ähnlichkeiten in der Domain-Namenwahl. Vielmehr ist es diese grundsympathische Auffassung über die wahren Werte eines Bitcoin-Blogs, die mir tief aus der Seele sprechen, im Netz ansonsten aber leider sehr selten zu finden sind. Vor allem bei der Vielzahl von Cryptocurrency-Newsblog-Klonen:

Eine gute Geschichte ist immer wichtiger als Klickzahlen
und Werbebanner!

Und über solch eine ausgezeichnete Geschichte bin ich auch erst auf den Blog gestoßen. Jacob Bitsmith ist nämlich in eine Bitcoin-Mine im Nordosten Chinas gefahren und hat dort jede Menge Bilder gemacht und diese grandiose Audioaufnahme:

So klingen 2.500 ASIC-Einheiten, die mit je 230 Gh/s ein Lagerhaus auf konstante 40°C erhitzen, solange die Industriekühler verhindern, dass es mehr wird und die Hardware schmilzt.

Wer also immer noch überlegt, ob sich Mining im Amateurbereich für Privatanwender finanziell lohnt – ich wär da eher skeptisch. Immerhin legen die Betreiber dieser Mine allein für Strom monatlich mehr als 60.000 US-Dollar auf den Tisch. Dazu regelmäßige Investitionen in Hardware, Personal und Unterkunft, denn und das finde ich das krasseste, die drei chinesischen Schichtarbeiter wohnen dort auch.

Das ist beim Lärm schon mehr als fragwürdig und tatsächlich ist es an der Zeit kritisch zu hinterfragen, inwieweit Bitcoin das bisher bestehende blitzblanke Image als alles viel besser machende Alternative zum bösen, bösen Finanz- und Wirtschaftssystem wirklich verdient.

Immerhin ist das eine chinesische Bitcoin-Mine, in der Fotos und Aufnahmen gemacht werden durften. Unter welchen Bedingungen leben wohl andere „Arbeiter“ in Bitcoin-Minen in China und sonst wo auf der Welt, in denen keine Fotos gemacht werden dürfen. Und wen zieht man in einem dezentralen System wie Bitcoin eigentlich zur Rechenschaft, wenn Menschenrechte zur Profitoptimierung systematisch und massiv vernachlässigt werden?

Bildnachweis: Jacob Bitsmith/The Coinsman

Korrektur:In einer ursprünglichen Version habe ich geschrieben, dass das Blog von Jacob Bitsmith und David Seaman geführt wird. Tatsächlich ist es aber nur ein Projekt von Jacob, zu dem David hin und wieder etwas beisteuert.

Supernerdypoolstatistics

Falls du mit den Begriffen Multipool, Scrypt und BTC/MHs etwas anfangen kannst, kriegst du hiermit den offiziellen Mining-Insider Orden erster Klasse und darfst dich zur Belohnung an den Werten von poolpicker.eu erfreuen, die die durchschnittliche Auszahlungsrate verschiedener Scrypt-Mining-Multipools gegenüberstellen und dir somit helfen können dein Mining-Income zu optimieren.

Falls nicht: Es ist Wochenende und es gibt besseres zu tun als sich den Kopf mit bunten Statistikwerten zuzukleistern.

Bitcoin-Pop im „Wissensmagazin“

Man darf ja von der Pro Sieben-Sendung Galileo halten was man möchte, aber zumindest nimmt sie sich zwölfeinhalb Minuten Zeit das Thema Bitcoin anzugehen. Das ist aus journalistischer Sicht eine ganze Menge Zeit für einen Beitrag, die erst einmal mit Inhalt gefüllt werden will.

Tatsächlich war ich zunächst sehr skeptisch, ob es sich lohnt Die Suche nach dem Bitcoin-Millionär anzuschauen, aber die Autoren nutzen ihre großzügige Beitragszeit durchaus anschaulich und unterhaltsam für ein paar bunte Ausflüge in das Bitcoin-Ökosystem von der Bitcoin Börse Berlin bis zu einem Crowdminer, der sein Haus mit Bitcoin-Mining-Hardware heizen will. Und nebenbei werden, wenn auch sehr vereinfacht, die Grundlagen von Bitcoin erklärt.

Klar wird das Ganze in Hinblick auf die Zielgruppe an manchen Stellen vielleicht ein bisschen zu stark reduziert und ich bin mir nicht sicher, ob der typische Galileo-Zuschauer nach dem Beitrag mehr mit Bitcoin anfangen kann als vorher, aber ausgeschlossen ist es auch nicht, denn neugierig macht der Beitrag in jedem Fall.

Der – Achtung Spoiler! – am Ende des Beitrags gefundene Bitcoin-Millionär ist natürlich ein geschickter und probater Kniff des boulevardesken Journalismus, das trockene Bitcoin-Thema populärwissenschaftlich anzugehen und auch wenn die etwas befremdliche Mischung aus Naivität und Neugier der Erzählerstimme einem zwölfeinhalb Minuten das Gefühl gibt sie liest die BILD-Zeitung vor, haben die Autoren meiner Meinung nach einen ganz ordentlichen Beitrag für das Galileo-Publikum (und vielleicht noch ein paar andere) gemacht.

Noch ein paar kritische Töne wären schön gewesen, aber alles in allem ganz sehenswert und eine schöne Abwechslung, wenn man sich viel mit komplexeren Themen beschäftigt und bspw. gerade versucht das Bitcoin-Protokoll in seinen technischen Einzelheiten nachzuvollziehen.

Litecoin-Mining in der Plastekiste

Zum Wochenstart gibt es hier mal ein schönes Video, in dem uns Maurice den Aufbau seines Scrypt-Mining-Rigs zeigt, die Komponenten erklärt und natürlich auch auf Kosten und Performance eingeht.

Bitcoins lassen sich mit diesem Miner nicht berechnen, denn die beruhen auf der SHA256-Verschlüsselung. Mit dem Scrypt-Algorithmus lassen sich hingegen Altcoins wie Litecoin oder Dogecoin minen, die beide hinter dem Bitcoin mittlerweile ebenfalls einen beachtlichen Wert erreicht haben. Im Allgemeinen sind Scrypt-basierte Kryptowährungen zwar schneller und mit weniger Aufwand zu minen, ich persönlich würde bei dem Stromverbrauch von konstant 1300 Watt aber ein schlechtes Gewissen kriegen.

Auch interessant ist der Reuters-Selbstversuch im Litecoin-Mining. Fazit: Es ist gar nicht so leicht.

Bitcoins minen im Selbstversuch – Update

Die Frage, ob es sich noch lohnt selbst nach Bitcoins zu minen, wird im Netz ja immer wieder gestellt. Für DRadio Wissen habe ich über den Jahreswechsel einfach mal den Test gemacht. Mit einem sehr überschaubaren Investitionskapital, großen Erwartungen und einer Woche Testzeitraum.

Das Ergebnis kann man bei DRadio Wissen nachhören.

Update vom 21. Februar 2014

In einem Anflug geistiger Umnachtung haben sich die Verantwortlichen von DRadio Wissen im Zuge ihrer Programmreform dazu entschieden ihr über Jahre mit viel Mühe und Arbeit aufgebautes und durch den Rundfunkbeitrag von der Öffentlichkeit finanziertes Beitragsarchiv offline zu stellen. Damit verschwinden auch jede Menge gut recherchierte Beiträge zum Thema Bitcoin vollkommen grundlos aus dem öffentlichen Zugriff. Freier Zugang zu Wissen und Bildung sieht anders aus.

Ich habe selten eine idiotischere Entscheidung erlebt und ganz offensichtlich muss man im Hause DRadio Wissen um ein Netzradio zu leiten weder das Internet verstanden haben – Stichwort Hyperlink – noch sich bildungspolitisch relevanten Zielen verbunden fühlen – Stichwort UNESCO „Open Access – Chancen für den Zugang zum Wissen für alle“

Es gab mal eine Zeit, da waren die Mitarbeiter von DRadio Wissen Stolz darauf, dass alle Beiträge online stehen und nicht gelöscht werden. Blöd, wer darauf vertraut hat. Glücklicherweise habe ich meinen Beitrag ja noch auf dem Rechner und stell ihn hier rein, die Anmoderation müsst ihr nun aber seber lesen.

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Bitcoin ist doch was für Mädchen!

In der Tat.

Wie Reddit-User kimberlitepipes beweist, dessen (oder deren?) elfjährige Tochter bei ihrem Wissenschafts-Schulwettbewerb in Alaska sich dem Thema Bitcoin gewidmet hat. Ihre These lautete:

Kann eine Sechstklässlerin Bitcoins besitzen, benutzen und gewinnbringen anlegen?

Um das zu untersuchen hat sie sowohl einen kleinen Betrag ihres eigenen Geldes (College-Fond) in Bitcoin umgetauscht, als auch selbst ein paar Bitcoins gemined, sich eine eigene Wallet zugelegt, für eine Handvoll Bitcoins eine neue Hülle für ihr Schul-iPad gekauft und das Ganze ordentlich dokumentiert.

Fazit: These bestätigt!

Es liegt natürlich auf der Hand, dass sie das nicht ganz ohne Hilfe geschafft hat, aber letztlich musste sie ihr Ergebnisplakat ja nicht einfach nur irgendwo hinstellen, sondern selbst den Besuchern und vor allem den kritischen Juroren Rede und Antwort stehen. Zitat von kimberlitepipes:

„She said the judges asked about mining (she demonstrated her little mining on Bitminter with her USB block erupter), they asked about benefits and she explained transparent and decentralized banking, she discussed difficulty levels in mining, she discussed is value since start, she discussed consumer opportunities in use with current business and potential vendors. She told me that she was asked about process and she discussed about how she got help from r/bitcoin and read about it, she talked about her interview and visit with local crypto currency expert and miner u/joemattie, he really amazed her with his intelligence and abilities.“

Ganz offensichtlich war sie so überzeugend, dass sie den Schulwettbewerb in der Kategorie Investigation/Research gewonnen hat und nun mit ihrer Präsentation bei der Bezirksauswahl antritt.

Darüber hinaus hat sich ihr Engagement aber auch finanziell gelohnt. Seit das Thema auf Reddit veröffentlicht wurde, hat sie nicht nur viel Lob und positives Feedback aus der ganzen Welt erhalten, auch ihre neu eingerichtete Wallet wurde mit diversen kleinen Bitcoin-Tips bedacht. Ein gönnerhafter Spender (oder eine gönnerhafte Spenderin) hat dem Mädchen sogar einen kompletten Bitcoin geschickt.

Smartes Mädchen interessiert sich für Bitcoin und bessert damit ganz nebenbei ihren College-Fond auf. Tolle Geschichte. Mehr davon.

Kundenfreundliche Mining-Hardware

Neulich habe ich zu einem Artikel gebloggt, dass die Bitcoin-Mining-Hardware-Hersteller sich ihre Geräte über Pre-Order finanzieren lassen, also das Geld von den Kunden einsammeln, noch bevor die Hardware überhaupt entwickelt wurde. Hier nun das kundenfreundliche Gegenteil.

Im Interview mit dem Bitcoinmagazin erzählt Filip Pawczyński, polnischer Bitcoin-Enthusiast und verantwortlich für den Anbieter cryptostore.io, der den Bi•Fury USB-Miner vertreibt, warum sie sich (sehr sympathisch!) gegen Pre-Order entschieden haben und lieber die Geräte auf Vorrat produzieren um sie direkt an die Kunden versenden zu können.

Das Interview ist darüber hinaus auch sehr spannend, weil es Einblicke in die polnische Bitcoin-Bewegung gibt. Ein thematischer Blick in Nachbarland, der lohnt.

Um mal einen Eindruck von den Bi•Fury USB-Miner zu geben: dieses Video zeigt die polnische unit testing facility. Die Kompaktheit der Miner ist beeindruckend, aber die Lüfter sind laut. SEHR, SEHR LAUT!

Bitcoin: eine Video-Einführung

Auf der 1. Swiss New Finance Conferenz im vergangenen Jahr hat Jens-Christian Fischer einen sehr anschaulichen Vortrag zum Thema Bitcoin – Eine gänzlich andere Währung gehalten, den ich wirklich jedem anzuschauen empfehle. Die halbe Stunde ist sinnvoll investiert, denn der Vortrag gibt sowohl Laien wie auch Fortgeschrittenen einen sehr guten Überblick über das Bitcoin-Universum, ist nicht zu technisch, geht dafür aber auch auf kritische Fragen ein.