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Honigdachs #24 – Bitcoin und Steuern

Die 24. Folge Honigdachs ist da, dem Bitcoin-Podcast, den Stefan (bitcoinprivacy.net), Manuel (guidap.de) und ich ins Leben gerufen haben, weil uns nur einmal im Monat beim Leipziger Bitcoin-Stammtisch über Bitcoin und die Blockchain zu reden auf Dauer zu wenig ist.

Abonnieren kann man den Podcast u. a. per iTunes oder RSS-Feed.

Honigdachs #24 – Bitcoin und Steuern

Wie schon lange versprochen, widmen wir uns diese Folge einem der derzeit meist diskutierten, aber auch unbequemsten Themen rund um Bitcoin: die Steuer.

Denn weil 2017 für viele ein extrem gutes Jahr fürs Krypto-Portfolio war, stehen sie alle dieses Jahr in der Pflicht, die Steuern für ihr Krypto-Handeln korrekt zu ermitteln und abzuführen. Doch das ist eben alles andere als einfach.

 

Es ist komplexer, als man denkt

Selbst die bekannte Faustformel, dass Bitcoin-Gewinne nach einem Jahr steuerfrei sind, ist nicht so pauschal anwendbar, wie gedacht und letztlich immer von Einzelfall zu Einzelfall zu betrachten.

Die schlechteste Wahl ist es trotzdem, Scheuklappen auszufahren und sich erst gar nicht um die Steuerthematik zu kümmern. Zum einen hat der Fiskus voraussichtlich ein sehr großes Interesse, an die 726 Millionen Euro Steuermehreinnahmen zu kommen, die 2017 durch den Handel mit Kryptowährungen errechnet wurden.

Zum anderen steht ja (noch) (fast) alles für immer nachvollziehbar in der Blockchain und ist damit auch für Behörden analysierbar. Das wiederum ist für Drittens relevant: Steuerhinterziehung ist kein Kavaliersdelikt und kann empfindliche Strafen mit sich bringen.

Besser jemanden fragen, die sich auskennt
Anka Hakert
Anka Hakert, Rechtsanwältin, Fachanwältin für Steuerrecht

Das allein wären schon drei gute Gründe diese Podcast-Episode sehr aufmerksam zu verfolgen. Doch ist der wohl beste unsere Gesprächspartnerin Anka Hakert. Sie ist Fachanwältin für Steuerrecht bei der auf Kryptowährungen spezialisierten Kanzlei Winheller und gehört zu den ersten Anwälten, die sich in Deutschland mit der Besteuerung von digitalen Währungen beschäftigt haben.

Mit ihr sprechen wir ausführlich über die wichtigsten Eckpunkte der Bitcoin-Besteuerung und ihr solltet euch das alle unbedingt anhören. Denn egal, ob Bitcoin, Altcoin, Hardfork, Airdrop oder ICO – mitunter kann schon eine Feinheit in der Formulierung von Gesetzen oder Gerichtsurteilen zu unterschiedlichen Beurteilung der Rechtslage führen.

Insofern sei an dieser Stelle auch noch einmal darauf hingewiesen, dass alle im Podcast getätigten Aussagen die individuelle Steuerberatung nicht ersetzen können und darüber hinaus nur jetzt gelten. In ein paar Monaten kann die Rechtslage schon wieder eine ganz andere sein.

Wer zuhört, hat den ersten Schritt schon getan

Doch lasst euch davon nicht abschrecken. Denn die gute Nachricht ist: Auch wenn vielleicht viel Fleiß nötig sein wird, ist bisher noch keiner an der Steuerklärung verzweifelt. Und mit dem Hören dieses Podcasts habt ihr den wichtigen ersten Schritt bereits getan.

Ein zweiter Schritt wäre übrigens sich für dieses kostenlose Webinar am 9.3. anzumelden: Besteuerung von digitalen Assets wie Kryptowährungen und Token.

Ein dritter, noch diesen Artikel von Anka Hakert drüben bei heise.de zu lesen: Richtig versteuern: Kryptogeld-Millionär, was nun?

Die restlichen Shownotes gibt’s wie immer nach dem Klick.

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Die Bitcoin-Steuer-Problematik (Update)

Ich war diese Woche bei meinem Steuerberater und zum ersten Mal habe ich mit ihm konkret über das Thema Steuern und Bitcoin gesprochen. Das war für uns beide eine spannende Herausforderung und um es ganz kurz zusammenzufassen: das Thema Bitcoin und Steuern ist kompliziert, ernst und anstrengend. Hier meine Erkenntnisse zusammengefasst:

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Ab ins Bitcoin-Resort Pt. II

Vor ein paar Wochen habe ich über das First-Bitcoin-Ressort auf Zypern berichtet, eine Appartementsiedlung am Meer speziell für Bitcoiner (Bitcoinerinnen? Bitcontainer? Gibt’s dafür schon einen Begriff?).

Damals hielt ich das ganze für eine lustige, halbernst gemeinte Idee und habe das mehr so aus Neugier beobachtet. Auf der Inside Bitcoins Konferenz in Berlin saß ich nun aber zufällig direkt neben Udi Ilan, dem Präsidenten der hinter dem The First Bitcoin Resort stehenden Immobilienfirma und nachdem er mir sein Faltblatt in die Hände gedrückt hat, habe ich die Gelegenheit genutzt ihm mal ein paar Fragen zu stellen. Hier nun die Antworten zusammengefasst.

Bitcoin resort

Zunächst einmal das Wichtigste: Das Bitcoin-Resort gibt es tatsächlich. Die ganze Anlage steht schon und von den rund 400 Wohnungen sind ungefähr 160 bereits verkauft. Allerdings haben noch nicht wirklich viele Eigentümer ausschließlich in Bitcoin bezahlt. Genaugenommen bisher nur zwei, einer aus Schweden und einer aus Großbritannien. Man kann die Wohnungen nämlich auch ganz klassisch in Rubel, Pfund, Kronen oder mit Öl kaufen, denn bisher kommen die meisten Interessenten aus dem Vereinigten Königreich, Skandinavien, Russland und dem Nahen Osten.

Die Preise für ein Appartement liegen zwischen 60.000 € und 250.000 € und daran orientiert sich dann auch der jeweilige Bitcoin-Preis. Um die Wertstabilität während des Kaufprozesses abzusichern – eine Wohnung zu kaufen ist ja mitunter etwas bürokratischer und zeitaufwändiger – sichert sich die Firma mit Optionen ab.

Der große Vorteil von Bitcoin sei aber, dass sich Bitcoins sowohl international schnell transferieren als auch innerhalb kürzester Zeit in andere Währungen umtauschen ließen. Ähnlich wie die Universität von Nikosia dient Bitcoin also auch hier eher als Medium des Werttransfers denn als Investitionsgut. Ein Schelm der dabei an Schwargeld, Steuerflucht oder Geldwäsche denkt.

Ganz von der Hand zu weisen ist diese Vermutung aber nicht, denn immerhin soll The First Bitcoin Resort denjenigen eine Investitions-Option bieten, die große Gewinne mit Bitcoin gemacht haben und nun nach einer Möglichkeit suchen ihr Vermögen wertstabil anzulegen. Ob und inwieweit der Gegenwertwert der Bitcoins dabei vom neuen Appartement-Besitzer zuvor zu Hause versteuert wurde, interessiert die Firma nicht. Das ist zugegebenermaßen auch gar nicht deren Aufgabe, lässt aber vor dem Hintergrund der Eurokrise weder Zypern noch den Bitcoin so richtig gut da stehen und ist am Ende wohl Wasser auf die Mühlen der Kritiker.

Bitcoin: Spekulationen und Steuern

Als sogenanntes „privates Veräußerungsgeschäft“ sind nur 600 Euro Gewinn aus dem Handel mit Bitcoins und anderen digitalen Währungen steuerfrei, wenn die Coins innerhalb eines Jahres wieder verkauft werden. Gehen die Gewinne darüber hinaus, muss für die gesamten Spekulationsgewinne Einkommenssteuer gezahlt werden.

Wer also im großen Stil mit Bitcoins spekulieren will, sollte überlegen ob und inwieweit sich vielleicht ein langfristiges Investment mehr auszahlt. Denn behält man die Bitcoins länger als ein Jahr entfällt diese Regelung. Zumindest theoretisch, denn bisher sind viele Fragen zur Besteuerung von Bitcoin-Transaktionen noch nicht gelöst.

Christian Ollick fast die steuerlichen Folgen von Bitcoin-Transaktionen bei haufe.de zusammen.