Bitcoin-Presseschau

Bitcoin-Presseschau #38

Die Presseschau fasst jeden Sonntag die wichtigsten Informationen, Entwicklungen und Links aus dem Bereich Bitcoin und digitale Währungen zusammen. Diesmal für die Woche vom 22. bis 28. September 2014.

Der Bitcoin-Kurs …

… mäanderte weiterhin fast unverändert um die 400 US-Dollar-Marke. Einzig die Bekanntgabe der Partnerschaft zwischen PayPal und den drei größten Bitcoin-Zahlungsdienstleistern BitPay, Coinbase und OKCoin hat den Kurs kurzzeitig und wenig nachhaltig um rund 10 Prozent in die Höhe schnellen lassen. Es wird vermutet, dass PayPal zunächst alle drei Bitcoin-Zahlungsdienstleister testen will, bevor sie sich für einen entscheiden und die Zahlungsoption final implementieren. Bis wir als Endnutzer unsere Bitcoins über PayPal ausgeben können, wird es also noch dauern.

2014-09-21 Bitcoinkurs 2014-09-28Bitcoinkurs

Links und Nachrichten der Woche

Der Schmotterling fliegt nicht mehr

Bitcoin-Mining: US-Handelsaufsicht lässt Butterfly Labs schließen – Das kommt nicht wirklich überraschend. Immer wieder gab es Beschwerden und schwere Vorwürfe aus der Community gegen den amerikanischen Mining-Hardware-Hersteller. Nun sprechen auch die Behörden von „systematischem Betrug“.

Anfang Mai hatte ich die Geschichte vom „Schmotterling“ schon einmal zusammengefasst. Das Fazit: Schillernd, undurchsichtig, zwielichtig und nun dicht gemacht. Das weckt Erinnerungen an Mt.Gox, wo es letztlich aber auch eine Befreiung für das Bitcoin-Ökosystem war, als der Schrecken endlich ein Ende hatte.

Bitcoin zwischen Terrorismus und Spionage

Hacker leistete sensible Geheimdienstarbeit – Durch einen Zufall ist herausgekommen, dass der schweizerische Geheimdienst die Möglichkeiten auslotet Bitcoin zu nutzen um verdeckte Zahlungen im Ausland besser verschleiern zu können. Das liest sich dann so:

„Es handelte sich um ein Konzept, wie der NDB seine Quellen im Ausland künftig bezahlen könnte, ohne verdächtige Spuren zu hinterlassen. Die Idee: Eine anonyme Gesellschaft in der Schweiz sollte im Auftrag des Geheimdiensts Bitcoins kaufen. Die Internetwährung kann dann von einer Drittperson im Ausland in Bargeld umgewandelt werden. Die Vorteile: «Keine Kuriere, keine internationale Banktransaktion, solides Vertrags- und Zahlungsumfeld, Tarnung und ‹plausible deniability›, (…), beschränkte Kosten.»“

Irgendjemand überrascht? Sollte man sich einrahmen, falls mal wieder jemand sagt, dass Bitcoin den Terrorismus finanzieren würde. Passend dazu auch:

FBI-Chef hat kein Verständnis für Verschlüsselung – Umso mehr sollte sie genutzt werden.

Bitcoin im Bundestag

Gleich zwei Interviews sind kürzlich mit Jens Zimmermann erschienen, der für die SPD im Bundestag sitzt. Anlass ist u.a. eine öffentliche Diskussionsrunde der SPD-Fraktion am 17.10. zum Thema Bitcoin & Co.: Die Zukunft des Zahlungsverkehrs?:

In beiden Interviews spricht Jens Zimmermann allerdings nur über Bitcoin als Geld und macht Erfolg und Scheitern allein von dieser Einschätzung abhängig. Das erweckt den Eindruck als habe er sich mit Bitcoin als Technologie und dem Einsatz im internationalen Kontext noch nicht wirklich intensiv auseinandergesetzt. Aber das frage ich ihn am Besten persönlich, denn ich bin für die Veranstaltung angemeldet.

Tweet der Woche

https://twitter.com/Bitstein/status/514531427497807873

Die nächste Presseschau erscheint kommenden Sonntag, den 5. Oktober. Bis dahin eine schöne Woche!

Titelbild: “Zeitungsausträger” Flickr-User barmala (CC BY 2.0)