Bitcoin-Presseschau

Presseschau 2014/31

Die The Coinspondent-Presseschau fasst jeden Sonntag die wichtigsten Informationen, Entwicklungen und Links aus dem Bereich Bitcoin und digitale Währungen zusammen. Diesmal für die Woche vom 28. Juli bis 3. August 2014.

Der Bitcoin-Kurs …

… erreichte zwischenzeitlich fast die 600 US-Dollar-Marke, liegt nun aber wieder auf dem Niveau der letzten Woche. Zurückzuführen sind die Kurschschwankungen vor allem auf die Unsicherheit über das Außmaß der bevorstehenden New Yorker BitLicense-Regulierungen, in die aber zunehmend Bewegung kommt. Dazu später mehr.

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Thema der Woche

Machtlos an der Macht

Das Verhältnis zwischen Geld und Politik ist ambivalent. Die aktuellen Ereignisse zeigen: nicht immer ist klar, wer wen beherrscht. Verlierer sind aber in jedem Fall die Menschen.

armut

Ein Staat, durch Hedgefonds finanziell in die Knie gezwungen, Kriegssteuer, großangelegte Wirtschafts- und Finanzsanktionen. Selten zeigte sich die globale Verpflechtung von Geld und Macht so konzentriert wie derzeit in den Schlagzeilen. Hier drei Beispiele:

Argentinien

Argentiniens achte StaatspleiteArgentinien gibt den „Geierfonds“ und Investoren die Schuld für die Zahlungsunfähigkeit des Landes. Doch auch die Taktik der Regierung ist für die Pleite verantwortlich. (31.7.2014, zeit.de)

Dazu passend:

und New Index Ranks Argentina ‘Most Likely’ to Adopt Bitcoin

Ukraine

Ukraine führt Kriegssteuer ein – Das Parlament in Kiew hat eine Kriegsabgabe von 1,5 Prozent auf alle Einkommen beschlossen. Außerdem lehnten die Abgeordneten das Rücktrittsgesuch von Regierungschef Jazenjuk ab. (31.7.2014, Spiegel Online)

Dazu passend:

Russland

Russland droht mit höheren Gaspreisen – „Verantwortungslos“, „unbedacht“, „illegitim“: Moskau poltert gegen die von der EU und den USA verhängten Wirtschaftssanktionen. Und droht im Gegenzug höhere Energiepreise an, die wiederum die europäischen Verbraucher treffen würden. (30.7.2014, heute.de)

Noch sind wir zwar in der komfortablen Situation, dass uns alle drei Ereignisse hier in Deutschland nicht direkt oder zumindest nicht so treffen werden, dass es weh tut. Nichtsdestotrotz sollten wir sie sehr aufmerksam zur Kenntnis nehmen, zeigen sie die offensichtliche Schattenseite der Konzentration von politischen und Geldentscheidungen an der sogenannten „Spitze der Macht“.

#nichtalternativlos

Was man sich jedoch angesichts solcher Schlagzeilen immer vor Augen halten sollte: Keines der bestehenden System, egal ob es um Politik oder um Geld geht, ist alternativlos. Und auch auf die Gefahr hin, dass ich mich wiederhole – die Bitcoin-Technologie und ihr Dezentralisierungs-Potential gibt uns die Möglichkeit in einem nationalen, aber auch in einem globalen Kontext darüber nachzudenken, ob wir in allen Bereichen zufrieden sind mit unserem derzeitigen gesellschaftlichen, politischen und Finanzsystem oder ob wir Veränderungsbedarf sehen.

Nachrichten der Woche

Wallet-Apps wieder für iOS verfügbar

Im Januar hatte Apple alle Bitcoin-Wallet-Apps restriktiv aus seinem App-Store entfernt. Im Juni kam dann die offizielle Kehrtwende und ab dieser Woche muss man seine Blockchain-Wallet nicht mehr über den Browser bedienen, sondern kann nun wieder die App herunterladen und installieren.

Blockchain Returns to Apple iOS with New Bitcoin Wallet

Lebhafte Diskussion um „BitLicense“-Regulierung

Ein Thema viele Meinungen. Hier drei lesenswerte Diskussionsbeiträge:

The BitLicense Papers #1 – Two Bit Idiot

How About the Best of Both? – Bitcoin Foundation

New York’s BitLicense Proposal: The View from China – CoinDesk

 

Kryptowährungen – Die SPD sieht Klärungsbedarf

Die SPD-Bundestagsfraktion fordert eine Grundsatzentscheidung des EuGH damit die europäischen Gesetzgeber einheitlich bei der regulierung und Besteuerung von Kryptowährungen vorgehen können.

Spannend wird die Digitale Agenda, die sie in der 2. Jahreshälfte zu dem Thema veranstalten wollen.

Wikimedia Foundation nimmt nun auch Bitcoin …

… und bekommt dafür Cupcakes geschickt. Seit Mittwoch kann man Spenden an die für die Wikipedia verantwortliche Wikimedia Foundation nun auch in Bitcoin tätigen. Ein erfreuter Redditor hat daraufhin Bitcoin-Cupcakes bestellt (selbstverständlich mit Bitcoin bezahlt) und sie an die Foundation geschickt.

Mich hat das tatsächlich überrascht, hatte ich doch irgendwie im Hinterkopf, das man die Wikipedia längst mit Bitcoin unterstützen könnte. Michael, der übrigens auch sehr engagiert ein deutschsprachiges Bitcoin-Blog betreibt, hat mich aber aufgeklärt.

Die Abrechnung der Spenden übernimmt laut Time Magazine übrigens Coinbase.

Links der Woche

Coin der Woche

peso digital

Soll mit gleich drei Blockchains an den mexikanischen Peso gebunden werden und auf Basis transparenter Bitcoin-Technologie Geldwäsche, Korruption und Steuerhinterziehung entgegenwirken.

Tweet der Woche

Die nächste Presseschau erscheint kommenden Sonntag, den 10. August. Bis dahin eine schöne Woche!

Titelbild: “Zeitungsausträger” Flickr-User barmala (CC BY 2.0)
Bildnachweis: „helpless“ Flickr-User Kerem Tapani (CC BY-ND 2.0)