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The Coinspondent ab jetzt auch im Radio!

Ach, wie habe ich mich auf diesen Tag gefreut. Heute um 18 Uhr startet nämlich meine Kooperation mit dem Leipziger Online-Radio detektor.fm und gemeinsam bringen wir ab jetzt jeden Dienstag Bitcoin, Kryptowährungen und digitales Bezahlen als regelmäßige Rubrik ins deutschsprachige Hörfunkprogramm. Live im Stream und für alle Ewigkeit als Podcast zum Nachhören.

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Bitcoin im Webfernsehen

Die Klugscheisserin, eines dieser Formate, die gezielt für die Generation YouTube™ produziert werden, weil normales Fernsehen ist ja so Neunziger ist, erklärt Bitcoin. Kann man machen und ich hab schon deutlich schlimmere Bitcoin-Reportagen gesehen. Obige Frage bspw. gehörte bisher leider viel zu selten zum Repertoire der berichterstattenden Zunft.

Und sonst so?

Top: Die smoothe Musike, die das Jörg Platzer-Interview untermalt.
Flop: Die Berlin-Aussicht im Hintergrund ergibt geographisch überhaupt keinen Sinn.

Die Bedeutung der einfachen Leute

Starke Worte die Edward Snowden da zur Eröffnung des DOK-Filmfestivals als Videobotschaft zu uns hier nach Leipzig geschickt hat. Ich habe die wichtigen Stellen mal frei übersetzt:

„Entscheidend ist, dass wir aus der Geschichte lernen. Leipzig erinnert uns daran, dass die Mauer und die DDR nicht durch Bomben, Gewehre und gewaltvollen Widerstand zu Fall gebracht wurden, sondern durch einfache Leute.

Diese einfachen Menschen, die montags gegen einflussreiche Machthaber auf Straßen und Plätze gegangen sind, rufen uns in Erinnerung, dass sich die Legitimität einer Regierung aus der Zustimmung ihrer Bürger ableitet.

Heute wird dieses Prinzip so oft vergessen und wir haben selbst in liberalen, westlichen Demokratien, nicht nur in autoritären Regimen, so viele Regierungen, die immer wieder Verschleierungs- und Geheimhaltungstaktiken gut heißen.

Deshalb müssen wir uns immer wieder daran erinnern, dass die Zustimmung zu einer Regierung nur dann eine Bedeutung hat, wenn sie auf Information beruht.“

Was hat das mit Bitcoin zu tun?

Auch Bitcoin ist eine Bewegung der einfachen Leute gegen einflussreiche Machthaber. Allerdings nicht auf Straßen und Plätzen, sondern im Netz. Bitcoin bietet den Menschen nämlich erstmals eine konstruktive Möglichkeit dem bestehenden Finanzsystem die Zustimmung zu verweigern, es anzuzweifeln und seine Legitimierung zu hinterfragen. Bisher war das unmöglich. Das Banken- und Finanzsystem war alternativlos. Nun nicht mehr.

Bitcoin ist dabei aber kein Frontalangriff auf das bestehenden Finanzsystem. Vielmehr ist es der Entzug seiner Unterstützung. Es ist das Werkzeug der einfachen Leute gesellschaftliche Veränderung einzuleiten und Transparenz in das bestehende Geld- und Finanzsystem zu bringen, das ja noch viel mehr als Politik auf Geheimhaltung, Tarnung und Verschleierung setzt.

Über Geld spricht man ja nicht.

Sollten wir aber.

Rückblick Bitcoin-Filmfestival

Am Samstag fand in Berlin das Bitfilm-Festival statt, bei dem rund fünf Stunden lang nur Filme rund um das Thema Bitcoin auf dem Programm standen. Das war ziemlich viel Input und ich habe gar nicht erst versucht alle Filme zu sehen, da ich zwischendurch noch Interviews geführt habe. Aber was ich gesehen habe, war eine sehr gute Auswahl.

Nun tourt das Festival um die Welt und für alle, die am Samstag nicht kommen konnten und auch nicht das Glück haben in Rio, Kapstadt, Seoul und Co. vor Ort sein zu können, hier ein paar der Perlen, die gezeigt wurden und im Netz verfügbar sind. Sehenswert auch deshalb, weil einige der Filme frisch aktualisiert und erweitert wurden.

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„Es ist wichtig, Bitcoin erklären zu können“

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Aaron Koenig organisiert das Bitfilm Festival.

Morgen in einer Woche findet in Berlin das Bitfilm Festival statt, das erste Filmfestival, das sich ganz dem Thema Bitcoin widmet. Organisator Aaron Koenig will Bitcoin damit ein bisschen aus der Tech- und Finanzecke herausholen und einer breiten Masse zugänglich machen. Ich habe vorab mit ihm über die Idee dahinter gesprochen, an wen sich das Festival eigentlich richtet und warum es möglich ist, den Sieger zu kaufen.

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Bitcoin – kurz & größtenteils gut

Jörg Platzer ist einer der prominentesten Bitcoiner in Deutschland. Nun hat er ein Buch über Bitcoin geschrieben. Das war dringend notwendig, denn bisher fehlte es an fachkundiger Grundlagenliteratur, die das komplexe Phänomen Bitcoin aufschlüsselt und dem neugierigen und interessierten Publikum auf verständliche Weise nahe bringt.

Bitcoin kurz & gut. Banking ohne Banken soll diese Lücke nun füllen. Das Buch ist unterhaltsam, lehrreich und für solch ein anspruchsvolles Thema überraschend kurzweilig, überzeugt aber noch nicht hundertprozentig. Trotzdem wird „Der Platzer“ erst einmal das deutschsprachige Standardwerk zum Thema Bitcoin werden und alles in allem auch zu Recht.

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Vom Internet des Geldes

Dug Campbell über Bitcoin aka das Internet des Geldes:

„… a technology that is incredibly powerful. And now we have to work out what we are going to do with it.“

Ich mag es ja sehr, wenn Menschen über ihre eigenen Ideen und Visionen sprechen, die sie mit Bitcoin verbinden, weil ich dadurch neue Sichtweisen und Perspektiven kennen lerne und es mich anregt, selbst über die Zukunft nachzudenken.

Proof of Existence – Update

Ich wollte schon vor einer ganzen Weile was zu Proof of Existence schreiben, aber dann war die Seite eine ganze Weile nicht zu erreichen und ich hatte schon Befürchtungen, dass das Angebot eingestellt wurde. Nun bin ich aber sehr erleichtert, dass dem nicht so ist. Denn tatsächlich halte ich Proof of Existence – und ich gehe sparsam mit solchen Beschreibungen um – für ein absolut sensationelles und bisher enorm unterschätztes Beispiel für die beeindruckende Anwendungsvielfalt der Bitcoin-Blockchain.

Proof of Existence nutzt diese nämlich um Dokumenten unabänderlich einen Zeitstempel und eine kryptografische Signatur zuzuordnen, also – wie der Name schon sagt – einen Beweis anzulegen, dass ein bestimmtes Dokument zu einer bestimmten Zeit existiert hat. Die Bitcoin-Blockchain wird so zum Safe des Anwalts, zum Siegel des Notars und zum Archiv des Patentamts. Nur eben dezentral im Internet, fälschungssicher, nicht zensierbar, nahezu kostenlos und besser.

Der Hash ist der Beweis

Denn Proof of Existence greift nicht auf die tatsächlichen Daten zurück, sondern erstellt von jedem Dokument einen kryptografischen Hashwert. Nur dieser wird in die Blockchain eingearbeitet. Der Nutzer muss also nie den Inhalt seiner Dokumente selbst irgendwo hochladen. Es reicht, wenn er das Originaldokument besitzt. Denn mit dem kann er ja jederzeit den mit der Blockchain übereinstimmenden Hashwert wiederherstellen. Und da die Blockchain chronologisch arbeitet auch den Zeitpunkt nachweisen, zu dem das Dokument signiert wurde.

Mein Bild, meine Idee, mein Vertrag

Die Anwendungsmöglichkeiten dieses so beeindruckend simplen Vorgangs sind enorm. Die Existenz und der Besitz von Ideen, Patente, Marken und Geschmacksmuster lassen sich nachweisen. Verträge können vor Manipulation geschützt werden, denn jede noch so kleine Veränderung würde einen komplett neuen Hashwert erzeugen. Und man kann den Besitz von Daten beweisen, ohne die Daten selbst offen legen zu müssen.

So genial die Proof of Existence-Idee aber ist, bis zur Massentauglichkeit wird es noch eine ganze Weile dauern. Dafür ist die Verwendung von Blockchain-Technologie abseits von Bitcoin noch zu ungewohnt. Aber dass sich das in absehbarer Zeit ändern wird, ist gewiss.

Service-Alternativen

Während Proof of Existence offen mit dem Quellcode umgeht und auf Spendenbasis funktioniert, bietet Blocksign einen änlichen Service der in bestimmten Fällen wohl auch kostenpflichtig ist. Wann und inwieweit ist anhand der Website aber nur schwer herauszufinden.

Update

Mit Satoshi Proof gibt es auch eine Android-App, mit der man Bilder oder Texte signieren kann. (Danke an Christian!)

Bitcoin-Mining mit Zettel und Stift

Ken Shirriff ist für mich ein bewundernswertes Faszinosum. Erst sucht er nach den geheimen Botschaften in der Blockchain und findet dabei Nelson Mandela, dann seziert er das Bitcoin-Protokoll bis auf den letzten String und nun errechnet er Bitcoin einfach mal mit Zettel und Stift. Warum? Weil er es kann.

Reich wird man mit dem Pen & Paper-Mining zwar nicht (0,67 Hashes pro Tag), aber ich habe größten Respekt vor dem Fleiß und der Ausdauer mit der Ken all seine Projekte durchzieht und dokumentiert. Selbst Satoshi Nakamoto müsste von diesem Enthusiasmus schwer begeistert sein. Oder anders gesagt: Über seine Bitcoin street credibility muss sich Ken Shirriff seinen Lebtag keine Gedanken mehr machen.