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Bitcoin-Konferenz – der Rückblick

Ich tanze gerade auf einer Hochzeit im Ausland, deswegen gibt es heute anstatt der klassischen Presseschau den ausführlichen Rückblick auf die Bitcoin-Konferenz, die diese Woche in Köln stattgefunden hat. Das war sowieso das Highlight der Woche.

Am Dienstag fand sie also statt die 2. Bitcoin-Konferenz in Köln und ich bin sehr froh, dass dem so ist. Denn immerhin ist es die einzige Veranstaltung dieser Art, die direkt aus der hiesigen Szene entstanden ist und immerhin hätten die Veranstalter – nachdem es mit der Ausrichtung des World Bitcoin Forums im großen Stil nicht wie gewünscht verlief – auch einfach mal alles abblasen können.

Haben sie aber nicht und das muss man Adrian Hotz und Stanislav Wolf hoch anrechnen. Denn durch sie gab es am Montag Abend mit dem Kölner Bitcoin-Meetup und Dienstag mit der Bitcoin-Konferenz gleich zwei Gelegenheiten sich endlich mal (wieder) innerhalb der gesamtdeutschen Bitcoin-Szene, ergänzt durch internationale Gäste, auszutauschen.

2. Bitcoin-Konferenz – Mitschnitt erste Hälfte

Das Programm war knackig und manche Teilnehmer nur auf eine kurze Stippvisite vor Ort. Das machte das Netzwerken ein bisschen schwierig, aber so ist das nun einmal. Man kommt ja eh nie dazu mit all den Leuten zu sprechen, mit denen man eigentlich sprechen wollte, aber dafür trifft man dann zufällig andere spannende, smarte und sympathische … nun ja, Männer. Denn ja, Bitcoin-Veranstaltungen sind gendermäßig leider immer noch sehr unausgewogen und auch in Köln war das nicht anders.

Wobei man da aber den Veranstaltern keinen Vorwurf machen kann, immerhin konnte sich ja jede/r kostenlos anmelden. Nur haben das eben fast nur Männer getan und das ist schlecht. Denn es gibt da diese Faustregel: Ist die Frauenquote kleiner/gleich einem FDP-Wahlergebnis, dann läuft einiges beunruhigend falsch.

Denn Frauen und ihre Sicht auf die Dinge sind wichtig. Bestes Beispiel dafür bot Talia Wolf, die einen Vortrag über Emotional Targeting hielt (2. Video, ab 0:54:00), der erst einmal nichts mit Bitcoin direkt zu tun hatte, aber davon handelte wie viel leichter die Menschen komplexe Themen aufnehmen, wenn sie emotional angesprochen werden.

Und da sind wir dann doch beim Thema Bitcoin, denn schaut man sich bspw. die Masse der bisherigen Webseiten zum Thema an, egal ob Börse, Wallet-Dienstleister oder Newsblog, springt einem dort eher die kühle, technisch-rationale Analytik des Jägers und Sammlers an als eine warme, behagliche und ermutigende Herzlichkeit. Abgesehen davon, dass uns ein absolut unausgewogenes, von Männern dominiertes Politik- und Finanzsystem diese ganze Euro-Krise eingebrockt hat.

Asterix und Frauenquote

Aber zurück zum Inhaltlichen. Mein persönliches Highlight war in Köln definitiv der Vortrag von Alan Reiner über Bitcoin-Sicherheit im Allgemeinen (2. Video, ab 3:18:18) und über all die Schwachstellen, die existieren und die man berücksichtigen sollte, wenn man Bitcoins sicher verwahren will.

Meine Erkenntnis: Von im Browser im Klartext gespeicherten Passwörtern über fehlerhafte Hardware bis hin zur eigenen Faulheit und Bequemlichkeit gibt es noch viel mehr Schwachstellen, als ich mir bisher im schlimmsten Fall vorstellen konnte. Und auch ich habe mich sehr daran gewöhnt, dass Daten, die bisher „weg sind“, in den seltensten Fällen wirklich weg sind. Es gibt ja Datenrettungsdienste, Passwort vergessen-Buttons und die Cloud macht ohnehin gleich mehrere Backups.

Bei Bitcoin ist das aber anders. Bei Bitcoin können Daten unwiederruflich verloren gehen. Und wenn diese Daten verloren sind, sind auch die damit verbundenen Werte verloren. Und daran kann niemand etwas ändern. Das sollte man beim Umgang mit Bitcoin jederzeit im Hinterkopf behalten und zwar bevor die Daten weg sind.

2. Bitcoin-Konferenz – Mitschnitt zweite Hälfte

Abschließend noch zwei Kurznotizen: Pünktlich zur Konferenz ging auch die neue Bitcoin-Börse Yacuna an den Start, die einen nach europäischen Standards sicheren Handel mit Bitcoin, Litecoin und Dogecoin verspricht und deren Team zum größten Teil in Köln sitzt. Bisher ist es allerdings noch recht ruhig auf der Seite und ich glaube es läuft dort noch nicht alles so rund. Ich zumindest warte seit über 24 Stunden auf die Auszahlung von 10.000 Dogecoin, aber geben wir den Jungs noch ein bisschen Zeit.

Allerdings warte ich auch sehnsüchtig auf die Dogecoins, denn erstaunlicherweise kannte in Köln noch keiner die sagenhafte Dogerain-App und da musste ich gleich mal missionieren und ein paar heavyrains in den Äther pusten.

Wenn es nach dem Veranstalter Adrian Hotz geht, geht es auch im kommenden Jahr weiter mit der Bitcoin-Konferenz. Dann vielleicht  aber auch mal in einer anderen Stadt. Ich halte das für eine sehr gute Idee. Das könnte die deutschsprachige Bitcoin-Community noch mehr zusammenführen, und wenn es nur dadurch ist, dass man die Konferenz gemeinsam organisiert und die Verantwortung und Organisation auf mehrere Schultern verteilt. Dezentralisierung – darum geht es doch bei Bitcoin.

Bitcoin, Kölsch und on the road

Heute und morgen bin ich beim Kölner Bitcoin-Meetup und auf der Bitcoin-Konferenz unterwegs und während ich dort also rumflitze und mir bei dem ein oder anderen Kölsch endlich mal erklären lasse, was es denn nun eigentlich mit diesem „Bitcoin“ auf sich hat, wird es derweil hier im Blog etwas ruhiger zugehen.

Wer sich dadurch langweilt, kann ja entweder auch vorbeikommen oder sich mit ein paar Videos aus den Playlists die Zeit vertreiben, die ich hier seit neulich in der Sidebar eingebunden habe und immer mal wieder aktualisieren werde.

Ab zur Bitcoin-Konferenz!

Anfang September sollte in Bonn eigentlich das World Bitcoin Forum stattfinden, eine deutsche Bitcoin-Konferenz auf internationalem Niveau. Nun ist es jedoch so, dass innerhalb des vergangenen Jahres Bitcoin-Konferenzen wie Pilze aus dem Boden geschossen sind und wer will, kann beinahe das ganze Jahr von einer Konferenz zur nächsten reisen (und wenn man mal die Speaker-Listen vergleicht, machen das einige wohl tatsächlich).

Gefühlt flattert also quasi jede zweite Woche eine neue Konferenz-Ankündigung durchs Netz und grundsätzlich ist das erst einmal gut, weil es Bitcoin in die öffentliche Wahrnehmung rückt. Langfristig wird es aber auch hier einen Konsolidierungsprozess geben. Denn noch – und da muss auch ich meine eigene Wahrnehmung immer wieder in Richtung Realität korrigieren – ist Bitcoin ein vergleichsweise kleines Phänomen. Gerade in Deutschland, bei dem ich unentschlossen hin und her überlege, ob ich es schon als Schwellen- oder noch als Entwicklungsland bezeichnen soll, wenn es um das Thema Bitcoin geht.

Aber wie dem auch sei. Fest steht: auf Basis des bisher recht dünnen deutschen Bitcoin-Ökosystems und vor dem Hintergrund der bestehenden internationalen Konferenz-Konkurrenz ist es schwer hierzulande ein weiteres, reichweitenstarkes Event aufzubauen. Das mussten leider auch Adrian Hotz und Stanislav Wolf feststellen, die Organisatoren des World Bitcoin Forum, die trotz großem Engagement am Ende nicht genügend deutsche und europäische Sponsoren fanden. Oder diese vielleicht auch noch gar nicht finden konnten?

So oder so. In jedem Fall findet das World Bitcoin Forum dieses Jahr nicht wie geplant statt.

World Bitcoin Forum

Aber, und das ist die gute Nachricht, die beiden haben sich nicht entmutigen lassen und wenn es dieses Jahr mit dem großen Event noch nicht klappt, dann eben mit einem kleineren. Statt World Bitcoin Forum findet nun also am 2.9.2014 in Köln die 2. Bitcoin-Konferenz statt. Dank gesponsortem Raum sogar kostenlos für alle Besucher.

Um da ein bisschen den Überblick über die verfügbaren Kapazitäten zu behalten, gibt es auf der Website ein Anmeldeformular und einen Registrierungsprozess. Aber noch, das hat mir Adrian heute am Telefon versichert, sind um die 50 Plätze frei. Eure Chance!

Ich hab mir meinen Platz bereits gesichert und freue mich sehr auf die Kölner Bitcoin-Szene und natürlich auch ein paar von euch zu treffen. Also meldet euch an! Das wird gut.

PS: Am Montagabend, quasi als Warmup, findet das regelmäßige Kölner Bitcoin-Meetup statt. Auch das hab ich mir vorfreudig schon im Muttiheft rot angekreuzt.

Eine Republica (fast) ohne Bitcoin

Nun ist sie also vorbei die re:publica 2014 und die Meinungen, ob gelungen oder nicht, gehen auseinander. Zu groß und unübersichtlich den einen – die mit Abstand weltweit bedeutendeste Netzkultur-Konferenz für die anderen.

Fakt ist: Es ist eine enorme Herausforderung allen Entwicklungen, Themen und Tendenzen zum Oberthema Netzkultur und -politik angemessen und ausgewogen zu repräsentieren. Bitcoin und digitale Währungen blieben dieses Jahr dabei allerdings abgeschlagen auf der Strecke. Da zwingt sich die Frage auf: Wie klein ist die Nische tatsächlich, in der das Bitcoin-Protokoll in Deutschland (noch) sein Dasein fristet?

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re:publica 14

Ab heute bis Donnerstag bin ich auf der re:publica 14 in Berlin anzutreffen. Erwartungsgemäß wird es hier im Blog daher etwas ruhiger zugehen, den Twitterfeed halte ich aber so aktuell wie möglich.

Möglicherweise komme ich aber auch doch zum Schreiben. Ein Großteil der Workshops, Vorträge und Diskussionen klingt nämlich bedeutend weniger spannend als ich erwartet hätte, aber mir geht es in Berlin ja vor allem ums Netzwerken.

Falls ihr also auch vor Ort seid, schickt mir ne kurze Nachricht, dann treffen wir uns und machen unser eigenes, spontanes Bitcoin-Panel auf.

Rückblick Inside Bitcoins in Berlin

Vergangenen Mittwoch und Donnerstag fand in Berlin die Inside Bitcoins-Konferenz statt und war ich anfangs noch etwas skeptisch, ob und inwiesweit das nur ein nerdiges Szene-Event sein würde, so kann ich rückblickend doch sagen, dass es sich sehr gelohnt hat dorthin zu fahren. Das Programm, das aus Vorträgen und Diskussionen bestand, war durchgehend spannend, wobei mir hier und da ein bisschen mehr Kritik in der Themen- oder Sprecherauswahl gut gefallen hätte. Aber es liegt wohl in der Natur der Sache, dass Bitcoin-Konferenzen in erster Linie Pro-Bitcoin sind.

Für mich noch wertvoller als das offizielle Programm war jedoch die Möglichkeit mit den anderen Konferenzteilnehmern ins Gespräch zu kommen, die aus allen Ecken der Welt angereist waren und sehr unterschiedliche Geschichten erzählen konnten. Hier ein paar Kostproben:

  • in Kuwait und der angrenzenden Region wird Bitcoin bisher gar nicht wahrgenommen bzw. wenn, dann nur negativ. Wer dort nach Informationen sucht, findet vor allem Werbung zu unseriösen Gambling-Angeboten. Vertrauenswürdige und kritische Informationen gehen in diesem Flimmer- und Link-Wust unter.
  • Auch wenn Nachrichtenagenturen und „seriöse“ Medien diesen Fehler gerne und immer wieder durchkauen: China hat den Bitcoin tatsächlich nie verboten. Vielmehr gab es offizielle Stellungnahmen, die das mehr oder weniger zwischen den Zeilen nahelegen aber eben gleichzeitig auch Schlupflöcher offen lassen. Dass es eine Zeit lang keinen Bitcoin-Handel in China gab, lag daran, dass die größte chinesische Bitcoin-Börse BTC China zunächst den Handel  eingestellt hat um diese Schlupflöcher zu finden.
  • Ähnlich ist die Situation in Russland. Auch dort muss man zwischen den Zeilen lesen um die offiziellen Stellungnahmen richtig interpretieren zu können.
  • In Mittel-, Süd- und Südosteuropa liegt das europäische Bitcoin Zentrum. Dort befindet sich mit Bitstamp jetzt schon eine der größten internationalen Bitcoin-Börsen und weitere nehmen in Kürze den Betrieb auf. In Bosnien ist zudem der Strompreis so günstig, dass dort recht beeidruckende Miningfarmen und -pools wachsen.
  • Die Schweden sind, wenig überraschend, sehr Bitcoin-affin.
  • Afrika gilt als großer Wachstumsmarkt für mobile payment-Systeme.
  • Und die deutsche Bitcoin-Community ist tatsächlich so klein wie ich bisher vermutet habe.

Das mal als kurzen Überblick über die zwei Tage. Einzelne Themen werden hier noch einen eigenen und ausführlicheren Platz finden. Die Veranstalter haben auch versprochen die Präsentationen online zu stellen, aber auch das wird noch ein paar Tage dauern. Die Inside Bitcoin zieht jetzt jedenfalls weiter um die Welt und findet dieses Jahr u.a. noch in Las Vegas, Hong Kong, Melbourne und London statt. Nächstes Jahr ist dann wieder Berlin dran und ich streich mir das gleich mal im Kalender an.