Schlagwort-Archive: OneCoin

Süddeutsche, Heise & Co. berichten über Onecoin

Ich weiß, einigen von euch geht das Thema auf den Zeiger, aber auf die folgenden Artikel muss ich an dieser Stelle unbedingt verweisen. Die machen nämlich deutlich, dass wir bei unserem Ziel, das Thema Onecoin auch außerhalb der Bitcoin/Crypto-Filterbubble auf die Agenda zu setzen, einen guten Schritt weiter gekommen sind.

Heise.de berichtet über Onecoin & die BaFin

Denn kurz nach dem Start der hiesigen Bitcoin vs. Onecoin-Crowdfunding-Aktion (aktueller Stand: knapp 19.000 Euro) erschien am 3.5. zunächst bei heise.de (einer der renommiertesten deutschsprachigen Quellen für Technologie/Wirtschaft/Netzpolitik etc. und dementsprechend reichweitenstark) der ausführliche Artikel: Finanzaufsicht verbietet Vertrieb des Digitalgelds Onecoin.

 t3n.de berichtet über Onecoin & die BaFin

Einen Tag später zog mit t3n.de auch eine weitere große Magazin-Website nach: Aus für angebliche Kryptowährung: Geschäfte mit Onecoin in Deutschland untersagt. t3n.de punktet an dieser Stelle vor allem mit einer enormen Reichweite in den sozialen Netzwerke.

Die Süddeutsche berichtet über Ermittlungen gegen Onecoin

Der für mich wichtigste Artikel erschien jedoch gestern bei der Süddeutschen: Ermittlungen wegen Betrugs bei Onecoin. Krimi ums Kryptogeld. Hierin geht es nämlich nicht nur um die BaFin-Entscheidungen zu Onecoin, sondern die Autoren graben noch viel tiefer: „Nach SZ-Recherchen ermittelt die Staatsanwaltschaft Bielefeld gegen sieben Vertreter aus dem Onecoin-Umfeld, unter anderem wegen Betrugs. […] Zusätzlich zur dortigen Staatsanwaltschaft ermittelt auch das Landeskriminalamt Nordrhein-Westfalen. Künftig könnte die Staatsanwaltschaft die Ermittlungen noch ausweiten, sagte ein Sprecher der Behörde.“

Wir dürfen also erwarten, dass das Thema Onecoin damit noch nicht vom Tisch ist. Im Gegenteil: Da wird noch Einiges kommen.

Onecoin-Kritik ganz oben in der Google-Suche

Erfreulich ist übrigens auch, dass alle drei Artikel wegen der Aktualität und der SEO-Relevanz der veröffentlichten Medien von Google neben vielen anderen Onecoin-kritischen Veröffentlichungen sehr weit oben geranked werden.

onecoin Goolge
Google Screenshot einer anonymisierten Suche. Zum Vergrößern klicken
Updates: Weitere Berichterstattung
WDR - Video - Betrug mit virtueller Währung
Auch der WDR hat lokal berichtet. Das Video ist aber wegen standardmäßiger Löschfristen leider nicht mehr verfügbar. (Danke, Harry!)

Bitcoin vs. Onecoin – Der Stein kommt ins Rollen!

Seit etwas mehr als 36 Stunden ist der Artikel Bitcoin vs. Onecoin – vor Gericht? nun online und die Reaktionen darauf sind gleichermaßen beeindruckend wie bemerkenswert.

Deswegen – bevor ich hier detaillierter auf den aktuellen Zwischenstand eingehe – möchte ich mich zuallererst bedanken für alle die Unterstützung, die in den letzten Stunden eingegangen ist. Nicht nur finanzieller Art, sondern auch in Form von moralischer Unterstützung, motivierenden Mails, hilfreichen Tipps, persönlichen Erfahrungen und Zugang zu weiterem Onecoin-Recherchematerial. Das alles ist sehr hilfreich. Warum, werde ich weiter unten noch ausführlicher erläutern.

Ein ganz besonderer Dank geht an dieser Stelle aber auch an meine beiden Honigdachs-Podcast-Mitstreiter, Stefan und Manuel, ohne deren Mitwirken diese ganze Aktion in der Kürze der Zeit gar nicht erst zum Laufen hätte gebracht werden können. Honeybadger does care! … und das Thema des nächsten Podcasts ist damit ja auch schon klar.

Doch nun zum weitaus interessanteren Part: dem was in den letzten anderthalb Tagen alles erreicht bzw. angestoßen wurde.

Ein Blick aufs Finanzielle

Aktuelle sind auf der Bitcoin-Spendenadresse mit 69 Transaktionen 6,73 Bitcoin eingegangen. Zusammen mit den bsiherigen Paypal-Spenden liegen wir daher aktuell bei gut 8.500 Euro. Das ist ein grandioser Start und außerordentlich relevant. Nicht nur in monetärer Hinsicht, sondern auch in solidarischer und – besonders relevant – in puncto Öffentlichkeitswirksamkeit.

Solidarisch insofern, als dass sich die Kosten anteilsmäßig auf alle Spender verteilen und je mehr sich beteiligen, desto geringer wird der Anteil des einzelnen. Ich gehe nämlich nach wie vor davon aus, dass das ganze Geld nur im Worst Case-Szenario gebraucht wird und ich einen Großteil zurückerstatten kann.

Raus aus dem Schatten, rein ins Rampenlicht

Nichtsdestotrotz ist die Summe trotzdem aktuell sehr wichtig. Denn sie ist letztlich der Maßstab, an dem sich die Wucht abmessen lässt, mit der wir, die Bitcoin-Community, uns dem Onecoin-Lager entgegenzustellen bereit sind. Und je markanter und bemerkenswerter das Crowdfunding läuft, desto größer sind die Chancen, die Außenwirkung zu erzielen, die wir wollen: dass es nämlich nicht nur eine formal-juristische Entscheidung darüber gibt, dass meine Onecoin-Berichterstattung rechtens war, sondern dass die Methode Onecoin als solches publik gemacht wird und Medien und Öffentlichkeit einen Blick darauf werfen und sich selbst ein Bild darüber machen kann, auf welcher Seite der Macht die Onecoin-Verantwortlichen mit ihrem Projekt stehen.

Denn der Worst Case für Onecoin ist, wenn die Geldquellen versiegen. Und die Geldquellen versiegen, wenn die potentiellen „Kunden“ erfahren, was eine echte Kryptowährung wie Bitcoin von einem kryptischen Geschäftsmodell wie Onecoin unterscheidet.  Um das zu erreichen, brauchen wir Presse und Öffentlichkeit und die wiederum gewinnen wir am ehesten, je berichtenswerter diese Aktion hier ist.

Wir sind dabei auf einem sehr guten Weg. Ich schreibe derzeit viele Redaktionen an und habe auch schon positives Feedback erhalten. Unsere Aktion bleibt keinesfalls unbemerkt, aber durch das lange Wochenende dauert es eben auch bis die größeren Medien das aufgreifen. Man darf auch nicht vergessen: Das Ganze hier läuft ja erst seit gut 36 Stunden.

Update Medienberichterstattung:
Unsere Schlagkraft weiter erhöhen!

Nichtsdestotrotz haben wir es natürlich auch in der Hand, die Aktion für die Öffentlichkeit noch berichtenswerter zu machen. Je bemerkenswerter das Crowdfunding, desto größer unser Potential noch viel mehr Menschen zu erreichen und Onecoin damit den Hahn weiter abzudrehen.

Wer sich unter diesen Gesichtspunkten noch an unserer Mission beteiligen möchte, ist herzlich willkommen. Je mehr mit machen, desto solidarischer verteilen sich die Kosten, desto größer wird unsere Außenwirkung, desto unschöner wird es für Onecoin und alle Beteiligten und desto mehr kann letztlich das Image von Bitcoin und der Bitcoin-Community davon profitieren.

Digitale Zivilcourage zeigen!

Denn eure Unterstützung zeigt, dass die Bitcoin-Community keineswegs nur das ist, was Öffentlichkeit bislang an Stereotypen kennen gelernt hat (Darknet-Drogenhändler und -Erpresser, irgendwelche Internet-Weirdos, egoistische Spekulanten etc.), sondern viele rechtschaffene Leute mit einem gesunden Verständnis von Richtig und Falsch und dem Mut dafür auch einzutreten.

Lasst uns diese Chance nutzen, dieses Image auch nach außen zu tragen – eine bessere wird es so bald nicht geben.

Bitcoin address: 13NyfikkgNZTubpzRGbBD1azrBav2Z9Qo3

bitcoin vs onecoin fund
Bitcoin vs. Onecoin legal defense fund
Auch eine Onecoin-Abmahnung erhalten? Melde dich!

Abschließend noch ein paar wichtige und interessante Hinweise:

  • Falls ihr auch eine Abmahnung bekommen habt, meldet euch mal bei mir. Das konkrete Ausmaß der aktuellen Abwahn-Welle gegen Onecoin-kritische Blogger zu kennen, ist für Redaktionen relevant.
  • Unser Beispiel macht Schule! Der ebenfalls von Onecoin-Anwälten unter Druck gesetzte Norweger Bjørn Bjercke hat vor ein paar Stunden auch einen Legal Defend Fund ins Leben gerufen.
  • Wie „smart“ die Pro-Onecoin-Fraktion übrigens ist, zeigt sich an Kommentaren wie: „Ihr seid echt dum“ (sic!), von denen auf diesem Niveau echt eine ganze Reihe hereinkommt.

Bitcoin vs. Onecoin – vor Gericht?

english translation below

zum Folgebeitrag: Bitcoin vs. Onecoin – Der Stein kommt ins Rollen!

Das hier ist der wichtigste Beitrag auf diesem Blog und tatsächlich hängt die Zukunft dieser Seite davon ab. Bitte lies ihn.

tl;dr Onecoin-Anwälte wollen mich mit konstruierten Behauptungen massiv abmahnen. Ich will den Spieß jedoch umdrehen und die Onecoin-Vertreter vor Gericht und in die Öffentlichkeit ziehen. Denn das ist das, was sie eigentlich nicht wollen. Dafür brauche ich jedoch deine Unterstützung. 

Zwischenstand: Aktuell (29.4. 20:30 Uhr) sind rund 5500 Euro zusammengekommen. Vielen Dank an alle Unterstützer, wir sind auf dem richtigen Weg!  

Ich habe in den letzten Tagen gleich von mehreren(!) Onecoin-Anwälten Post erhalten, die sich extrem an einem von mir veröffentlichten Beitrag gestört haben, in dem ich eigentlich nur auf zwei Veröffentlichungen der BaFin im Zusammenhang mit Onecoin hingewiesen habe. Konkret geht es um diese und diese in der Rubrik „Unerlaubte Geschäfte“.

Meinen originalen Beitrag habe ich aus juristisch-taktischen Gründen zwischenzeitlich offline gestellt, obwohl alle Nicht-Onecoin-Menschen, mit denen ich darüber gesprochen habe, nichts Schlimmes daran fanden. Die Onecoin-Vertreter jedoch – und dafür sind sie bekannt – reagieren im Allgemeinen sehr dünnhäutig auf Kritik. Dafür aber gerne umso heftiger.

Volles Droh-Szenario durch Onecoin-Abmahnanwälte

In den letzten Tagen kam eine Abmahnung aus Hamburg, eine aus Köln und noch ein Schreiben ging an meinen Web-Hoster, den sie wegen „Störerhaftung“ dazu bringen wollten, gleich die ganze Seite aus dem Netz zu nehmen. Ziemlich schwere Geschütze gegen einen kleinen Blog wie diesen. Man hätte sich ja auch auf dem kurzen Weg per Mail melden können und um Klarstellung bitten. Will man auf Onecoin-Seiten aber offensichtlich nicht.

Mitunter doch sehr absurde und konstruierte Vorwürfe

Wer indes die Abmahnungen liest, wundert sich womöglich über die Argumentation. So ging es mir zumindest. Die erscheint mir doch an einigen Stellen ziemlich arg konstruiert. Zum Beispiel wird mir vorgeworfen, dass ich hätte überprüfen müssen, ob gegen die „rechtswidrige“(sic!) BaFin-Entscheidung Rechtsmittel eingelegt worden seien. Das hätte ich tatsächlich machen können, hätte aber nichts geändert, denn laut BaFin „darf die BaFin darüber gar keine Auskunft erteilen.“ Laufendes Verfahren, Datenschutz und so. Wundert mich tatsächlich, dass Juristen so etwas nicht wissen.

Nichtsdestotrotz sind die Kanonen, die da gerade gegen mich in Stellung gebracht wurden, beachtlich. Und offenbar war die Drohkulisse bereits groß genug, um viele andere Seitenbetreiber dazu zu bringen, ihre Onecoin-Artikel schließlich final offline zu stellen. Das führen die Anwälte jedenfalls selbst stolz an.

Dass sich die jeweiligen Betreiber dabei tatsächlich falsch verhalten hätten, ist allerdings nicht bewiesen. Vermutlich hatten sie eher keine Lust auf rechtliche Streitereien und haben lieber in den sauren Abmahnungskosten-Apfel gebissen, als Recht und Unrecht tatsächlich richterlich feststellen zu lassen. Verständlich, denn „Recht haben“ und „Recht kriegen“ ist bekanntlich so eine Sache und im schlimmsten Fall kann es eben doch richtig teuer werden. Möglicherweise sogar existenzbedrohend. Will man das? Wegen Onecoin?

Klein beigeben oder Widerstand leisten?

Auch ich stehe nun vor genau dieser Entscheidung: Soll ich klein beigeben, den Beitrag offline gestellt lassen und eine für mich nicht unerhebliche Summe aus für mich nicht nachvollziehbaren Gründen an irgendwelche Anwälte zahlen soll, deren Mandanten sich auf den Schlips getreten fühlen, ohne dass überhaupt feststeht, dass ihnen jemand auf den Schlips getreten ist?

Mir allein diese Frage stellen zu müssen, macht mich wütend. SEHR, SEHR WÜTEND! Weil ich weiß, dass es wichtig und moralisch richtig ist, kritisch über Onecoin zu berichten. Weil ich weiß, dass ich nichts falsch gemacht habe. Weil mich das alles trotzdem gerade unnötig viel Zeit, Kraft und Geld kostet. Weil die mit der selben Abmahn-Droh-Geschichte schon viel zu oft Erfolg hatten. Und weil ich das schlichtweg nicht will. Punkt.

Onecoin darf nicht gewinnen!

Ich will den Onecoin-Anwälten mit ihrer künstlichen Drohkulisse, ihrer wortklauberischen Haarspalterei und ihrer verstörenden Auffassung von Richtig und Falsch kein Geld geben. Ich will Aussagen, die meines Erachtens sowohl rechtmäßig als auch wichtig waren, nicht zurücknehmen. Kurzum: Ich will Onecoin nicht gewinnen lassen.

Vielmehr noch: Ich möchte genau das machen, was sie mit dieser Aktion ja eigentlich verhindern wollen. Ich möchte die Leute, die die Onecoin-Anwälte vertreten, ins Rampenlicht ziehen. Möchte, dass sich die Öffentlichkeit mit dem auseinandersetzt, was diese Leute „geschäftlich“ machen – ihre Praktiken, ihre Modelle, ihren Umgang mit gerechtfertigter Kritik. Ich möchte genau das, was die Onecoin-Vertreter am wenigsten wollen: Dass die Gesellschaft einen Blick auf Onecoin wirft und dass sich die Verantwortlichen rechtfertigen müssen. Zumindest die, die hier gerade so aggressiv vorpreschen.

Ohne Unterstützung geht es nicht

Das einzige Problem: Alleine schaffe ich das nicht. Denn „Recht haben“ und „Recht kriegen“ ist nun mal so eine Sache und als Familienvater kann auch ich mir den Worst Case letztlich nicht leisten. Ich habe daher lange überlegt und eines der folgenden zwei Szenarien wird eintreten:

Szenario 1: „Bitcoin vs: Onecoin“

Ich starte ein Bitcoin-Community-Crowdfunding und bis kommenden Dienstag kommt dabei eine Summe zusammen, die es mir ermöglicht, den vollen Konfrontationskurs mit Onecoin zu fahren.

Szenario 2: „Onecoin gewinnt“

Auch ich beiße letztlich in den sauren Abmahngebühren-Apfel, streiche die Segel und Onecoin und ähnlich Projekte grundsätzlich von meiner Themenliste.

Es steht außer Frage, dass ich ersteres Szenario favorisiere, aber letztlich kann ich – wenn auch widerwillig – mit beidem leben. Ersteres wird deutlich mehr Zeit Energie und Geld kosten, in letzterem Fall hätte ich schneller meine Ruhe und kann mich anderen wichtigen Themen widmen. Und es wird eintreten, wenn Szenario 1 nicht zustande kommt.

Die Entscheidung liegt (auch) bei euch!

Was letztlich die Entscheidung wesentlich beeinflusst, seid Ihr, die Bitcoin-Community. Ich habe schon viel Unterstützung zugesichert bekommen, dass man Onecoin auf keinen Fall gewinnen lassen könne. Das sind tröstende, aufbauende und willkommene Worte. Was aber letztlich den Ausschlag gibt, ist – so unschön das auch ist – das Geld.

Insofern starte ich hiermit das Crowdfunding und hoffe darauf, dass wir es als Bitcoin-Community gemeinsam schaffen, Onecoin (das ja mit dem guten Namen von Bitcoin hausieren geht) erfolgreich zurückzuschlagen. Mindestens den ehrenhaften Versuch unternehmen.

Ich selbst werde für meinen Teil soviel Geld in den Fond einzahlen, wie ich vermutlich auch für das unliebsame „Szenario 2“ werde aufwenden müssen. Das ist jedoch nur ein kleiner Teil, von dem was nötig ist im Falle des Worst Case-Szenarios.

Bitcoin needs you

An dieser Stelle bist also du gefragt:
  • Ist dir Onecoin ein Dorn im Auge?
  • Geht es dir gegen den Strich, wie deren Vertreter mit Kritikern umgehen?
  • Findest du diesen Blog wertvoll und unterstützenswert?
  • Hast du persönlich von echten Kryptowährungen wie Bitcoin, Ethereum, Monero, Litecoin etc. profitiert?
  • Hast du in der letzten Woche für irgendwas gespendet?
  • Bist du ein Fan von Gerechtigkeit?
  • Kannst du es dir leisten, etwas zu geben?

Wenn du eine dieser Fragen mit Ja beantworten kannst, freue ich mich, wenn du bereit bist, einen Beitrag zu leisten und einen dir angemessenen Betrag in den Prozesskosten-Fond „Bitcoin vs. Onecoin“ einzuzahlen.

Bitcoin-Adresse: 13NyfikkgNZTubpzRGbBD1azrBav2Z9Qo3

bitcoin vs onecoin fund
Bitcoin vs. Onecoin-Spendenadresse

Alle weiteren Fragen beantworte ich im folgenden FAQ. Falls eine fehlt – schreibt eine Mail.

FAQ zum „Bitcoin vs. Onecoin“-Fond

Wie viel Geld ist nötig, damit du vor Gericht ziehst?

Das ist schwer zu sagen, weil es viele Faktoren gibt, die die Kosten beeinflussen. Mein Anwalt meinte, dass fünfstellig eine realistische Größe ist. Dieser Bereich ist jedoch (leider) sehr groß. Im Zweifel also lieber etwas mehr geben.

Bis wann läuft das Crowdfunding?

Dienstag, 2. Mai 12:00 Uhr MESZ – Die Kürze der Zeit resultiert aus juristischen Fristen.

Was passiert mit dem Geld, wenn zu wenig zusammenkommt bzw. es doch nicht zum Prozess kommt?

Ich gehe nicht davon aus, erstatte jedoch für den Fall, dass keinerlei Kosten anfallen,  das Geld auf die jeweilige Spender-Adresse zurück.

Was passiert mit überschüssigem Geld?

Das Geld geht ebenfalls anteilsmäßig an die jeweilige Spenderadresse zurück. Hier im Blog erscheint zudem eine Abrechnung, was wofür ausgegeben wurde.

Wie stehen denn die Chancen vor Gericht?

Auch das ist schwer zu sagen. Ich bin jedoch sehr optimistisch. Onecoin und seine Vertreter stehen hierzulande unter Druck. Immerhin hat sich auch die BaFin gestern erneut mit einer Veröffentlichung gemeldet: „Onecoin Ltd (Dubai), OneLife Network Ltd (Belize) und One Network Services Ltd (Sofia/Bulgarien): Untersagung von Geschäften mit „OneCoins“ in Deutschland“ (Für die mitlesenden Abmahnanwälte: „Die Verfügungen beruhen auf § 37 Absatz 1 Satz 1 und 4 KWG. Sie sind von Gesetzes wegen sofort vollziehbar, jedoch noch nicht bestandskräftig.“ und Nein, die BaFin hat mir keine Auskunft darüber erteilt, ob Rechtsmittel eingelegt wurden. Darf sie nämlich nicht.)

Sind die gespendenten Bitcoins sicher aufbewahrt?

Ja, Cold Storage.

Gibt es neben Bitcoin auch eine andere Spendenoption?

Andere Kryptowährungen zu nehmen, wäre ein zu großer organisatorischen Aufwand. Ausnahmsweise gibt es jedoch auch einen Paypal-Spendebutton:









Bitcoin vs Onecoin – in court?

This is the most important article in this blog and, indeed, the future of this site depends on it. Please read it!

tl;dr Onecoin lawyers are sending massive amount of Abmahnungen (translator’s note: An „Abmahnung“ is a written warning in German law that demands from the recipient to sign a declaration that he will abstain from something and also to pay a large lawyer fee, in order to avoid being sued. Some people in other countries might call it an extortion.) to me that contain construed claims. I want to turn the tables on them, take the Onecoin actors to court and make it all public. That is what they want to avoid. However, I need your support for that.

In the past days I have received legal letters from several(!) Onecoin lawyers that are extremely irritated about an article I have published. In this article I was simply pointing out two publications by BaFin (t.n.: the German banking watchdog) concerning Onecoin. Concretely, the two publications in the section of „illegitimate business“ are this one and this one.

For legally tactical reasons I have taken the original article offline, even though all the non-Onecoin people I have talked to about them couldn’t find anything wrong with it. Onecoin advocates, however, are known for being very sensitive about criticism. They react all the more fiercely for it.

Full-on intimidation scenario by Onecoin Abmahn lawers

In the past days I have received one Abmahnung from Hamburg and one from Cologne, plus another one went to my web hoster that is meant to get them to take my entire web site down for „Störerhaftung“ (t.n.: another strange German legal concept that seems to imply that, e.g., as a hoster you might be partially responsible for what people write on the websites you host). Pretty heavy artillery against a little blog as this one. They might have just quickly sent a mail asking for clarification. Obviously, that is not what the Onecoin side wants.

Rather absurd and construed allegations at times

If you do read the Abmahnungen, you might be astonished about their arguments. I know I was. They seem quite arbitrarily construed in some places. For example, it is alleged that I should have had to check if legal countermeasures had been put in place against the „illegal“ (sic!) BaFin decision. Indeed, I could have tried, but that wouldn’t have changed a thing since, according to BaFinBaFin is not authorized to provide information about this.“ Ongoing proceeding, privacy laws and so on. I am truly amazed that lawyers don’t know these kinds of things.

Nonetheless, the artillery that has been put into position against me is extraordinary. And it appears that the intimidation has been big enough to get many other website publishers to take their Onecoin articles down for good. At least that is what the lawyers proudly list.

However, it hasn’t been proven that the respective publishers have done anything wrong. Presumably, they just didn’t want any legal battles and rather bit the bullet of Abmahn costs instead of having decided right and wrong juristically. Understandably so, since „being right“ and „being proven right“ are not the same as we know, and in the worst case these things can get really expensive. Possibly even threatening livelihoods. Does one really want that? For Onecoin?

Back down or resist?

That is exactly the decision I am having to make right now: Should I back down, let the article stay offline and pay a non negligible – for me – sum for reasons I don’t understand to some lawyers whose clients feel trodden on their toes without it being clear that someone even stepped on their toes?

Just having to ask myself this question makes me angry. VERY, VERY ANGRY! Because I know it is important and morally right to report critically about Onecoin. Because I know I haven’t done anything wrong. Because all this is unnecessary taking my time, strength and money. Because they have been successful with this Abmahn-intimidation-story way too often already. And because I simply don’t want it. End of story.

Onecoin may not win!

I don’t want to give money to the Onecoin lawyers with their artificial intimidation scenario, their quibbling hair splitting and their disturbing view of right and wrong. I don’t want to take back statements that I feel have been legal as well as important. In short: I don’t want to let Onecoin win.

What’s more: I want to do exactly what they want to avoid with their actions. I want to shine a light on the people that are being represented by the Onecoin lawyers. I want the public to address the „business“ these people do – their practices, their models, their way of dealing with justified criticism. I want exactly what the Onecoin advocates want the least: That society takes a look at Onecoin and the responsible have to justify themselves. At least those who press ahead so aggressively in this case.

I can’t do it without support

The only problem: I can’t do it alone. Because „being right“ and „being proven right“ are not the same and as a family man I can’t afford the worst case. So I have thought long and hard and there will be one of these two scenarios happening:

  1. Scenario 1: Bitcoin vs. Onecoin— I am starting a bitcoin community crowd fund and until tuesday we gather a sum that makes it possible for me to fully confront Onecoin.
  2. Onecoin wins— I, too, bite the bullet of Abmahn fees, back down, and generally avoid Onecoin and similar projects in my list of topics.

There is no question that I prefer the first scenario, but I can live – if reluctantly – with both. The first one will cost me considerably more time, energy and money. In the latter one, I get to live in peace more quickly and can get to other important topics. And that is what will happen if scenario 1 does not come to pass.

The decision is (also) yours!

The ones who ultimately influence the decision are you, the bitcoin community. I have had so many people tell me they support me, that we can’t let Onecoin win no matter what. These are comforting, reassuring and welcome words. As ugly as it is, what ultimately has to decide is – the money.

So I am hereby starting the crown fund and I hope that we as the bitcoin community together can defeat Onecoin (who have been abusing the good name of Bitcoin). At least make a honorable effort.

I myself will put as much money in the fund as I would have to spend in the unwanted „scenario 2“ anyway. That is, however, just a small share of what would be necessary in the worst case scenario.

Bitcoin needs you

This is where you come in:
  • Is Onecoin a thorn in your side?
  • Are you pissed off by the way their advocates deal with critics?
  • Do you find this blog valuable and worth supporting?
  • Have you personally profited from real crypto currencies like Bitcoin, Ethereum, Monero, Litecoin etc.?
  • Have you donated for anything last week?
  • Are you a fan of justice?
  • Can you afford giving something?

If you can answer one of these questions with a Yes, I am happy if you are prepared to contribute an appropriate amount to the legal defense fund „Bitcoin vs. Onecoin“.

Bitcoin address: 13NyfikkgNZTubpzRGbBD1azrBav2Z9Qo3

bitcoin vs onecoin fund
Bitcoin vs. Onecoin legal defense fund

All further questions are answered in the following FAQ. If there is one missing – write me an email!

FAQ for the „Bitcoin vs. Onecoin“ fund

How much money is necessary for you to go to court?

That’s hard to say because there are many factors that influence the costs. My lawyer says that five figures (t.n.: in Euro) is a realistic order of magnitude. Unfortunately that is a rather vague assessment. So if in doubt rather give a bit more.

Until when does the crowd fund run?

Tuesday, 2nd of May, 12:00 CEST – the short notice comes from the legal deadlines.

What happens with the money if it’s not enough or if there is no court proceedings?

I am not counting on it, but in the case that there are no costs I will send the money back to the respective donor’s address (t.n.: So please make sure you control that address!).

What happens with surplus money?

The money is given back to the respective donor’s address pro rata. Moreover, there will be an account of how much has been spent for what here in the blog.

How are the chances in court?

That’s also hard to say. However, I am very optimistic. Onecoin and their representatives are under pressure in this country (t.n.: and world wide). After all, BaFin has given another statement yesterday: Onecoin Ltd (Dubai), OneLife Network Ltd (Belize) and One Network Services Ltd (Sofia/Bulgaria): Prohibition of business dealing with „OneCoins“ in Germany (For the Abmahn lawyers reading this: „Die Verfügungen beruhen auf § 37 Absatz 1 Satz 1 und 4 KWG. Sie sind von Gesetzes wegen sofort vollziehbar, jedoch noch nicht bestandskräftig.“ and no, the BaFin has not provided information to me whether or not there have been appeals filed. Because it is not allowed to.)

Are the donated bitcoins securely stored?

Yes, cold storage.

Is there another donation option besides bitcoin?

Accepting other crypto currencies would be too much of an organisation effort. By way of an exception, however, there is a paypal donation button

Bildnachweis: dierk schaefer – Justitia (CC BY 2.0

Warnung vor Onecoin & Co. – Jetzt auch im Radio

Über Kryptoscams und Kleptocoin-Modell habe ich hier im Blog ja bereits ausführlich berichtet. Am Samstag nun hat auch Breitband das Thema auf die Agenda gehoben und damit reichweitenstark in die radioaffine Öffentlichkeit gebracht.

Thema: Zweifelhafte Kryptowährungen

Das ist gut und wichtig, denn je mehr die Menschen über Onecoin & Co. erfahren, desto besser können Sie entscheiden, ob sie dort wirklich Geld investieren wollen. Insofern musste mich die Redaktion auch nicht zweimal bitten, ein paar Fragen zu beantworten.

Das Gespräch kann man hier nachhören, wobei ich guten Gewissens auch die ganze Sendung empfehlen kann, in dem es u. a. auch um den „Kalten Krieg der Hacker“ geht.

DDoS-Attacke wegen Onecoin-Kritik?

Heute ist ein guter Tag. Denn zum einen ist Genesis Day – der achte Jahrestags des allerersten jemals gemined’en Blocks der Bitcoin-Blockchain. (Siehe dazu auch: Happy Genesis Day, Bitcoin!)

The Coinspondent ist endlich wieder online!

Vor allem aber ist es für mich persönlich ein sehr freudiger Tag, denn nach über einer Woche unfreiwilliger Auszeit, ist diese Seite wieder online (und damit auch der nervige „Service Temporarily Unavailable“-Fehlercode endlich verschwunden).

Pünktlich nach Weihnachten wurde The Coinspondent nämlich durch eine DDoS-Attacke gezielt angegriffen und lahmgelegt. Für eine Website dieser Größe und Reichweite eigentlich eher ungewöhnlich, kam der Angriff dennoch nicht überraschend.

DDoS-Attacke wegen Onecoin-Kritik? weiterlesen

Noch mehr Warnungen vor Onecoin & Co.

Am 19. August 2016 habe ich den Beitrag Finanztest warnt vor Onecoin und Swisscoin online gestellt. Seitdem ist der Beitrag hier im Blog in einer unglaublichen Geschwindigkeit zum meist abgerufenen Einzelartikel des gesamten Jahres aufgestiegen. Mit großem Abstand.

Das gibt mir zu denken.

Was ist das nur für 1 Coin?

Denn ich bekomme mittlerweile auch Mails, in denen renommierte Persönlichkeiten um Rat bitten, weil sie als Repräsentant für Onecoin oder ähnliche Projekte angeworben werden sollen und sich nun fragen, inwieweit letztlich ihre eigene, gute Reputation genutzt werden soll, um den umstrittenen Ruf ebenjener Projekte aufzupolieren.

Auch werden immer wieder trollige Kommentare wie bspw. der folgende abgegeben (die es aber aus verständlichen Gründen allesamt nicht durch die Moderation schaffen): „Swisscoin ist eine Raubkopie von Onecoin. Wenn du Beweise findest das onecoin nicht seriös ist wäre ich dir sehr dankbar. Und damit meine ich NICHT die ganzen hirnlosen Vermutungs Artikel. Ich bin bei onecoin und es ist das beste was es gibt. Sobald ein Unternehmen richtig gut läuft wird es schlecht geredet. Pfui“

Darüber hinaus hört man aus Berlin, dass dort mittlerweile regelrechte Drückerkolonnen von einem Bitcoin-Event zum nächsten ziehen, um mit großem Nachdruck „Kryptowährungsprojekte“ auf Basis von Multilevel-Marketing zu „vermarkten“.

Argument- und Materialsammlung gegen die Unsicherheit

Es herrscht also große Verunsicherung beim Thema OneCoin, Swisscoin, Giracoin und wie sie alle heißen. Daher habe ich mich entschieden hier noch einmal eine Art Materialsammlung zu erstellen, um Neugierigen und Verunsicherten gleichermaßen eine einfache Möglichkeit zu geben, sich eine Meinung zu bilden.

Mit meiner eigenen Meinung halte ich mich dabei so weit wie möglich zurück. Zum einen reagieren Vertreter obiger Projekte sehr dünnhäutig auf Kritik und haben Blogger bereits abgemahnt. Zum anderen kann jeder selbst entscheiden, was er mit seinem Geld macht. Ich jedenfalls beschäftige mich mittlerweile lange genug mit Kryptowährungen, um zu wissen, dass ich nicht einen einzigen Cent in Projekte wie Onecoin, Swisscoin etc. investieren würde. Warum, zeigen auch die folgenden Punkte:

1. Diverse Experten warnen vor Onecoin, Swisscoin und Co

Man kann von (staatlichen) Institutionen halten, was man will. Man kann sie ablehnen (wie es auch viele Bitcoiner tun), aber wer clever ist, sollte ihnen dennoch zuhören, selbst wenn man anderer Meinung ist. Denn wenn man berücksichtigt, dass zu den Aufgaben folgender Institutionen  u. a. Verbraucherschutz zählt und dass dort sehr gut ausgebildete und in ihrem Fachgebiet erfahrene Menschen arbeiten, dann haben diese Aussagen durchaus Relevanz:

2. Kritische Diskussion kommt zu negativem Ergebnis

Mittlerweile sind im Netz einige lesenswerte und aufschlussreiche Artikel zu Onecoin, Swisscoin und vergleichbaren Projekten erschienen. Einige davon sind sehr meinungsstark, andere versuchen sich dem Thema unvoreingenommen zu nähern. Man sollte sie alle lesen, um Pro- und Contra-Argumente gleichermaßen kennen zu lernen.

Dass die folgende Liste keine Artikel enthält, die eine starke Pro-Meinung vertreten, ist keine Absicht. Es gibt sie schlichtweg nicht, bzw. wenn, dann verfolgen sie meist werbliche Zwecke, d. h. es gibt keine hinreichende Trennung von Werbung und Redaktion (Ziffer 7, Pressekodex).

Interessant ist auch dieses Research-Paper islamischer Gelehrter, das sehr umfassend und auf Basis einer umfassenden Quellenarbeit folgende Punkte bespricht:

  • what OneCoin is
  • whether OneCoin is a reputable and credible organisation or not
  • the history of the founders and leaders
  • the legal status of OneCoin
  • its portrayal in the media
  • how payments work
  • whether the economic claims are valid
  • the value of the educational packages
  • if OneCoin is an actual cryptocurrency or not
  • what the experts say regarding OneCoin

und zu dem Schluss kommt, dass es nach islamischem Recht unzulässig ist, bei diesem Schema mitzumachen.

3. Kryptisch ist nicht gleich kryptographisch

Eine ganz einfache, aber wichtige Regel in Bezug auf Investitionen lautet:

Investiere in nichts, dass du nicht verstanden hast!

Beherzigt man diese Regel, sollte man sich zunächst fragen, ob man kurz und in eigenen Worten das Wort „Kryptowährung“ erklären kann. Insbesondere die Herkunft des Wortteils „Krypto“ ist dabei relevant. Denn es kann sowohl vom Wort „kryptisch“ kommen als auch vom Wort „kryptographisch“.  „Kryptowährung“ ist also nicht gleich „Kryptowährung“. Die eine basiert auf Kryptographie (z. B. Bitcoin), die meisten anderen auf kryptischen Geschäftsmodellen.

Solange man den Unterschied nicht kennt, sollte man weder in die eine, noch in die andere investieren. Kennt man den Unterschied, wird man das Interesse an allem, was nicht Bitcoin ist, recht schnell verlieren. Denn ganz generell sind die Chancen, im Bereich „Kryptowährungen“ Geld zu verlieren, immens. Selbst wenn man „nur“ mit Bitcoin agiert.

Das neue Medium „Kryptowährung“ ist dabei letztlich nur ein neues Mittel zu einem alten Zweck. Denn die Menschen versuchen schon seit Anbeginn der Zeit sich gegenseitig übers Ohr zu hauen. Leider viel zu oft sehr erfolgreich.

this is how ponzi schemes work

Wer nun konkrete Kritik an Onecoin sucht, der wird bei Bruce Fenton fündig, der folgende Kritikpunkte formuliert:

  • OneCoin promises extremely high rates of return bordering on the mathematically impossible
  • OneCoin claims to be backed with a „blockchain“ there is no evidence that there really is such a blockchain by any readable definition
  • OneCoin has lack of transparency as to what exactly it is offering to its investors
  • since OneCoin claims that proceeds will only be released after months or years it makes victims less likely to be aware they have been victims
  • OneCoin claims to be based on blockchain technology but there is no evidence that any such blockchain has been developed
  • the marketing meetings and presentations of OneCoin make use of unsubstantiated claims and misleading information (such as the use of stock footage claiming it was „mining“ a cryptocurrency
  • the tokens generated in the OneCoin project are locked up for a significant period of time, causing investors to believe there will be future value to these in some years when this is extremely unlikely, probably impossible
  • OneCoin places arbitrary values on fictitious tokens which do not have a relation to real value on any major exchange or other free market or independent measurement of value

Man kann diese Kritikpunkte als Meinung eines Einzelnen sehen, dennoch sollte man sich der Tatsache bewusst sein, dass Fenton als Board Member der US-amerikanischen Bitcoin Foundation durchaus die Expertise hat, diese Kritikpunkte auch zu belegen.

Darüber hinaus ist es bemerkenswert, wie deckungsgleich seine Argumente mit denen der österreichischen Finanzmarktaufsicht (FMA) sind. In deren Stellungnahme „FMA warnt Verbraucher zu besonderer Vorsicht im Umgang mit virtuellen Währungen und Geschäftsmodellen oder Anlageprodukten, die darauf aufbauen“ heißt es:

„Überdies erhält die FMA vermehrt Anfragen zu Geschäftsmodellen oder Anlageprodukten, die auf virtuellen Währungen aufbauen. Diese sind in der Regel so konzipiert, dass sie unter keine Konzessionspflicht fallen und daher ebenfalls nicht beaufsichtigt werden. Es handelt sich dabei zum Beispiel um Ankauf oder Veranlagung in Soft- oder Hardware, die angeblich besonders ertragreich virtuelles Geld erschaffen kann oder besonders ertragreich damit handeln kann. Oder etwa um angebliche virtuelle Währungen, für deren ertragreiche Nutzung vorher Informations- und Schulungsmaterial erworben werden muss. Viele davon sind ähnlich „Multilevel Marketing Plans“ (MMPs), wie sie von Strukturvertrieben verwendet werden, aufgebaut. Diese sind dadurch charakterisiert, dass jeder Kunde gleichzeitig neue Kunden und neue Verkäufer akquiriert und nach einem ausgeklügelten System prozentuell an deren Umsätzen beteiligt wird. Hierbei besteht die große Gefahr, dass es sich dabei um ein betrügerisches „Schneeballsystem“ handelt: Bei einem solchen werden etwaige Auszahlungen an frühe Einsteiger aus den Einzahlungen der später hinzugekommenen geleistet, bis das System allein schon aus mathematisch statistischen Gründen zusammenbrechen muss. Oder es handelt sich um ein gesetzlich verbotenes Pyramidensystem, das in §168a StGB wie folgt definiert ist: „Gewinnerwartungssysteme, dessen Teilnehmern gegen Einsatz ein Vermögensvorteil unter der Bedingung in Aussicht gestellt wird, dass diesem …. System unter den gleichen Bedingungen weitere Teilnehmer zugeführt werden und bei dem die Erlangung des Vermögensvorteils ganz oder teilweise vom bedingungsgemäßen Verhalten weiterer Teilnehmer abhängt.“

4. Es ist schwer überzeugende Pro-Argumente zu finden

Damit diesem Artikel keine Einseitigkeit vorgeworfen werden kann, habe ich für Freunde des Postfaktischen dennoch versucht, eine überzeugende Pro-Stimme für Onecoin zu finden. Das ist gar nicht so einfach, aber bei der Recherche bin ich auf dieses Video gestoßen, das beispielhaft die (oftmals recht diffusen) Pro-Argumenten und das zugehörige Argumentationsmuster zeigt. Es ist ein Statement des Onecoin-Fanboys Tom McMurrain, in dem er darlegt, warum Onecoin seiner Meinung nach kein Schneeball-System sei.

Bevor man sich das anschaut, sollte man jedoch wissen, dass ein gewisser Tom McMurrain 2005 wegen diverser Betrugsdelikte, u. a. einem Kredit-Betrugs-System, in den USA zu einer mehrjährigen Haftstrafe verurteilt wurde. Seine Firma hieß damals übrigens Emergency One Cash Card Inc. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt.

Wie mit solchen kryptischen „Angeboten“ umgehen?

Das ist abschließend die wichtige Frage, die auch in der Crypto-Community diskutiert wird. Denn viele teilen die Befürchtung von Bruce Fenton, dass, sollten irgendwann einmal tatsächlich durch Onecoin oder ähnliche Projekte Geschädigte zurückbleiben, sich das in der öffentlichung Wahrnehmung negativ auch auf alle anderen Kryptowährungsprojekte auswirken wird.

Kreative Vorschläge gehen daher in die Richtung bspw. Onecoin mit den eigenen Marketing-Waffen zu trollen: „Just create a scam called TwoCoin, and for whatever OneCoin claims, have it claim twice as much.“

Am besten ist es aber wahrscheinlich Onecoin und Co. ganz einfach zu ignorieren. Denn letztlich ist sogar nicht einmal der Name des Projekts einmalig. Den echten Onecoin gab es nämlich schon 2013 und damals wusste man schon …

Bild: Zechariah Judy (CC BY 2.0)

Finanztest warnt vor OneCoin und SwissCoin

Hinweis: Es gibt mittlerweile ergänzend einen zweiten, sehr viel umfassenderen Artikel zu Onecoin und Co.

Das zur Stiftung Warentest gehörende Magazin Finanztest hat vor ein paar Tagen einen Artikel online gestellt, in dem es vor den beiden virtuellen Währungen OneCoin und SwissCoin warnt. Beide machen seit einiger Zeit mit sehr offensivem Marketing auf sich aufmerksam und versuchten von der Bekanntheit von Bitcoin zu profitieren.

Allerdings sind sie nicht mit Bitcoin zu vergleichen, weil sie nicht dezentral organisiert seien (genau diese Dezentralität macht Bitcoin jedoch besonders und interessant) und es keinen freien Markt gebe. Auch das mehrstufige, pyramidenähnliche Vertriebssystem wird kritisiert.

Im Zweifel: Finger weg

Fazit des Artikels: Beide Projekte landen auf der Magazineigenen Warnliste für Geldanlagen. Diese Warnung sollte man auch ernst nehmen. Denn wenn bei zwei so ähnlichen Projekten der Anwalt des einen Projekts offen vor dem anderen warnt, ist gesunde Skepsis angebracht.