Schlagwort-Archive: System & Technik

Die Linkliste für Bitcoin-Entwickler

Jeder Bitcoin-Entwickler, selbst wenn er bisher nur überlegt früher oder später programmiertechnisch vielleicht mal irgendetwas mit Bitcoin zu machen, sollte diese Linksammlung umgehend ganz oben in seiner Lesezeichen-Liste platzieren: Programming Bitcoin Reading List and Projects.

In dieser Reading List sammelt Nate Murray nämlich dankenswerterweise öffentlich Tutorials, Projekte, Whitepaper, Tools, API-Zugänge und noch jede Menge anderer nützlicher Links, die dabei helfen Bitcoin-Transaktionen programmieren zu lernen.

Was er dabei bereits zusammengetragen hat, ist beachtlich und ich war so frei die Links zu den entsprechenden Überschriften für den bequemen Zugriff hier direkt einzufügen:

Content
Code

Wer darüber hinaus noch weitere gute Quellen sucht, Ken Shirriff, dessen Code auch das Titelbild ziert, hat auf seinem Blog ein paar sehr beeindruckende Post veröffentlicht. Hier meine Favoriten:

Mehr von ihm findet man am leichtesten über diese themen- und seitenspezifische Google-Suche.

Abschließend noch der Hinweis auf die Universalquelle bitcoin.org, die ebenfalls eine eigene, sehr umfassende Sektion für Entwickler anbietet.

Apples Vorsprung schmilzt rapide

Der Deal, mit dem Apple Pay das mobile Bezahlen revolutionieren soll, ist folgender: Apple ermöglicht es dem Nutzer ganz bequem mit seinem Smartphone über NFC zu bezahlen und dafür nimmt das Unternehmen Gebühren und sammelt und vermarktet sämtliche Bezahldaten der Kunden.

Gerade letzteres ist einer der Hauptkritikpunkte an Apple Pay und stößt vielen an Datenschutz interessierten Menschen bitter auf. Die können sich aber jetzt – noch bevor Apple Pay die USA überhaupt verlassen hat – auf eine weltweit verfügbare, bereits in 40(!) Sprachen übersetzte Alternative freuen. Denn Bitpay hat gerade erst seine neue POS-App Bitcoin Checkout vorgestellt.

Apples Vorsprung schmilzt rapide weiterlesen

Die Bitcoin-Bibel

Heute lag The Book of Satoshi. The Collected Writings of Bitcoin Creator Satoshi Nakamoto in meinem Briefkasten. Als ich das erst Mal von diesem Buch hörte, dachte ich noch: „Was für eine alberne Idee. Warum sollte jemand für Texte bezahlen, die ohnehin frei im Internet verfüg- und lesbar sind?“ Nun habe ich mein eigenes Exemplar und ich bin sehr froh darüber. Denn meine Meinung hat sich geändert.

Die Bitcoin-Bibel weiterlesen

Die 7“ Bitcoin-Wallet

Sound Wallet ging schon Anfang des Monats durchs Netz und stellt technisch-kryptographisch wohl keinen wirklichen Meilenstein dar, aber ich als Soundmensch muss das hier unbedingt im Blog archivieren. Immerhin kann man nun seine Bitcoin-Schlüssel in Audiodateien verstecken und sich auf ’ne Schallplatte pressen lassen.

Die entsprechende Audiodatei kann man mit dem VirtualANS-Tools kostenlos selbst erstellen. Wer allerdings wirklich eine 7“-Vinyl-Variante haben will, muss 0,09 BTC hinlegen, derzeit also rund 30 Euro.

Der einzige Nachteil ist der furchtbare Sound. Den müsste man irgendwie in was schönem Verpacken oder zumindest mehr Bässe einbauen. Dann wäre es vielleicht sogar was für Skrillex.

Trotzdem. Falls ihr mal nicht wisst, was ihr mir zum Geburtstag schenken sollt. Meine Plattenspieler würden sich freuen.

Noch mehr chinesische Mining-Madness

Neulich war Jacob Bitsmith von meinem derzeitigen Lieblingsblog The Coinsman in einer beeindruckenden chinesischen Bitcoin-Mine, die wie ein riesiger Schwarm wütender Bienen klang. Sagenhafte 60.000 US-Dollar für Stromkosten fallen dort monatlich an.

Das allerdings sind nur Peanuts im Vergleich zu der Mine, die er nun besucht und die im Monat 1 Million US-Dollar an Strom verschlingt, im Gegenzug aber auch im einstelligen Petahash-Bereich arbeitet.

Zum Vergleich: Anfang des Jahres habe ich getestet, ob sich Bitcoin-Mining im privaten Bereich lohnt (tl;dr: nein). Damals hatte ich einen kleinen USB-Miner mit 336 Megahashes auf dem Schreibtisch stehen. In dieser chinesischen Industriehalle (das Gebäude wurde und wird extra dafür gebaut) laufen hingegen einige Milliarden Megahashes und das ist sehr, sehr viel, denn die Rechenleistung des Bitcoin-Netzwerks liegt derzeit insgesamt bei „nur“ rund 220 Petahashes. Würde also jemand diese Mine nach Belieben an- und ausknipsen, bekäme das Netzwerk aber ordentlich Schluckauf.

Nichtsdestotrotz – das experimentelle Kühlsystem ist bemerkenswert und die Professionalität des gesamten Komplexes erinnert mich irgendwie an Los Pollos Hermanos. Außerdem muss in dieser Mine niemand wohnen.

Dennoch finde ich diesen wahnhaften Gigantismus äußerst befremdlich. Diese von Profitgier getrieben Gigantomanie läuft letztlich ja doch wieder auf Zentralisierung hinaus und ich glaube auch Satoshi Nakamoto wäre ob des derzeitigen Außmaßes wohl not amused.

Bildnachweis: Jacob Bitsmith/The Coinsman

Die wütenden Bitcoin-Bienen

Ich habe ja ein neues Lieblingsblog: The Coinsman von Jacob Bitsmith (sic!). Und dass mir deren Seite so gut gefällt, liegt nicht nur an Ähnlichkeiten in der Domain-Namenwahl. Vielmehr ist es diese grundsympathische Auffassung über die wahren Werte eines Bitcoin-Blogs, die mir tief aus der Seele sprechen, im Netz ansonsten aber leider sehr selten zu finden sind. Vor allem bei der Vielzahl von Cryptocurrency-Newsblog-Klonen:

Eine gute Geschichte ist immer wichtiger als Klickzahlen
und Werbebanner!

Und über solch eine ausgezeichnete Geschichte bin ich auch erst auf den Blog gestoßen. Jacob Bitsmith ist nämlich in eine Bitcoin-Mine im Nordosten Chinas gefahren und hat dort jede Menge Bilder gemacht und diese grandiose Audioaufnahme:

So klingen 2.500 ASIC-Einheiten, die mit je 230 Gh/s ein Lagerhaus auf konstante 40°C erhitzen, solange die Industriekühler verhindern, dass es mehr wird und die Hardware schmilzt.

Wer also immer noch überlegt, ob sich Mining im Amateurbereich für Privatanwender finanziell lohnt – ich wär da eher skeptisch. Immerhin legen die Betreiber dieser Mine allein für Strom monatlich mehr als 60.000 US-Dollar auf den Tisch. Dazu regelmäßige Investitionen in Hardware, Personal und Unterkunft, denn und das finde ich das krasseste, die drei chinesischen Schichtarbeiter wohnen dort auch.

Das ist beim Lärm schon mehr als fragwürdig und tatsächlich ist es an der Zeit kritisch zu hinterfragen, inwieweit Bitcoin das bisher bestehende blitzblanke Image als alles viel besser machende Alternative zum bösen, bösen Finanz- und Wirtschaftssystem wirklich verdient.

Immerhin ist das eine chinesische Bitcoin-Mine, in der Fotos und Aufnahmen gemacht werden durften. Unter welchen Bedingungen leben wohl andere „Arbeiter“ in Bitcoin-Minen in China und sonst wo auf der Welt, in denen keine Fotos gemacht werden dürfen. Und wen zieht man in einem dezentralen System wie Bitcoin eigentlich zur Rechenschaft, wenn Menschenrechte zur Profitoptimierung systematisch und massiv vernachlässigt werden?

Bildnachweis: Jacob Bitsmith/The Coinsman

Korrektur:In einer ursprünglichen Version habe ich geschrieben, dass das Blog von Jacob Bitsmith und David Seaman geführt wird. Tatsächlich ist es aber nur ein Projekt von Jacob, zu dem David hin und wieder etwas beisteuert.

Bitcoin’s Erben

In der letzten Zeit gab es einige Anfragen anlässlich der medialen Omnipräsenz von Ethereum ein bisschen mehr auf alternative Bitcoin 2.0-Projekte einzugehen.

Diese Bitte ist vollkommen berechtigt, vor allem, da ich schon seit einiger Zeit eher lose Links zu dem Thema sammle, bisher aber noch nicht dazu gekommen bin sie alle durch- und aufzuarbeiten. Hinzu kommt, dass es auf Grund der Breite des Themas recht schwer ist redaktionell zu selektieren, was wichtig ist und was nicht. Oder anders gesagt – da ich selbst noch dabei bin, all die verschiedenen Projekte zu sichten, möchte ich, bevor ich mir eine Meinung über sie gebildet habe, möglichst vermeiden gerade die Aspekte oder Details wegzulassen, die euch am meisten interessieren. Aber wie dem auch sei – wir finden einen Weg. Schließlich ist dieses Blog auch dafür da, sich gemeinsam Erkenntnisse zu erarbeiten und jetzt ist der richtige Zeitpunkt dafür beim Thema Ethereum-Alternativen anzufangen.

Als generellen (wenn auch nicht ganz leichten) Einstieg in die ganze Materie gibt es daher heute den Link zu Tim Swansons Artikel Chapter 3: Next Generation Platforms, in dem er einen sehr ausführlichen Überblick über die bisherigen Bitcoin 2.0-Ansätze gibt: Colored Coins, Mastercoin, NXT, Ethereum, BitShares, Counterparty, Open-Transactions und Ripple.

Einige der Projekte kannte ich bis vor kurzem auch noch nicht und es wird vermutlich auch noch eine Weile dauern, bis ich mir zu jedem eine eigene Meinung bilden kann. Tim Swansons Vorarbeit ist dabei aber eine große Hilfe.

Bildnachweis: “SBC6120 and Morrow Designs terminal setup” Flickr-User vaxomatic (CC BY 2.0)